Sammy Hagar kontert Alex Van Halen: „Du tust so, als hätte es Van Hagar nie gegeben“

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In den vergangenen Jahren hat Alex Van Halen eisern vermieden, Sammy Hagar auch nur zu erwähnen – nicht einmal in seinen 240-seitigen Memoiren „Brothers: An Intimate Account of Brotherhood and Rock Music“ fiel dessen Name ein einziges Mal. Doch Anfang des Monats, in einem Interview mit dem brasilianischen Magazin „Roadie Crew“, ließ er die Zurückhaltung fallen: Auf Hagars Buch „Red: My Uncensored Life in Rock“ von 2011 angesprochen, holte er aus.
„Ich weiß nicht, was er geschrieben hat, und ich will es auch nicht wissen“, sagte Van Halen. „Meiner Meinung nach ist Sammy Hagar ein kompletter Idiot.“
Dass Hagar dazu einiges zu sagen haben würde, überrascht kaum. In einem neuen Interview mit Eddie Trunk auf SiriusXM legte er los. „Schuldig im Sinne der Anklage, zunächst mal“, sagte er. „Ich bin wahrscheinlich der erfolgreichste Idiot auf dem Planeten … Ich will Alex direkt ansprechen und sagen: Alter, wir alle wissen es – du tust so, als hätte es Sammy Hagar nie gegeben. Als hätte es ‚Van Hagar‘ nie gegeben. Wir haben über 40 Millionen Platten verkauft, hatten vier Nummer-eins-Alben, und du streichst das einfach aus dem Erbe deines Bruders raus, sagst nein, das hat nie stattgefunden. Du willst es nicht mal anerkennen. Das sitzt tief. Das ist seltsam. Das ist nicht richtig – nicht für Eddie, nicht für mich, nicht für Mikey [Van-Halen-Bassist Michael Anthony], für niemanden.“
Hagar fordert Klarheit
„Ich frage Alex: Warum?“, fuhr er fort. „Rück raus damit, was ist dein Problem? Sag es einfach. Ist es das Buch? Dann sag’s. Cabo Wabo? Sag’s. Vielleicht könnte ich es geradebiegen, wenn ich wüsste, worum es geht. Aber im Moment tut er einfach so, als gäbe es kein Problem – als wäre das alles nie passiert.“
2025 berichtete Hagar gegenüber dem ROLLING STONE, er habe gehört, dass Alex Van Halens Groll gegen ihn mit seiner erfolgreichen Tequila-Marke Cabo Wabo zusammenhänge. „Ich habe dieses Gespräch mit einigen Leuten geführt, darunter [dem früheren Van-Halen-Manager] Irving Azoff“, sagte er. „Ich habe ihn gefragt: ‚Was ist das Problem?‘ Und einige Leute haben mir gesagt: ‚Oh, Cabo Wabo. Als du es aufgebaut hast, wart ihr alle Partner. Dann wollten sie nicht mehr mitmachen, als es Verluste machte, und haben es dir überlassen. Du hast es umgekrempelt und Hunderte von Millionen Dollar damit verdient. Und die sind sauer. Alex ist sauer darüber.’“
Außerdem glaubt er, dass es den Schlagzeuger wurmt, dass Hagar und Anthony seit Jahren gemeinsam auf Tour sind und Sets spielen, die vollgepackt sind mit Van-Halen-Klassikern – während gesundheitliche Probleme Alex selbst ans Haus fesseln. „Er ist kein Sänger“, sagte Hagar. „Er ist kein Gitarrist. Er ist auch kein wirklicher Bandleader. Und es sieht so aus, als wolle er keine Drums mehr spielen oder könne es nicht mehr, und er kann auch kein neues Album schreiben. Alex war nicht der Songwriter in der Band. Er war der Drummer. Eddie und ich haben die Songs geschrieben. Dave und Eddie haben die Songs geschrieben – und deshalb können wir rausgehen und sie spielen. Ich glaube, es stört ihn wirklich, dass Mike und ich da draußen noch immer dabei sind. Ich würde mich schlecht fühlen. Wenn ich mich in seine Lage versetze – ich würde mich furchtbar fühlen, wenn ich es nicht mehr könnte.“
Residency in Las Vegas
Die neu aufgeflammten Spannungen zwischen den Ex-Bandkollegen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Hagar seine „Best of All Worlds“-Residency im Park MGM in Las Vegas wieder aufnimmt. Erneut an seiner Seite: Anthony, Gitarrist Joe Satriani und Drummer Kenny Aronoff. Das Set ist naturgemäß schwer bestückt mit Van-Hagar-Hits wie „Poundcake“, „Why Can’t This Be Love“ und „Right Now“, gewürzt mit ein paar Songs aus der Roth-Ära wie „Ain’t Talkin‘ ‚bout Love“ und „Panama“ sowie Montroses „Bad Motor Scooter“ und Hagars Solo-Hit „I Can’t Drive 55“.
David Lee Roth seinerseits ging Anfang des Jahres auf Solo-Tour, brach die letzten Dates jedoch ab – kurz bevor er sich mit Alex Van Halen bei einem TED Talk wiedervereinte, dem ersten gemeinsamen öffentlichen Auftritt seit dem letzten Van-Halen-Konzert 2015. Dass sich so etwas zwischen Alex Van Halen und Roths Nachfolger in der Band anbahnen könnte, erscheint kaum vorstellbar – auch wenn Hagar scherzhaft andeutete, Trunk könnte vielleicht irgendwie als Vermittler fungieren.
„Ich würde gerne wissen, was Sie pro Stunde verlangen, um zu sehen, ob Sie das hier schlichten können“, sagte er. „Ich will keinen Konflikt vom Zaun brechen. Ich will etwas reparieren, verstehen Sie. Ob Alex jemals wieder Schlagzeug spielen will, ist seine Sache. Ob er einfach weiter altes Zeug veröffentlichen will – diese Fotos und all das – und die Leute für Bilder zahlen lässt, die man im Internet findet, selbst wenn sie nur ihm gehören: Er sollte sie kostenlos rausgeben. Für mich macht er vieles falsch, was das Erbe von Van Halen angeht. Und das, was mich angeht, ist: Ich will einfach wissen, warum. Sag es offen. Sag es den Leuten, sag es mir, mach ein öffentliches Statement, warum – und dann können wir herausfinden, ob du recht hast oder nicht, und ob wir es hinbiegen können oder nicht. Und wenn nicht, dann gehe ich meiner Wege. Alles gut.“
Versöhnung nicht ausgeschlossen
Trotz allem ließ Hagar durchblicken, dass er Van Halen mit offenen Armen empfangen würde, sollte dieser sich jemals melden. „Oh, komm rein, oh, hundert Prozent, ich pack ihn und küss ihn direkt auf den Mund“, sagte Hagar zu Trunk. „Ich würde ihn behandeln wie den Menschen, den ich früher geliebt habe und immer noch lieben könnte.“