War es das wirklich wert? Zwei Meinungen zum Sanierungs-Desaster der Kölner Bühnen

Am Ende war die Sanierung für Köln die beste Lösung – sie wurde nur völlig unzureichend geplant und umgesetzt. Erst nach fünf Jahren hat man festgestellt, dass die Baufirmen unkontrolliert drauflos gebaut haben. Vorne und hinten hat nichts mehr zusammengepasst und musste wieder rausgerissen werden. Das hat viel Geld und Zeit gekostet.

Es ist eine berechtigte Frage, ob man dieses Geld nicht auch anderswo hätte gebrauchen können – natürlich hätte man das. Ich glaube andererseits nicht, dass die Stadt das Geld andernfalls für Kitas oder die freie Theaterszene ausgegeben hätte.

Frank Deja schaut ernst in die Kamera
Es ist eine berechtigte Frage, ob man dieses Geld nicht auch anderswo hätte gebrauchen können – natürlich hätte man das. Ich glaube andererseits nicht, dass die Stadt das Geld andernfalls für Kitas oder die freie Theaterszene ausgegeben hätte. Frank Deja von der Initiative "Köln kann auch anders"

Trotz allem, das Ergebnis hat sich gelohnt: Die funktionalen Mängel des "alten" Schauspielhauses sind überwunden, was der Neubau nicht hätte leisten können. Und die geschätzten Betriebskosten sind mit der Integration beider Häuser deutlich niedriger.

Dann wäre da der ökologische Vorteil: Wir haben gerade wieder einen Hitzesommer hinter uns. Neubauten sind mit einem riesigen CO2-Fußabdruck verbunden - sowas überlegt man sich heute dreimal.

Jetzt freue ich mich auf die Wiedereröffnung der Kölner Bühnen. Das Opernhaus hat im Vergleich zum Ausweichquartier im Staatenhaus eine viel bessere Akustik. Das Schauspiel wird von den logistischen Verbesserungen für den Spielbetrieb profitieren.

Die mit der Sanierung verbundene Kostenexplosion wäre allerdings vermeidbar gewesen. Ich würde mir wünschen, dass man daraus lernt."

Unsere Quellen:

  • WDR-Interview mit Bärbel Hildebrand und Frank Deja
  • Einschätzungen der WDR-Reporterin

Sendung: WDR.de, Kölner Bühnen: Sanierung ist Lehrstück eines Desasters, 08.09.2026, 5:00 Uhr