Sanierungsprogramm der Bahn: Bundesverkehrsminister Schnieder ist unzufrieden mit Bahn-Sanierungen

Monatelange Komplettsperrungen für Reparaturen und trotzdem wenige Verbesserungen. Patrick Schnieder will das Sanierungskonzept überprüfen und fordert Erklärungen.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa,

lrö

  1. Juli 2026, 14:07 Uhr

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Patrick Schnieder (CDU), Bundesminister für Verkehr, stellt bei einer Pressekonferenz das Sofortprogramm »Bessere Kundenkommunikation« der Deutschen Bahn am 8. Juli 2026 vor. © Bernd von Jutrczenka/​dpa

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat Defizite bei den Generalsanierungen von Bahnstrecken durch die Deutsche Bahn eingeräumt. »Wir haben nicht alle Ziele erreicht, die wir vorher vereinbart haben«, sagte Schnieder dem Nachrichtenmagazin Politico.

Die Bahn sperrt monatelang komplette Fernverkehrsstrecken, um diese grundlegend instand zu setzen. Dennoch kommt es im Nachhinein zu Störungen wegen Nachbesserungen und Restarbeiten. Im Fall der Strecke Hamburg–Berlin hatte es massive Verzögerungen gegeben, auch nach der Freigabe kommt es zu großen Verspätungen.

»Da muss die Bahn uns jetzt ganz klar Auskunft geben«, verlangte Schnieder. Zugleich kündigte der Minister an, das Konzept der Korridorsanierungen grundsätzlich zu überprüfen. Man müsse unter anderem bewerten, ob vier Generalsanierungen pro Jahr sinnvoll seien, sagt Schnieder. Die Auswirkungen der Reparaturen auf das regionale Bahnnetz und die regionale Verteilung sollen besser geprüft werden.

Eine der am stärksten belasteten Bahnstrecken Deutschlands

Nach umfassenden Sanierungen fahren wieder Züge zwischen Hamburg und Hannover. Innerhalb von zehn Wochen hatte die DB auf der 163 Kilometer langen Strecke 81 Kilometer Gleise, 44 Weichen, zwei große Eisenbahnbrücken erneuert und vier Bahnhöfe modernisiert. Damit will die Bahn dringende Arbeiten erledigen, bevor die Strecke im Jahr 2029 generalsaniert werden soll.

Die Verbindung Hamburg–Hannover zählt zu den am stärksten belasteten Bahnstrecken Deutschlands. Sie ist wichtig für den Güterverkehr vom und zum Hamburger Hafen sowie Fernverkehr zwischen Nord- und Süddeutschland. Die DB investierte insgesamt 300 Millionen Euro in die bisherigen Sanierungen.

In den kommenden Tagen finden auf der Strecke noch sogenannte Belastungsfahrten statt. Bis diese abgeschlossen sind, gelten laut Bahn noch abschnittsweise Geschwindigkeitseinschränkungen. Das führe zu längeren Fahrzeiten für Reisende, auch im Regionalverkehr.