Schießerei an Schule in Thailand: Fragen zu Verdächtigem und Motiv bleiben offen
Stand: 07.08.2026, 13:10 Uhr
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Mindestens sieben Menschen sind getötet worden, nachdem ein Schüler am Freitag an einer Schule in Thailand das Feuer eröffnet hatte, teilte die Polizei mit.
Mindestens sieben Menschen sind getötet worden, nachdem ein Schüler an einer Schule in der thailändischen Provinz Nonthaburi nördlich von Bangkok das Feuer eröffnet hatte, teilte die Polizei mit. Der Vorfall erschütterte die Gemeinde und löste in dem Land, das in den vergangenen Jahren wiederholt von Gewalttaten erschüttert wurde, erneut eine Debatte über Waffengewalt aus.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com.
Die Schüsse fielen am Freitag an der Debsirin-Nonthaburi-Schule im Bezirk Bang Kruai, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Die Behörden reagierten mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften, während Eltern und Angehörige verzweifelt versuchten, Informationen über ihre Kinder und Familienmitglieder zu erhalten.

Unter den Toten ist auch der mutmaßliche Schütze, der sich nach Angaben des Polizeisprechers Lieutenant Colonel Trirong Phophan offenbar selbst erschossen hat. Zu den Opfern gehören nach Angaben von Bildungsminister Prasert Jantararuangtong auch Lehrkräfte, was die Tragödie für die gesamte Schulgemeinschaft noch verstärkt.
Tote, Verletzte und erste Erkenntnisse der Ermittler
Mindestens 15 weitere Menschen wurden bei der Schießerei verletzt, einige von ihnen schwer, doch weder die Opfer noch der mutmaßliche Täter wurden bisher namentlich genannt. Die Ermittler stehen vor der Aufgabe, die genaue Abfolge der Ereignisse zu rekonstruieren und Hintergründe zu klären, während Krankenhäuser weiter Verletzte behandeln.
Der Sprecher der Royal Thai Police, Trairong Piwpan, sagte dem Nachrichtensender Channel 3, das Motiv des Schützen werde untersucht und sei bislang unklar. Nach bisherigen Erkenntnissen soll die verwendete Waffe aus dem Besitz eines Familienmitglieds des Schützen stammen, was neue Fragen zur sicheren Aufbewahrung von Schusswaffen im privaten Umfeld aufwirft.
Fotos, die nach der Tat aufgenommen wurden, zeigen Eltern, die ihre Kinder vor der Schule trösten, weinende Schülerinnen und Schüler sowie schwer bewaffnete Beamte, die rund um das Gelände Wache stehen. Die Bilder illustrieren die Panik und den Schock unter den Betroffenen und verstärken den öffentlichen Druck auf die Sicherheitsbehörden.
Die betroffene Schule und ihre Gemeinschaft
Die Debsirin-Nonthaburi-Schule hatte laut den Bezirksbehörden im akademischen Jahr 2025 rund 3.100 Schülerinnen und Schüler sowie 147 Lehrkräfte. Die Einrichtung gilt als eine der größeren Schulen der Region, und die dortige Schulgemeinschaft steht nun vor der Herausforderung, mit dem Trauma und dem Verlust zahlreicher Mitglieder umzugehen.
Offene Fragen zur Identität und Vorgeschichte des Schützen
Die Behörden haben die Identität oder das Alter des mutmaßlichen Schützen bislang nicht veröffentlicht, sodass viele Fragen zu seinem Hintergrund und seiner Beziehung zu den Opfern an der Schule unbeantwortet bleiben. Ermittler prüfen unter anderem, ob es im Vorfeld Warnsignale gab oder Hinweise auf Konflikte innerhalb der Familie oder mit Mitschülern.
Vize-Innenminister Polapee Suwunchwee erklärte, der Schüler habe vor der Fahrt zur Schule seine beiden Großeltern in deren Haus getötet. Diese Information deutet auf eine Eskalation der Gewalt bereits im familiären Umfeld hin und verstärkt die Sorge über mögliche psychische oder soziale Belastungen, die bislang unentdeckt geblieben sein könnten.
Der Verdächtige wurde zunächst in ernstem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert, bevor er dort verstarb, sagte der Rettungshelfer Kiatikhun Verapongpradith gegenüber Reuters. Die Ärzte kämpften um sein Leben, während Ermittler parallel versuchten, erste Aussagen von Zeugen und Überlebenden aufzunehmen.
Bericht von Einsatzkräften über die letzten Minuten des Täters
„Wir eilten nach oben und stellten fest, dass der Täter sich auf der rechten Seite des Kopfes in den Kopf geschossen hatte und zusammengebrochen war. Als wir oben ankamen, prüften wir seinen Puls, er war noch vorhanden, also begannen wir mit der Wiederbelebung“, sagte Verapongpradith. Trotz der sofort eingeleiteten Rettungsmaßnahmen konnten die Ärzte den jungen Mann schließlich nicht mehr retten.
Seine Schilderung der Abläufe unterstreicht die chaotische und hochgefährliche Situation, mit der sich die Rettungskräfte konfrontiert sahen. Zugleich werfen die Umstände des Suizidversuchs weitere Fragen nach der psychischen Verfassung des Schützen unmittelbar vor und während der Tat auf.
Thailands jüngste Geschichte tödlicher Schusswaffengewalt
Thailand hat in den vergangenen Jahren mehrere tödliche Schusswaffenangriffe erlebt, darunter einen weiteren Angriff auf eine Schule im Februar, als ein Bewaffneter eine Lehrkraft tötete und einen Schüler verletzte, nachdem er an einer Schule in der südlichen Stadt Hat Yai das Feuer eröffnet hatte. Diese Vorfälle haben landesweit Forderungen nach strengeren Waffengesetzen und besseren Sicherheitskonzepten für Bildungseinrichtungen verstärkt.
Im Juli 2025 tötete ein Bewaffneter fünf Menschen, darunter Sicherheitskräfte und einen Händler, auf einem Markt in Bangkok, bevor er sich selbst das Leben nahm. Zwei Jahre zuvor hatte ein 14-Jähriger mit einer modifizierten Schusswaffe zwei Menschen getötet und fünf weitere in einem Luxuseinkaufszentrum in der Hauptstadt verletzt, was damals landesweit Entsetzen auslöste.
Frühere Massenmorde und Debatte über Sicherheit
Die tödlichste Massengewalttat durch einen einzelnen Täter in der jüngeren Geschichte des Landes ereignete sich 2022, als ein ehemaliger Polizist innerhalb von drei Stunden 36 Menschen bei einem Angriff mit Schusswaffe und Messer im Nordosten Thailands tötete. Unter den Opfern waren 22 Kinder, die im Schlaf in einer Kindertagesstätte erstochen wurden, ein Ereignis, das sich tief in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hat.
Bereits 2020 hatte ein Soldat bei einem Amoklauf in Nakhon Ratchasima 29 Menschen erschossen, bevor er von Sicherheitskräften getötet wurde. Diese Serie von Angriffen hat eine anhaltende Debatte über die Verfügbarkeit von Waffen, den Zugang zu psychologischer Hilfe und die Sicherheitsvorkehrungen an öffentlichen Orten in Thailand entfacht.