Nächster Rückschlag für Russlands Wirtschaft: Stahlriese meldet Gewinneinbruch
Schlag für Russlands Wirtschaft: Gewinn von Stahl-Gigant bricht um 61 Prozent ein
Stand: 21.10.2026, 08:18 Uhr
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Russlands Wirtschaft unter Druck: Der Stahlkonzern Severstal meldet 61 Prozent weniger Gewinn. Schwache Nachfrage und sinkende Stahlpreise belasten die Branche.
Moskau – Neuer Rückschlag für Russlands Wirtschaft: Einer der größten Stahlkonzerne des Landes hat einen massiven Gewinneinbruch gemeldet. Beim russischen Unternehmen Severstal sank der Nettogewinn in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 um 61 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch der Umsatz ging deutlich zurück. Die am Dienstag (20. Oktober) veröffentlichten Geschäftszahlen zeigen, wie schwierig die Lage in Teilen der russischen Industrie weiterhin ist.
Der Gewinn von Severstal schrumpfte zwischen Januar und September von 49,7 Milliarden auf 19,3 Milliarden Rubel. Gleichzeitig verringerte sich der Umsatz um zehn Prozent auf 488,4 Milliarden Rubel. Auch das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging deutlich zurück – um 28 Prozent auf 82,3 Milliarden Rubel.

Russlands Stahlindustrie unter Druck: Nachfrage nach Stahl bleibt schwach
Nach Angaben des Unternehmens waren dafür unter anderem geringere operative Gewinne und niedrigere Finanzerträge verantwortlich. Hinzu kommt eine schwache Nachfrage auf dem russischen Stahlmarkt.
Die Probleme betreffen nicht nur Severstal. Die russische Stahlindustrie kämpft seit geraumer Zeit mit einer schwachen Nachfrage. Im vergangenen Jahr war der Stahlverbrauch in Russland um rund 14 Prozent eingebrochen.
Von diesem Rückgang hat sich der Markt bislang nicht erholt. In den ersten neun Monaten 2026 legte die Nachfrage nach Angaben von Severstal lediglich um etwa ein Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.
Auch die Preise belasten die Hersteller. Im bisherigen Jahresverlauf lagen die durchschnittlichen Stahlpreise in Russland rund sechs Prozent unter dem Vorjahresniveau. Damit geraten die Erlöse unter Druck, selbst wenn Unternehmen ihre Produktionsmengen weitgehend stabil halten können.
Stahl wird unter anderem im Wohnungsbau, im Maschinenbau und in der Automobilindustrie benötigt. Eine schwache Nachfrage kann deshalb auch auf Probleme in anderen Wirtschaftszweigen hindeuten.
Severstal zahlt keine Dividende – Milliardenabfluss belastet den Stahlkonzern
Für den russischen Stahlriesen hat die angespannte Geschäftslage finanzielle Konsequenzen. Severstal verzichtet für die ersten neun Monate 2026 auf eine Dividendenausschüttung.
Hintergrund ist der negative freie Cashflow. Dieser lag im Berichtszeitraum bei rund minus 27,6 Milliarden Rubel. Die Kennzahl zeigt, wie viel Geld einem Unternehmen nach den laufenden Geschäften und Investitionen zur freien Verfügung steht.
Severstal-Chef Alexander Scheweljow begründete den Dividendenverzicht mit dem Ziel, finanzielle Mittel für wichtige Investitionsprojekte und die langfristige Stabilität des Konzerns zu sichern.
Auch für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen einen negativen freien Cashflow. Die finanziellen Belastungen dürften damit vorerst bestehen bleiben.
Russlands Wirtschaft: Stahlkonzern meldet dennoch erste Anzeichen einer Erholung
Allerdings zeigen die jüngsten Quartalszahlen auch eine gegenläufige Entwicklung. Im dritten Quartal 2026 stieg der Nettogewinn von Severstal gegenüber dem Vorjahresquartal um 17 Prozent auf rund 15,2 Milliarden Rubel.
Das operative Ergebnis verbesserte sich ebenfalls. Zudem erzielte der Konzern im dritten Quartal wieder einen positiven freien Cashflow.
Auch die Einschätzung der Stahlnachfrage fällt inzwischen weniger pessimistisch aus. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Severstal nur noch mit einem Rückgang der Nachfrage in Russland um etwa 0,5 Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen ein Minus von sieben Prozent erwartet.
Von einer vollständigen Erholung kann dennoch keine Rede sein. Das Marktvolumen liegt weiterhin unter dem Niveau vor dem starken Rückgang im vergangenen Jahr. Zudem erwartet Severstal im vierten Quartal eine saisonale Abschwächung. (Quellen: Kommersant, Finmarket, Reuters) (mare)