Schleichende Gefahr: Warum die Fettleber-Zahlen drastisch steigen

Veränderte Ernährungsgewohnheiten und ein ausgeprägter Bewegungsmangel fördern die Entstehung einer Fettleber. Nach den Ergebnissen einer aktuellen Studie könnte sich diese Erkrankung zu einer neuen Volkskrankheit entwickeln, da die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahren deutlich zunehmen dürfte. Bereits heute leiden rund 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in den Industrienationen an einer Fettleber. Gleichzeitig steigt die Häufigkeit der Erkrankung auch in Schwellen- und Entwicklungsländern kontinuierlich an.

2050: Extreme Zunahme an Fettleber-Erkrankungen

Eine aktuelle Studie der GBD 2023 MASLD Collaborators, über die auch T-Online berichtet, zeichnet ein besorgniserregendes Bild der weltweiten Entwicklung. Den Berechnungen auf Grundlage der Daten der Global Burden of Disease Study 2023 zufolge könnten bis zum Jahr 2050 rund 1,8 Milliarden Menschen an einer Fettleber erkranken. Auf Basis dieser umfangreichen Datenauswertung erstellten die Forscher Prognosen für die künftige Verbreitung der Erkrankung.

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Die Fettleber gilt bereits heute als die häufigste nicht durch Alkoholkonsum verursachte Lebererkrankung in den Industrienationen. Rund 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind derzeit betroffen, wobei die Zahl der Erkrankungen weiterhin deutlich zunimmt. Auch in Schwellen- und Entwicklungsländern steigt die Häufigkeit erheblich an. Angesichts dieser Entwicklung sprechen einige Fachleute bereits von Ausmaßen, die mit einer Pandemie vergleichbar sind.

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Was sind die Ursachen einer Fettleber?

Die Ursachen einer Fettleber sind eng mit den Lebensgewohnheiten moderner Gesellschaften verknüpft. Eine unausgewogene Ernährung und ein ausgeprägter Bewegungsmangel begünstigen nicht nur Übergewicht und Typ-2-Diabetes, sondern erhöhen auch das Risiko für eine Fettleber. Überschüssige Energie wird dabei nicht ausschließlich im Unterhautfettgewebe gespeichert, sondern zunehmend auch in der Leber eingelagert.

Besonders auffällig ist der rasche Anstieg der Erkrankung in Schwellen- und Entwicklungsländern. Die Forscher führen diese Entwicklung vor allem auf den Wandel der Ernährungsgewohnheiten zurück. Traditionelle, ballaststoffreiche Speisen mit Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und frischem Gemüse werden immer häufiger durch hoch verarbeitete Lebensmittel, preisgünstige Fette, Fast Food und stark gezuckerte Getränke ersetzt. Gleichzeitig tragen die fortschreitende Urbanisierung und der technische Fortschritt zu einem deutlichen Rückgang der körperlichen Aktivität bei.

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Als weiterer, häufig unterschätzter Risikofaktor gilt das Zusammenspiel von früher Mangelernährung und einem späteren Überangebot an Kalorien. Menschen, die bereits im Mutterleib oder während der ersten Lebensjahre unzureichend ernährt wurden, entwickeln häufig einen besonders energieeffizienten Stoffwechsel. Im Erwachsenenalter kann der Körper überschüssige Kalorien dadurch verstärkt als Fett speichern, insbesondere in Organen wie der Leber. Dadurch steigt das Risiko für die Entstehung einer Fettleber zusätzlich an.

Symptome und Behandlung einer Fettleber

Eine Fettleber entwickelt sich in der Regel schleichend und bleibt über einen langen Zeitraum unbemerkt, da zunächst meist keine typischen Beschwerden auftreten. Häufig wird die Erkrankung erst erkannt, wenn sich eine Leberentzündung entwickelt. Diese kann unter anderem mit Schmerzen im Oberbauch, ausgeprägter Erschöpfung und weiteren unspezifischen Symptomen einhergehen. Bleibt eine solche Entzündung unbehandelt, kann sie im weiteren Verlauf zu einer Leberzirrhose führen.

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Die wirksamsten Maßnahmen zur Behandlung einer Fettleber bestehen in einer dauerhaften Ernährungsumstellung, einer schrittweisen Gewichtsreduktion und regelmäßiger körperlicher Aktivität. Studien zeigen, dass bereits ein Gewichtsverlust von fünf bis sieben Prozent des Körpergewichts den Fettgehalt der Leber deutlich senken kann. Liegt zusätzlich ein Typ 2 Diabetes vor, sollte die Behandlung in enger Abstimmung mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.