Schluss mit dem Ticket-Chaos: Bayern plant große Erleichterung für Bus- und Bahnfahrer
Stand: 05.08.2026, 19:14 Uhr
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Schluss mit Tarifchaos im Nahverkehr: Bayern will das Bezahlen in Bus und Bahn per Smartphone-Wischen so einfach wie möglich machen.
München – Bayern will seinen öffentlichen Nahverkehr beim Ticketkauf deutlich komfortabler machen. Ab dem kommenden Jahr soll ein sogenanntes In-/Out-System schrittweise im gesamten Freistaat eingeführt werden. Wer Bus oder Bahn nutzt, checkt künftig per Smartphone ein – und am Zielort wieder aus. Den Fahrpreis berechnet dann automatisch das System.
Einfacheres Ticket-System für Bayern: Was steckt hinter dem „Swiping“-Prinzip?
Das Verfahren funktioniert über eine App auf dem Mobiltelefon. Fahrgäste wischen beim Einsteigen kurz über das Display und wiederholen das beim Aussteigen. Tarifkenntnisse sind dabei nicht nötig, der Preis wird im Nachhinein abgerechnet. Im Münchner Raum ist das System bereits im Einsatz, nun soll es laut Bayerischem Verkehrsministerium auf den gesamten Freistaat ausgeweitet werden – und zwar auch über die Grenzen einzelner Verkehrsverbünde hinaus.
Gleichzeitig rückt die Staatsregierung von einem anderen Vorhaben ab: Ein landesweit einheitliches Ticket- und Tarifsystem wird es nicht geben. Das Ministerium begründet das mit der Einführung des Deutschlandtickets – dieses werde nun als „zentrale Aufgabe des Landestarifs“ betrachtet, wie es in der Antwort auf eine Landtagsanfrage der Grünen heißt.
Grüne kritisieren: „Sich ausruhen reicht nicht“
Die Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag zeigt sich mit dieser Entscheidung unzufrieden. „Es ist schade, dass die Staatsregierung das Bayern-Ticket nicht weiterentwickeln möchte. Sich auf dem Deutschlandticket auszuruhen, reicht nicht. Gerade für Menschen, die nur gelegentlich mit Bus und Bahn fahren, müssen endlich attraktive Angebote geschaffen werden“, sagte Markus Büchler, Fraktionssprecher für Mobilität.
Büchler fordert außerdem ein möglichst einfaches und übersichtliches Tarifsystem. Wer den ÖPNV attraktiver machen wolle, müsse auch dafür sorgen, dass alle Regionen Bayerns einem vollwertigen Verkehrsverbund angehören. Vor allem in Schwaben und Niederbayern bestünden noch Lücken. „Ohne Verbund ist ein moderner ÖPNV jedoch nicht sinnvoll möglich“, so Büchler. (Quelle: dpa), (leo)