„Schmankerl aus dem Wald“: Museum erhält seltenes Buch über historische Forstkunde

Stand: 28.08.2026, 13:41 Uhr

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Förderverein Waldmuseum übergibt seltenes Begleitbuch zur Ebersberger Holzbibliothel an Bürgermeister Proske (rechts) und Museumsleiter Hannes Müller (2.von links) Förderverein Vorsitzender Rudolf Schierl (links) und stellv. Ursula Kunz (2.von rechts)

Rudolf Schierl (li.), Vorsitzender des Fördervereins Waldmuseum, und seine Stellvertreterin Ursula Kunz, übergeben ein seltenes Begleitbuch zur Ebersberger Holzbibliothek an Bürgermeister Proske (rechts) und Museumsleiter Hannes Müller (2. von links). © Stefan Rossmann

Der Förderkreis für das Museum Wald und Umwelt Ebersberg hat ein antiquarisches Büchlein aus dem Jahr 1793 erworben. Der Band ergänzt die alte Holzbibliothek rund um Botanik, historische Kochrezepte und medizinische Anwendungen.

Ebersberg – Der Förderkreis für das Museum Wald und Umwelt ergänzt die mehr als 230 Jahre alte Ebersberger Holzbibliothek um ein seltenes Original des ersten Begleitbuchs von Candid Huber aus dem Jahr 1793. Das antiquarische Büchlein „Kurzgefaßte Naturgeschichte der vorzüglichsten baierischen Holzarten“ wurde am Donnerstag im Museum Wald und Umwelt feierlich an Bürgermeister Ulrich Proske und Museumsleiter Hannes Müller übergeben.

Die Ebersberger Holzbibliothek, eine sogenannte Xylothek mit 117 Holzbänden, gilt aufgrund ihres modernen didaktischen Ansatzes bis heute als forstbotanisch relevant und zählt zusammen mit ihren Begleitbüchern zu den wissenschaftlich gründlichsten Darstellungen der Holzgewächse süddeutscher Wälder um 1800. Nach langer, zunächst erfolgloser Suche ist es nun Ursula Kunz vom Vorstand des Förderkreises (FöK) gelungen, ein Exemplar des 1793 erschienenen ersten Begleitbuchs zu erwerben – passend zum 20-jährigen Bestehen des Förderkreises. Wie der FöK mitteilt, wird damit die im Museum ausgestellte Xylothek um eine zentrale historische Quelle erweitert.

Wissen vor mehr als 230 Jahren: Begleitheft „Schmankerl aus dem Wald“

Huber formulierte in seinem Vorbericht das Ziel, „die so nothwendigen, aber größtenteils fehlenden wissenschaftlichen Kenntnisse unserer einheimischen Holzarten“ zu verbreiten. Das nun erworbene Werk vertieft den Einblick in die Xylothek: Im Museum erfolgt der Zugang zu acht der insgesamt 117 Bände nicht nur über an Monitoren abrufbare Beschreibungen der einzelnen Bestandteile der Holzbücher, sondern wesentlich auch über erläuternde Zitate aus der „Kurzgefaßten Naturgeschichte“.

Das Buch zeigt anschaulich, welche Bedeutung fundierte Kenntnisse der heimischen Gehölze bereits vor mehr als 230 Jahren hatten. Huber beschreibt unter anderem die richtige Standortwahl und Nachzucht von Bäumen und erläutert ökologische Zusammenhänge, etwa am Beispiel der Übernutzung von Wäldern. Darüber hinaus widmet er sich ausführlich der Nutzung von Waldprodukten – bis hin zu medizinischen Anwendungen und Kochrezepten. Einige dieser historischen Hinweise sind heute über die Monitore im Museum sowie im Begleitheft „Schmankerl aus dem Wald“ nachzulesen.

Museum steht originale Quelle zur Verfügung

Candid Huber war Ordensmann und Naturforscher und beschäftigte sich – wie viele Geistliche seiner Zeit – intensiv mit Forstbotanik, Waldzustand, Obstbaumzucht und Ökonomie. Er verband seine naturkundlichen Studien mit Überlegungen zu notwendigen Verbesserungen in Stadt und Land, wie sie etwa in aufklärerischen Schriften wie dem „Baierisch Oekonomischen Hausvater“ zum Ausdruck kommen. Bereits 1790 ließ Huber eine 80-bändige Xylothek von der Königlichen Akademie der Wissenschaften in München begutachten; sein botanisches Werk fand höchste Anerkennung. 1792 wurde er außerordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in München und Ehrenmitglied der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft, 1808 erschien seine „Vollständige Naturgeschichte aller in Deutschland einheimischen und einiger nationalisierter Bau- und Baumhölzer“.

Mit dem jetzt erworbenen Exemplar der „Kurzgefaßten Naturgeschichte“ steht im Museum Wald und Umwelt nach Angaben des Förderkreises eine weitere originale Quelle zur Verfügung, die den historischen und zugleich erstaunlich aktuellen Blick Candid Hubers auf Wald, Bäume und ihre Nutzung für Besucherinnen und Besucher unmittelbar erfahrbar macht.