Gefahr auf den Kanaren: Schon 45 Badetote
Schon 45 Tote
Das steckt hinter den Todesströmungen auf den Kanaren
45 Badetote seit Januar. Diese Zahl schockiert. Strömungen rund um die Kanaren forderten dieses Jahr viele Opfer. Behörden warnten vor der Gefahr, doch über 20 Touristen ignorierten die Alarme. Was steckt hinter den Todesströmungen? Ein Überblick.
Publiziert: 18:25 Uhr
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Aktualisiert: 19:00 Uhr
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Seit Januar 2026 ertranken 45 Menschen auf den Kanaren, darunter sechs Kinder
- Strömungen schneller als 2,4 m/s erschweren Rettung und erhöhen die Gefahr
- 15 Prozent mehr Todesfälle als 2025, trotz Warnungen vor gefährlichen Bedingungen
Janine EnderliRedaktorin News
Baden, Sonne, Strand: Diese Begriffe kommen einem als Erstes in den Sinn, wenn man an eine Reise auf die Kanaren denkt. In den letzten Monaten überschatteten jedoch viele Badetote die Sommerferienzeit auf den spanischen Ferieninseln. Allein im August waren es sechs.
Seit Jahresbeginn sind bereits 45 Menschen ertrunken – 15 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025, als 39 Todesfälle registriert wurden. Besonders alarmierend: Unter den Opfern sind auch sechs Kinder. Das geht aus den Zahlen der «Vereinigung Canarias, 1500 km de Costa» hervor, die seit Jahren vor der tödlichen Gefahr von Strömungen warnt.
Die Behörden warnen regelmässig vor schwierigen Küstenbedingungen – dennoch gingen in diesem Jahr bereits 21 der 45 Todesopfer ins Wasser, obwohl Voralarm oder Alarm über gefährliche Küstenphänomene ausgerufen wurde.
Doch was macht die Bedingungen, die um die Inseln herrschen, so gefährlich? Rund um die Kanaren herrschen viele Ripp- und Brandungsrückströmungen, auch Todesströmungen genannt. Dabei handelt es sich um eine starke, schmale Wasserströmung, die vom Strand weg ins offene Meer zieht.
Warum sind die Kanaren besonders gefährlich?
Das Trügerische: Das Meer kann ruhig aussehen. Trotzdem können die Strömungen aber vorhanden sein. Sie entstehen, wenn Wellen Wasser Richtung Küste drücken und dieses durch tiefere Rinnen im Sand oder zwischen Sandbänken wieder zurück ins Meer abfliesst.
Die Todesströmung zieht nicht runter – sie zieht weg. Und sie ist schneller als jeder Schwimmer. Durchschnittlich fliesst sie mit 1–2 Fuss pro Sekunde (ca. 30–60 cm/s), in Extremfällen bis zu 8 Fuss pro Sekunde (ca. 2,4 m/s).
Die Kanaren sind ein Ziel, auf dem oft scheinbar ruhige See herrscht – doch gerade das täuscht. Rippströmungen kommen im gesamten Archipel natürlich vor und sind für Laien oft unsichtbar. Hinzu kommt: Viele Badende schätzen die Gefahr falsch ein und gehen trotz Warnungen ins Wasser.
So erkennst du eine Rippströmung
- Lücke in der Wellenlinie: Eine schmale Zone, in der keine Wellen brechen, während links und rechts Brandung ist
- Dunkleres Wasser: Ein dunklerer Wasserstreifen zwischen weissen Schaumkronen
- Aufgewühltes Wasser: Eine schmale, unruhige Zone ohne brechende Wellen
Was tun, wenn man hineingerät?
- Nicht gegen die Strömung schwimmen, sondern seitlich versuchen, aus der Strömung zu schwimmen (parallel zum Strand). Dann diagonal zurück zum Ufer
- Wenn Schwimmen nicht möglich ist, die Hand heben, um Hilfe zu holen. Dabei auf dem Rücken schwimmen
- Nicht selbst hineingehen, wenn du jemanden in Not siehst. Rufe einen Rettungsschwimmer