Schuldenberg in den USA – nun dreht China den Geldhahn zu

Schuldenberg der USA China dreht den USA den Geldhahn zu – langsam und still

Die USA brauchen zur Finanzierung der Schulden Geld. Doch Investoren aus China und der Schweiz stehen auf der Bremse.

22.08.2026, 07:07

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Darum geht es: Die Regierung von Donald Trump ist laut. Sehr laut. Und unverschämt. Selbst befreundete Staaten werden diffamiert. Am meisten bekommt dies China zu spüren. Bereits in der ersten Amtszeit des US-Präsidenten hat China reagiert. Ohne grosses Getöse, aber umso effektiver und konsequent. Das Land entzieht den USA Gelder – zumindest in Bezug auf die Staatsanleihen.

Schulden von 40 Billionen Dollar

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Die USA haben so viel Schulden wie noch nie. Diese Woche wurde die Marke von 40'000 Milliarden Dollar übertroffen, im Verhältnis zur Wirtschaftskraft sind es 120 Prozent. Die Ausgaben des Staates sind viel grösser als die Einnahmen, daraus resultiert erneut ein Defizit. Weder die Republikaner noch die Demokraten haben es geschafft, ein halbwegs ausgeglichenes Budget vorzulegen.

Weniger Geld aus China: Früher war China der grösste Geldgeber der USA. 2013, in der Ära vor Trump, hielten chinesische Investoren US-Staatsanleihen im Wert von 1300 Milliarden Dollar. Derzeit sind es noch 633 Milliarden Dollar, weniger als die Hälfte. Allein in den vergangenen 12 Monaten hat China den USA 100 Milliarden Dollar entzogen, indem sich die chinesischen Investoren aus neuen Finanzierungsrunden fernhalten, also von US‑Staatsanleihen.

Schweizer Investoren verunsichert: Auch aus der Schweiz fliesst weniger Geld in die USA. Auf der Liste des US-Finanzministeriums der grössten Geldgeber ist die Schweiz auf Platz 11 abgerutscht. Vor einem Jahr gehörten Schweizer Investoren noch zum Kreis der zehn grössten Geldgeber. Derzeit halten Schweizer institutionelle Anleger sowie auch die Schweizerische Nationalbank US-Staatsanleihen im Wert von 285 Milliarden Dollar, vor einem Jahr waren es noch 300 Milliarden.

Was sind Staatsanleihen?

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Anleihen sind vereinfacht gesagt Kredite, die der Staat auf dem Kapitalmarkt platziert, um zum Beispiel Defizite zu finanzieren. Bei US-Staatsanleihen geht es also um Schulden von Washington. Ähnlich wie Kredite haben auch Staatsanleihen Laufzeiten. Schulden müssen zum Beispiel nach fünf, zehn oder zwanzig Jahren zurückbezahlt werden.

Die USA müssen sich permanent am Kapitalmarkt neues Geld beschaffen, um auslaufende Schulden zu refinanzieren. Allein im laufenden Jahr benötigen die USA vom Kapitalmarkt bis zu 12000 Milliarden Dollar. Wenn ausländische Investoren wie China abspringen, dann wird es schwieriger.

Abhängig vom Geld aus dem Ausland: Von den 40 Billionen Schulden der USA entfallen rund 30 Billionen auf Staatsanleihen, die auf dem Markt gehandelt werden. Fast ein Drittel davon sind Schulden bei Investoren aus dem Ausland. An der Spitze der Gläubiger steht Japan. Für japanische und auch andere ausländische Investoren sind US‑Staatsanleihen eigentlich attraktiv, weil sie hohe Renditen abwerfen – derzeit 4.7 Prozent für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Zum Vergleich: In der Schweiz erhalten Investoren nur gerade 0.4 Prozent Zins auf Schweizer Staatsanleihen. US-Staatsanleihen sind zwar verlockend, allerdings befindet sich das Land in einer Abwärtsspirale – die Verschuldung und die Zinslast sind unhaltbar.

Stapel von Hundert-Dollar-Noten in Reihen angeordnet.
Legende:

Frisches Geld von der US-Notenbank: Damit könnte sich der Staat refinanzieren. Allerdings: Der neue Notenbankchef Kevin Warsh zeigt sich zurückhaltend und möchte den Anteil von US-Staatsanleihen in der Bilanz stark reduzieren.

Depositphotos-Dmitry Rukhlenko

Erdrückende Last: Die Dramatik zeigt sich in der Zinslast. Der amerikanische Staat bezahlt im laufenden Jahr erstmals mehr als 1000 Milliarden Dollar für Zinsen. Gemäss Prognosen könnte sich die Zinslast innerhalb weniger Jahre verdoppeln. Den USA bleibe kein anderer Weg, als das Defizit zu reduzieren, sagt Finanzexperte Christof Schürmann vom Thinktank Flossbach Research Institute: «Auf die Dauer sind die Defizite zu hoch und untergraben das Vertrauen in die Bonität der USA.» Bisher sei kein Pfad zur Haushaltskonsolidierung erkennbar.

Ungemach in den USA: Wenn ausländische Investoren abspringen, dann ist die US-Regierung umso mehr auf inländische Anleger angewiesen. Hier zeichnen sich jedoch Schwierigkeiten ab: Die US-Notenbank hält bereits US-Staatsanleihen von mehr als 4000 Milliarden Dollar. Der neue Chef der Notenbank, Kevin Warsh, möchte den Anteil reduzieren, sprich dem Staat weniger Geld zur Verfügung stellen. Kommt hinzu: Auf dem Kapitalmarkt gibt es zunehmend Konkurrenz. Die US-Tech-Giganten brauchen Hunderte von Milliarden Dollar für den Ausbau der künstlichen Intelligenz und suchen ebenfalls Geldgeber. Firmen wie Microsoft werden von den Ratingagenturen als Kreditwürdiger eingestuft als der US-Staat. Für Investoren sind Anleihen solcher Firmen eine valable Alternative zu den Staatsanleihen.

SRF 4 News, 21.8.2026, 16:12 Uhr;liea