„Schule bedeutet nicht, keine Fehler zu machen“: Funkelnde Abschlussfeier für Geretsrieder M-Zug
Stand: 25.07.2026, 12:00 Uhr
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Bei der Abschlussfeier des M-Zugs verzichtete Rektor Florian Kropius erstmals auf sein traditionelles Abschiedslied – aus einem emotionalen Grund.
Geretsried – Der M-Zug an der Mittelschule wurde kürzlich in der Aula im Adalbert-Stifter-Haus verabschiedet. Die Entlassfeier war gleichzeitig die letzte von Rektor Florian Kropius. Er verlässt Geretsried, um an einer anderen Schule wieder als Lehrer zu arbeiten. Das habe ihm gefehlt in den vergangenen acht Jahren als Schulleiter, sagt er.
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„Schule bedeutet nicht, keine Fehler zu machen“: Funkelnde Abschlussfeier für Geretsrieder M-Zug
Normalerweise sang Kropius immer ein Abschiedslied für die Absolventen. Doch diesmal, so musste sich der Gitarrist und Sänger der Punkrock-Band „Scorefor“ entschuldigen, hätte er das nicht ohne zu heulen geschafft. Emotional war auch seine Rede vor zahlreichen Schülern, Eltern, Geschwistern und Freunden des Abschlussjahrgangs. „Wir alle starten jetzt in etwas Neues“, sagte er. Die meisten Schüler würden eine Ausbildung beginnen. Er selber werde auf eigenen Wunsch zurück in den Unterricht kehren. „Ihr seid gut vorbereitet, denn Schule bedeutet nicht, keine Fehler zu machen, sondern daraus zu lernen“, so der scheidende Rektor. Zwei Jahre lang hätten die Jugendlichen in der neunten und zehnten Klasse gemeinsam gelernt, gelitten, gelacht und manchmal auch geweint. Das habe zusammengeschweißt.
Kinga Gürlebeck, Leiterin der 9 und 10 a des M-Zugs, der zum Mittleren Schulabschluss führt, fand nur lobende Worte für ihre Schützlinge. Diese hätten sich alle zu wunderbaren Persönlichkeiten entwickelt. „Es gibt Klassen, die unterrichtet man, und es gibt Klassen, die wachsen einem ans Herz – zu letzteren gehört ihr“, sagte die Lehrerin. Auch Jakob Degele, der als mobile Reserve erst im Januar dieses Jahres die 10b übernahm, hatte nach eigenen Worten schnell einen Zugang zu den Mädchen und Buben. „Sie haben uns nie gezwungen, in eine Schablone zu passen“, meinten die Schüler wiederum anerkennend über ihren Klassleiter. Bei Kinga Gürlebeck bedankten sie sich für das Engagement, das weit über den Unterricht hinausging – selbst in den Ferien hatte die Pädagogin mit ihnen geübt –, die stets gute Laune und eine tolle Abschlussfahrt nach Malta. Eine unvergessliche Erfahrung seien die Arbeit mit Gürlebeck an der Schülerzeitung „MS Voice“ und am Kurzfilm „Geretsried – entstanden aus Verlust. Gewachsen durch Menschlichkeit“ gewesen. Der Film belegte Platz vier beim diesjährigen History-Award.
„Bleibt so, wie ihr seid“
Die Elternbeiratsvorsitzende Dana Kovacevic, die erkrankt war, ließ ihre Ansprache von Florian Kropius vorlesen. Viel wichtiger als Noten seien die Freundschaften und Erlebnisse aus der Schulzeit, so Kovacevic. Die Zukunft warte darauf, von den Jugendlichen gestaltet zu werden. Schulsozialarbeiterin Sylvia Marschall, ebenfalls verhindert, schrieb, die Themen, über die die Jugendlichen mit ihr gesprochen hätten, seien nicht immer einfach gewesen. Doch sie bewundere die Höflichkeit, den Respekt und die Offenheit der Schüler sowie ihr Gefühl für Richtig und Falsch: „Bleibt so, wie ihr seid.“
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Die Religionslehrerinnen Claudia Bauer (evangelisch) und Marianne Adler (katholisch) verglichen die Absolventen mit Wunderkerzen. „Macht die Welt ein bisschen heller. Sie braucht euch“, ermunterte Bauer die jungen Frauen und Männer. Es war ein bewegender Moment, als alle ihre Kerze anzündeten und sie funkeln ließen.
Die festlich gekleideten M-Zug-Schüler bedankten sich nicht nur bei ihren Klassenlehrern, sondern bei allen Fachlehrern mit persönlichen Worten und kleinen Geschenken. Es scheint, dass mit Florian Kropius ein ganz außergewöhnlicher Jahrgang die Mittelschule verlässt. Am Freitagvormittag wurden die neunten Klassen an der Schule ebenso feierlich verabschiedet. Von Tanja Lühr