Busunfall in den Niederlanden: Erste Schüler aus SH wieder zu Hause

Der verunfallte Bus bei Tageslicht

Stand: 24.08.2026 • 20:31 Uhr

Ein Reisebus mit 54 Schülern aus Schleswig-Holstein ist am frühen Morgen in den Niederlanden verunglückt. 15 Menschen, die im Bus saßen, wurden nach Angaben der niederländischen Polizei verletzt - einige schwer.

Am frühen Morgen ist ein Reisebus mit Jugendlichen aus Schleswig-Holstein in den Niederlanden verunglückt. Es handelt sich um Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Probstei in Schönberg im Kreis Plön, wie die Schule mitteilte. Mehrere Personen seien bei dem schweren Unfall verletzt worden, teilte die niederländische Polizei mit.

Erste Jugendlichen wieder zu Hause

Viele Eltern sind nach NDR Informationen in die Niederlande gefahren, um bei ihren Kindern zu sein bzw. diese abzuholen. Die ersten Schülerinnen und Schüler sind nach Angaben des Schulleiters bereits in Schönberg angekommen. Weitere Schüler sollen im Laufe des Montagabends ankommen. Die Behörden sorgen gemeinsam mit dem deutschen Konsulat für die Heimreise.

16 Verletzte im Krankenhaus

Der Unfall ereignete sich gegen 4.20 Uhr am frühen Montagmorgen auf der A28 in der Nähe der Ortschaft Wezep bei Zwolle. Der örtlichen Polizei zufolge war der Bus auf einen Lieferwagen aufgefahren, hatte die Leitplanke durchbrochen und war auf der Gegenfahrbahn auf die Seite gekippt.

Warum der Reisebus den Kleintransporter rammte, ist bisher unklar. 15 Menschen aus dem Reisebus sowie der Fahrer des Lieferwagens kamen ins Krankenhaus. Einige seien schwer verletzt worden, so die niederländische Polizei auf der Nachrichtenplattform X. Laut Polizei befindet sich keine Person in Lebensgefahr.

Nach Angaben des Leiters der Schönberger Schule haben sich zwei der Jugendlichen Brüche zugezogen. Bei den meisten anderen geht es um Schnittwunden und Prellungen. Einige der Verletzten müssen den Angaben zufolge über Nacht in Kliniken bleiben. Die meisten Schüler konnten nach Polizeiangaben vor Ort versorgt werden. Anschließend seien sie in einer Sporthalle in Wezep untergebracht worden.

Die Bürgermeisterin der niederländischen Gemeinde, Tanja Haseloop-Amsing hat die Schülerinnen und Schüler in der Sporthalle besucht. Der Schock sei groß, viele Schüler hätten zum Unfallzeitpunkt geschlafen.

Bildungsministerin dankt der Schule für umsichtiges Handeln

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) drückt ihr Mitgefühl aus. Sie sei in Gedanken bei den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften und Eltern. "Wir müssen in solchen Situationen zusammenhalten. Wir müssen uns gegenseitig informieren und stützen und das ist hier zum Glück bei allem Unglück auch passiert." Ein besonderer Dank gilt dabei der Schule.

Ich möchte mich bei der Schule bedanken, die in dieser schwierigen Situation umsichtig handelt und den engen Kontakt zu allen Eltern hält.

Dorit Stenke, Bildungsministerin Schleswig-Holstein

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bedankt sich außerdem bei den niederländischen Rettungs- und Einsatzkräften, die unmittelbar zu Stelle waren und geholfen haben. Außerdem gelte sein Dank dem niederländischen Nationalen Krisenzentrum, welches eng mit dem deutschen Generalkonsulat in Amsterdam arbeite.

Bürgermeister Kokocinski: Gesprächsangebote stehen zur Verfügung

Der Bürgermeister von Schönberg, Peter Adam Kokocinski (SPD), hebt auch die schnelle Kontaktaufnahme zwischen den Schülern und Eltern hervor. Ein Schüler sei Mitglied in der Feuerwehr und hat seinen Vater, ebenfalls Mitglied in der Feuerwehr, kontaktiert. Dadurch sei ein Treffpunkt zum Informationsaustausch entstanden.

Nun müssten die traumatischen Erlebnisse aufgearbeitet werden. Dafür steht die Feuerwehr laut Kokocinski Angehörigen und auch Schülerinnen und Schülern zur Verfügung, um Kontakt zum psychosozialen Dienst aufzunehmen. Gespräche würden zudem auch für Schulklassen angeboten, die aktuell auf einer Reise sind und nun Angst vor der Rückreise haben, so der Bürgermeister weiter.

Schönbergs Bürgermeister, Peter Adam Kokocinski lobt die schnelle Kontaktaufnahme zwischen Beteiligten und Angehörigen.

Schüler waren auf dem Weg nach Paris

Nach Angaben der Schönberger Schule waren zwei Oberstufenklassen des 12. Jahrgangs mit insgesamt 54 Jugendlichen und vier Lehrkräften unterwegs nach Paris. Für Freunde der betroffenen Jugendlichen an der Gemeinschaftsschule Schönberg ist eine Anlaufstelle mit Schulsozialarbeitern eingerichtet worden. Ab morgen solle auch der schulpsychologische Dienst zur Verfügung stehen, heißt es von der Schule.

Elternsprecherin Tanja Boller Schuhmacher lobt die Betreuung von betroffenen Schülerinnen, Schülern und Angehörigen, die "hervorragend" funktioniert habe. Die Schule sei sofort aktiv geworden. Sie wünscht allen Unfallbeteiligten, dass sie zunächst in Ruhe ankommen und durchatmen können und dass sie den Moment der Ruhe auch für sich bekommen können.

Landesschülersprecherin kritisiert Berichterstattung

Die Landesschülersprecherin der Gemeinschaftsschulen, Joyce Peters geht selbst auf die Schule in Schönberg und ist erleichtert, dass sich in Notfallsituationen gekümmert werde, obwohl das Angebot an Schulpsychologen im Land "sehr gering" sei.

Sie kritisiert allerdings die Berichterstattung in den Medien. 20 Minuten nachdem sich der Unfall ereignete, sei die Presse vor Ort gewesen und habe die Kamera draufgehalten, unzensierte Aufnahmen, auf denen geschockte Schülerinnen und Schüler zu sehen seien.