150 Jugendliche demonstrieren plötzlich vor Hamburger Schule

Polizei

Rund 150 Demonstranten standen am Mittwochmorgen vor der Max-Brauer-Schule in Ottensen.
TV News Kontor

Rund 150 Schüler demonstrieren am Mittwochmorgen vor der Max-Brauer-Schule in Ottensen. Laut Polizei blieb alles friedlich. Wer hat die Jugendlichen mobilisiert?

Das passiert an der Max-Brauer-Schule in Ottensen wohl nicht alle Tage: Um kurz nach halb neun am Mittwochmorgen standen plötzlich 150 jugendliche Demonstranten vor dem Gelände. Laut Polizei skandierten sie Parolen wie „Hoch die internationale Solidarität“ oder „Schulpflicht statt Wehrpflicht“. Auch eine Palästina-Fahne war zu sehen.

Die Einsatzkräfte waren mit drei Funkstreifenwagen und einigen Bereitschaftspolizisten vor Ort. Ein Passant hatte die Polizei gerufen. Laut Polizei blieb es vor Ort ruhig. Die Kundgebung sei nicht angemeldet gewesen. Ebenso habe es keine Versammlungsleitung gegeben. Sowohl die Einsatzkräfte als auch die Schulleitung hätten das Gespräch mit den Demonstranten gesucht. Gegen 11 Uhr löste sich die Versammlung schließlich auf. Die Schulleitung der Max-Brauer-Schule war für eine Stellungnahme vorerst nicht zu erreichen.

Max-Brauer-Schule Ottensen: „Streiken wie die Jugend in Frankreich”

Was wollten die Demonstranten bezwecken? „Streiken wie die Jugend in Frankreich” stand auf einem Banner vor Ort. In Frankreich gehen aktuell massenweise Jugendliche auf die Straße, um unter anderem für eine bessere Ausstattung ihrer Schulen zu demonstrieren. Dabei kam es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei. 

Aus welcher politischen Richtung zumindest ein Teil der Jugendlichen auf der Ottenser Demonstration stammte, stand auf einem Banner: „Kämpft mit der kommunistischen Jugend!”. Daneben prangte das Logo der Kommunistischen Jugend (KJ). Die erklärt auf ihrer Homepage, dass die Proteste in Frankreich zeigten, was sich mit Einsatz auf der Straße erreichen lasse.

Demo-Aufruf für Samstag

Zudem zieht die KJ Parallelen zu Deutschland: „Ein kaputtgespartes Bildungswesen, überforderte Lehrkräfte und katastrophale Lernbedingungen sind auch schon seit Langem die Realität tausender Jugendlicher hierzulande“. Deshalb will die KJ am Samstag auf die Straße gehen und sich mit den Schülern in Frankreich zu solidarisieren. Die Jugendlichen in Ottensen waren da schon etwas früher dran.

Linken-Sprecher äußert sich

Auch der Chef der Linksfraktion in der Bürgerschaft, David Stoop, solidarisierte sich prompt: „Protest ist gut und notwendig". Die Jugend sowohl in Deutschland als auch in Frankreich wisse, dass „Sozialabbau, schlechtere Bildung und Kriegsvorbereitungen” nicht in ihrem Interesse lägen.