Schulstart im Kreis Saarlouis: „Ab morgen wird es ernst“ – So erlebten Grundschüler ihren ersten Schultag in Hemmersdorf
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Schulstart im Kreis Saarlouis „Ab morgen wird es ernst“ – So erlebten Grundschüler ihren ersten Schultag in Hemmersdorf
Hemmersdorf · Für rund 1.800 Schüler im Kreis Saarlouis war am Montag der erste Schultag. Die SZ war bei der Einschulung von 34 Schülern an der Grundschule in Hemmersdorf dabei – und was die dortige Klasse 1A als Erstes lernte.
10.08.2026 , 18:53 Uhr
Schulstart in Hemmersdorf: Grundschullehrerin Julia Dillschneider (Mitte) schlägt mit einem Schlägel gegen die Triangel und will von ihren neuen Schützlingen der Klasse 1A wissen, wie das Musikinstrument heißt.
Foto: Tina Leistenschneider
Es ist ein buntes Gewusel aus mehreren Geräuschen, die das Klassenzimmer der 1A in der Grundschule Niedschule Hemmersdorf erfüllen: Kinder, die untereinander reden, nach ihren Materialien greifen oder in die Klasse rufen. Doch als Julia Dillschneider mit dem Schlägel auf den dreieckigen Stahlstab schlägt, kehrt augenblicklich Ruhe in den Klassenraum der Erstklässler ein. „Wisst ihr, was das ist?“, fragt die Grundschullehrerin und sofort recken mehrere Arme in die Höhe. „Ein Triangel“, sagt ein Mädchen und Dillschneider nickt zufrieden, ehe sie ihren 17 neuen Schützlingen erklärt, dass sie, wann immer sie den hellen Klang hören, ruhig sein sollen.
Erstklässler lernen ersten Buchstaben aus dem Alphabet
Wenig später hat Dillschneider eine weitere Frage für die Klasse und zeigt hierfür ein Foto herum. Ob sie das Mädchen mit der Schultüte auf dem Bild erkennen? Neugierig beugen sich die Mädchen und Jungen darüber, verneinen teils, bis einer eine Idee hat. „Das bist du?“, fragt Jonas und liegt damit goldrichtig.
Der Sechsjährige Leo hatte am Montag in der Grundschule Hemmersdorf seinen ersten Schultag. Sowohl für ihn als auch für seine Mutter Anja Redenbach ein großer Tag.
Foto: Tina Leistenschneider
Dillschneider lenkt danach ihre Aufmerksamkeit wieder nach vorne zur Tafel, an der um die bunte 1A mehrere Schilder hängen. Was es damit auf sich hat, will die Grundschullehrerin wissen. „Das sind unsere Namen“, erkennt Dunja. „Richtig. Wer sieht denn seinen Namen?“ Erneut gehen mehrere Arme nach oben und Dillschneider fordert sie auf, sich nacheinander ihre Namen abzuholen. Doch am Ende bleibt ein Name hängen – Mia. „Kennt ihr schon den Buchstaben?“, fragt Dillschneider und zeigt auf den Anfangsbuchstaben. „Das ist der erste Buchstabe, den ihr heute lernt.“
Schreiben lernen im ersten Unterricht
Kurz demonstriert sie den ABC-Schützen, wie sie ein M malen, schon trennt sie die Klasse in Gruppen auf und lässt sie an der Tafel die Form mit Kreide nachfahren. Ob sie neben Mama schon weitere Wörter kennen, die mit M anfangen? „Motorrad“, sagt Leo, „Maus“, ergänzt Elisa und Lucy fügt „Mund“ in die Aufzählung hinzu. Dann teilt ihre Klassenlehrerin ihnen ihr erstes Arbeitsblatt aus. Die Kinder sollen mit fünf unterschiedlichen Farben das M nachbilden „Achtung: Nicht malen, sondern schreiben!“
Anton freut sich ebenfalls über seinen ersten Schultag – und darauf, dass er nun lernen kann.
Foto: Tina Leistenschneider
Mit ihren Stiften in der Hand vertiefen sich die Erstklässler in ihrer Aufgabe und Dillschneider nutzt die Zeit, um ihnen über die Schulter zu schauen und bei Bedarf zu helfen. Wenig später lässt sie wieder die Triangel erklingen – das Zeichen dafür, dass die Zeit vorbei ist. „Wer möchte, darf sich die Aufgabe mit nach Hause als Hausaufgaben geben.“ Das sei aber freiwillig, denn aufgrund der angekündigten Hitze habe Schulleiterin Stephanie Hilt entschieden, dass sie ohne Hausaufgaben nach Hause gehen können. Bei den Kindern kommt das offenbar gut an, denn sogleich skandieren sie im Chor: „Wir kriegen keine Hausaufgaben, wir kriegen keine Hausaufgaben.“
Für 34 Kinder beginnt in Hemmersdorf ein neues Kapitel
Danach verteilt Dillschneider noch ein wichtiges Papier aus – den Stundenplan. Was das ist, erkundigt sich ein Schüler. „Darin seht ihr, wann ihr zum Beispiel Deutsch-Unterricht habt“, erklärt Dillschneider, die ihre fünfte erste Klasse kurz darauf entlässt – sie haben ihren ersten Schultag geschafft.
Für insgesamt 34 Kinder beginnt an diesem Montag in der Niedschule in Hemmersdorf ein neuer Lebensabschnitt. Zur Einstimmung veranstaltet die Grundschule in der benachbarten Grenzlandhalle eine Einschulungsfeier. Als Stephanie Hilt ihre neuen Schüler fragt, ob sie aufgeregt sind, folgt ein übereinstimmendes „Ja“, ehe Zweitklässler ihnen mit einem Theaterstück erzählen, worum es in der Schule geht. „Denn ab morgen wird es ernst“, sagt Hilt.
Worauf ich ein Erstklässler besonders freut
Einer der Erstklässler ist Leo. Wie ihm sein erster Schultag gefallen hat? „Gut“, antwortet der Sechsjährige, der sich vor allem freut, seinen ersten Buchstaben gelernt zu haben. „Sehr schön“, fand auch seine Mutter, Anja Redenbach, die Einschulungsfeier ihres Sohnes.
Ähnlich ergeht es auch Kira Becker mit ihrem Sohn Anton, dem sein erster Schultag ebenfalls zusagte. Worauf er sich in der Schule am meisten freut? „Aufs Lernen“, antwortet der Sechsjährige. Eine Welt voller Wissen – die Erstklässler tauchen jetzt in sie ein. (pte)