Schiesserei in Trappes: Anti-Terror-Ermittler eingeschaltet

Publiziert23. Oktober 2026, 13:29

Mindestens ein TodesopferTödliche Schüsse bei Paris: «Rassistisches Motiv» im Zentrum

Bei einem Angriff im Pariser Vorort Trappes stirbt mindestens ein Mensch, vier weitere werden verletzt. Unter den Opfern ist ein zwölfjähriges Kind. Die Behörden ermitteln wegen eines womöglich rassistischen Terrorangriffs».

Karin Leuthold

Darum gehts

  • Im Pariser Vorort Trappes hat ein Mann am Freitagvormittag auf offener Strasse um sich geschossen.
  • Mindestens eine Person starb, vier weitere wurden verletzt, darunter ein zwölfjähriges Kind.
  • Der Verdächtige wurde auf dem Parkplatz einer Kiloutou-Filiale festgenommen; die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt.

Am Freitag ist es im Pariser Vorort Trappes zu einer Schiesserei auf offener Strasse gekommen. Wie französische Medien berichten fuhr ein Mann durch den Vorort und schoss auf verschiedene Menschen. Mindestens eine Person kam ums Leben, vier weitere wurden verletzt – darunter ein zwölfjähriges Mädchen.

Was wissen wir über den Täter?

Nach Angaben des Senders BFMTV handelt es sich bei dem Schützen um den 39-jährigen Kevin T. Wie «Le Journal du Dimanche» berichtet, wurde T. in Saint-Cyr-l’École im Département Yvelines geboren. Einer Polizeiquelle zufolge war er bereits wegen krimineller Delikte polizeibekannt. Er wurde in Polizeigewahrsam genommen.

Nach Informationen der Zeitung «Le Figaro» hatte der Verdächtige bei seiner Festnahme eine Maschinenpistole, Tränengassprays und Kokain bei sich. Wie «Le Figaro »schreibt, fanden die Polizisten bei seiner Wohnung Sprengfallen vor. Bei der Durchsuchung der Wohnung kam es aber zu keinen Verletzten.

Was war das Motiv?

Das Motiv hinter der Tat ist weiterhin unklar. «Er hat offensichtlich wahllos geschossen und wollte ein Blutbad anrichten», sagte Ali Rabeh, Bürgermeister von Trappes. Die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat laut BFMTV den Fall übernommen und überprüfe Rassismus als mögliches Motiv.

Im genauen Wortlaut teilte die Behörde mit, sie habe Ermittlungen wegen «Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung unter dem Umstand, dass die Taten aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer angeblichen Rasse, Ethnie, Nation oder bestimmten Religion begangen wurden» eingeleitet.

«Wir wurden Zeugen eines rassistischen, vermutlich islamfeindlichen Angriffs», erklärte Ali Rabeh, Bürgermeister von Trappes. «Die Ermittlungen werden all dies aufklären, aber ich glaube, ich laufe kaum Gefahr, dass mir in dem, was ich Ihnen hier sage, widersprochen wird, nämlich dass dies wahrscheinlich einer der ersten Versuche eines Massenverbrechens mit islamophoben und rassistischen Untertönen ist».

Auf die Motive angesprochen, bezeichnete der französische Innenminister Laurent Nuñez die Tat als «terroristisches Verbrechen» und erklärte: «Die Ermittlungen müssen ihren Lauf nehmen, aber die Anklagepunkte, aufgrund derer die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat, erscheinen mir ganz klar und eindeutig.» Er fügte hinzu: «Die Ermittlungen laufen noch, aber es handelt sich um eine äusserst schwere Tat.»

Wer sind die Opfer?

Bei dem Todesopfer handelt es sich um einen 26-jährigen Mann aus Poissy. Laut «Le Figaro» wurde das Mädchen mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Spital Necker gebracht. Nicolas Dainville, Bürgermeister der Nachbargemeinde von Trappes, La Verrière, erklärte, das zwölfjährige Kind sei bei der Attacke «achtmal getroffen» worden.

Ein 21-Jähriger wurde von mehreren Schüssen getroffen und ins Spital Percy eingeliefert. Zwei weitere Opfer im Alter von 29 und 48 Jahren wurden durch Schüsse verletzt. Ali Rabeh bezeichnete sie als «Reinigungskräfte» Eine der beiden Personen befindet sich in kritischem Zustand, die andere wurde weniger schwer verletzt.

Wie ist die Tat abgelaufen?

Kurz nach 10.30 Uhr eröffnete der Mann nach Angaben zahlreicher Zeugen das Feuer auf Passanten. Der Angreifer soll mit einem Fahrzeug auf der Hauptstrasse zwischen Trappes und Coignières unterwegs gewesen sein.

Wenig später wurde er auf dem Parkplatz einer Filiale des Geräteverleihunternehmens Kiloutou in der angrenzenden Gemeinde La Verrière gefasst.

Der Verdächtige wurde auf dem Parkplatz einer Kiloutou Filiale festgenommen.

Der Verdächtige wurde auf dem Parkplatz einer Kiloutou Filiale festgenommen.AFP

So reagiert Macron

Auf X äusserte Emmanuel Macron seine «tiefe Erschütterung über den Angriff mit einer Schusswaffe in Trappes und La Verrière».

Er fügte hinzu: «Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien sowie bei allen Einwohnerinnen und Einwohnern des Départements Yvelines. In dieser schrecklichen Prüfung steht die Nation an ihrer Seite.»

Zugleich sprach der französische Präsident den Sicherheitskräften seine Anerkennung aus, weil sie den Täter rasch festgenommen hätten.

Karin Leuthold

Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.

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