Schwiegereltern reagieren betroffen auf Babynews – Schwangere ist erschüttert: „Freuen sich nicht über Enkel“

Stand: 10.08.2026, 06:09 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Eine werdende Mama teilt ihre Enttäuschung über ihre Schwiegereltern: Diese reagierten auf die Babynews nicht mit Jubel, sondern mit Betroffenheit.

Frankfurt – Wenn eine Schwangerschaft verkündet wird, erhoffen sich werdende Eltern in der Regel Freude, Umarmungen und vielleicht ein paar Freudentränen. Dass die Nachricht aber auch Sorgenfalten auslösen kann, erlebte kürzlich eine 39-Jährige, die genau diese Erfahrung auf Reddit teilte.

Eine Frau mit Babybauch Hand hält positiven Schwangerschaftstest in die Kamera. (Symbolbild)

Die Verkündung einer Schwangerschaft ist für viele werdende Eltern ein besonders emotionaler Moment. (Symbolbild) ©  IMAGO/Zoonar

Im deutschsprachigen Subreddit r/Ratschlag – einer Community mit rund 482.000 wöchentlichen Besucherinnen und Besuchern – schilderte die Verfasserin ihre Situation. Sie und ihr 42-jähriger Freund erwarten ein Kind. Als sie die Neuigkeit den Eltern ihres Partners mitteilten, fiel die Reaktion alles andere als herzlich aus. „Sie wirkten doch eher nachdenklich“, schreibt sie.

„Sehen im 5. Enkel eher eine weitere Verpflichtung“

Der Grund für die verhaltene Reaktion stellte sich allmählich heraus: Die Schwiegereltern hatten schlicht nicht damit gerechnet, dass das Paar noch Kinder bekommen würde – offenbar aufgrund des Alters. Der Freund hat zwei Geschwister, die zusammen vier Kinder haben, die beiden jüngsten erst im vergangenen halben Jahr geboren. Für all diese Enkel hatten die Großeltern Geld angelegt und Teile der Erstausstattung – darunter Kinderwagen – finanziert. Zuletzt hatten sie für die beiden anderen Familien „noch größere Anschaffungen“ übernommen, wie die Verfasserin des Postings berichtet. Für ein fünftes Enkelkind war offenbar weder finanziell noch emotional Platz eingeplant.

„Meine Schwiegereltern sehen im 5. Enkel eher eine weitere Verpflichtung, als dass sie sich freuen“, schreibt die Frau. Das treffe sie tief, auch wenn sie und ihr Partner finanziell gut aufgestellt seien und keine Unterstützung benötigten. Genau das hätten sie den Schwiegereltern auch klar kommuniziert. Doch diese fühlten sich dennoch verpflichtet, weil sie die anderen Geschwister ebenfalls unterstützt hatten. „Total blöde Situation, weil das unsere Freude aufs Baby überlagert hat“, fasst sie zusammen. Sie hoffe, dass sich das schlechte Gefühl, ihr Nachwuchs sei „der unbeliebte fünfte Enkel on top“, mit der Zeit lege.

Ungleichbehandlung immer wieder Streitthema in Familien

In der Kommentarspalte zeigen viele Nutzerinnen und Nutzer Verständnis für die Enttäuschung – gleichzeitig versuchen manche, die Reaktion der Schwiegereltern einzuordnen. Ein Nutzer schreibt, er lese aus dem Posting vor allem heraus, dass sich die Großeltern finanziell verkalkuliert hätten und nun Scham empfänden, weil sie alle Enkel gleich behandeln wollten. Eine Nutzerin pflichtet bei: „Eigentlich natürlich eine sehr ehrenhafte Einstellung.“ Und: „Aber wenn es die Freude über den Enkel überdeckt, ist das im Gesamtbild ärgerlich.“ Ein weiterer Kommentar bringt es auf den Punkt: „Nicht die Kohle macht die Großeltern – das Herz tut das!“

Eine andere Nutzerin schildert, was ihre Schwägerin bei ihrer Hochzeit erlebte: Als die Standesbeamtin die Schwiegereltern fragte, ob sie aufgeregt seien, antwortete die Schwiegermutter: „Nein, wir sind nicht aufgeregt, das ist nichts Besonderes mehr für uns. Unser Ältester hat schon geheiratet.“ Und das war noch nicht alles: Nach der Trauung kam dieselbe Frau als Erstes auf die Braut zu – nicht um zu gratulieren, sondern um zu bemerken: „Also dein Make-up ist ja schon sehr schlicht, das sieht man ja fast gar nicht.“

Im turbulenten Familienalltag: Unser Newsletter erleichtert Eltern das Leben

Unser Newsletter „Familienzeit“ versorgt Sie mit kreativen Beschäftigungsideen, praktischen Tipps für den Familienalltag und Inspiration für kleine Auszeiten zwischendurch.

Hier geht es direkt zur Anmeldung

Versendet wird der Newsletter von unserem Partner-Portal Hallo:Eltern.

header-hallo-eltern-newsletter

Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie tolle Tipps und Aktivitäten für die ganze Familie. © Imago/Westend61

Ein weiterer Nutzer berichtet von seiner eigenen Kindheit: Seine Großeltern wollten kurz vor seinem 18. Geburtstag das Sparbuch seiner älteren Schwester plündern, um ihm die Hälfte auszuzahlen – das Geld war jedoch längst ausgegeben, die Schwester hatte es in eine Reise nach Neuseeland investiert. Es folgten Diebstahlvorwürfe gegen die Schwester. Und zu Weihnachten, so erinnert er sich, bekamen er und seine Schwester Socken und Mandarinen – während Cousins und Cousinen mit großen Lego-Sets und Puppenhäusern beschenkt wurden. „Wir waren eben nicht die Lieblingsenkel. Und das haben wir zu spüren bekommen“, schreibt er.

Was sich Eltern wirklich von Großeltern wünschen

Der Fall reiht sich ein in eine Reihe ähnlicher Diskussionen, in denen Erwartungen von Eltern und Großeltern aufeinanderprallen – und die Frage aufwerfen, was eine gute Großeltern-Enkel-Beziehung eigentlich ausmacht. Die amerikanische Bloggerin und Kommunikationsberaterin DeeDee Moore, die auf ihrer Plattform „More Than Grand“ Großeltern Tipps für den Familienalltag gibt, beschäftigt sich genau mit diesem Thema. In ihrem Artikel „What Do Parents Really Want from Grandparents?“ schreibt sie: Eltern wünschten sich in erster Linie Großeltern, die sich über ihr Enkelkind freuen, Meilensteine feiern und über kleine Fehler ihrer erwachsenen Kinder hinwegsehen können – kurz: Partner in der Erziehung, auf die man sich verlassen kann.

Moore beschreibt zudem, wie leicht sich Großeltern – oft unbewusst – von ihren erwachsenen Kindern entfremden können, wenn Erwartungen aneinander vorbeilaufen: Besuche werden kürzer, Einladungen seltener, ohne dass die eigentliche Ursache je ausgesprochen wird. Ihr Rat: einfach fragen, was den Eltern wichtig ist – im besten Fall schon, bevor das Baby da ist.

Ob sich die Situation der werdenden Mutter mit der Zeit entspannt, bleibt offen. Manche Kommentare raten zur Geduld: „Lasst den Schwiegereltern etwas Zeit, den ersten ‚Schock‘ zu verdauen. Sie sind ja offensichtlich gern Großeltern und werden es auch für euer Kind sein.“ Andere plädieren dafür, den Fokus ganz zu verschieben: „Anstatt Geld und teure Geschenke gibt es ab jetzt für alle Enkel einfach bedingungslose Liebe. Mehr braucht es nämlich nicht!“ (Quelle: Reddit; morethangrand.com)