Schwappt das Paris-Chaos nach München? Gen Z kündigt Proteste für nächste Woche an

Stand: 21.10.2026, 13:48 Uhr

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Die Proteste und damit teils einhergehenden Ausschreitungen in Paris und anderen Städten Frankreichs sorgen für Aufsehen – regen sie auch zum Nachahmen an?

München – Es war gewissermaßen nur eine Frage der Zeit, bis es erste Proteste auch außerhalb Frankreichs nach dem Pariser Vorbild geben wird. In ganz Europa organisieren sich derzeit meist junge Menschen zu Demonstrationen, kündigen teils aggressiv ein ähnliches Vorgehen wie in Frankreich an. Es scheint, als würde die Protestwelle nun auch nach München schwappen – eine kleine, unangekündigte Demo gab es bereits.

Mehrere Tage lang sorgten extreme Ausschreitungen in Paris für internationale Aufmerksamkeit. Kann die Protestwelle auch München erfassen?

Mehrere Tage lang sorgten extreme Ausschreitungen in Paris für internationale Aufmerksamkeit. Kann die Protestwelle auch München erfassen? © IMAGO / ZUMA Press Wire

Gen Z-Demo an Halloween: Bayerns Justiz befürchtet Ausschreitungen wie in Frankreich

„Wir sind junge Menschen, die nicht länger zusehen wollen, wie über unsere Zukunft entschieden wird, ohne dass wir gehört werden.“ Mit diesen Worten kündigt ein Zusammenschluss meist junger Menschen an, am 31. Oktober auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. In dem Positionspapier, das auch die Forderungen der Proteste enthält und auf der Website „Genz-regelt.de“ abzurufen ist, beziehen sich die Organisatoren eindeutig auf die Demonstrationen in Frankreich, und schreiben: „In Frankreich, Belgien und Spanien protestieren Jugendliche bereits. Der Funke ist nach Deutschland übergesprungen: Erste Solidaritätsaktionen mit den Schüler:innenprotesten in Frankreich haben schon stattgefunden.“

Unser Protest ist friedlich.

Aber: Deutlich machen die Organisatoren auch, dass sie friedlich demonstrieren wollen. „Unser Protest ist friedlich, ohne Ausnahme. Gewalt gegen Menschen oder Sachen widerspricht allem, wofür wir stehen. Nur friedlich können wir gemeinsam etwas erreichen.“ Das Problem: Auch ein Großteil der Demonstranten in Frankreich dürfte friedlich protestiert haben wollen. Wenn sich aber gewaltbereite Extremisten unter die friedlichen Demoteilnehmer mischen, kann die Lage schnell eskalieren.

Eine strenge Ausgangssperre sorgt derzeit erstmals für etwas Ruhe.

Eine strenge Ausgangssperre sorgt derzeit erstmals für etwas Ruhe. © IMAGO / Anadolu Agency

Dies befürchtet man auch in München, wo der Protest am 31. Oktober am Marienplatz stattfinden soll. Gegenüber dem landesweiten Radiosender „Antenne Bayern“ betont Bayerns neuer Justizminister Josef Schmid (CSU): „Wir dulden es überhaupt nicht, wenn hier zu Rechts-Untreue aufgerufen wird – zu Gewalt. Wir sind schon im Austausch mit dem Bayerischen Staatsministerium des Inneren. Wir werden unsere Staatsanwälte an diesem Tag in besondere Bereitschaft versetzen und wir werden keinen Jota-Rechtsbruch zulassen.“

Positionspapier nennt Forderungen der Demo-Teilnehmer – bleibt es friedlich an Halloween?

Ein Countdown auf der Protest-Website zählt die Minuten bis zur Demo. Bislang (Stand 21. Oktober, 13.30 Uhr) haben sich knapp 10.000 Menschen für die Demo angemeldet. Sie gehen laut Positionspapier für „Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und ein bezahlbares Leben, gegen die Wehrpflicht und gegen einen Sparkurs auf unserem Rücken“ auf die Straße. An Halloween wird sich zeigen, ob die Proteste friedlich bleiben. (Quelle: Genz-regelt, eigene Recherche, Antenne Bayern), (fhz)