Schwarzer Tag in Magdeburg
Stand: 06.09.2026, 22:07 Uhr
Kommentare

Die AfD holt bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich mehr als 40 Prozent.
Schock in Magdeburg: Die AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt noch deutlich mehr Stimmen gewonnen, als die Umfragen vorhergesagt hatten. Sie hängte die regierende CDU mit einem Abstand von mehr als 25 Prozentpunkten ab. Die Linke, die SPD und die Grünen schafften den Wiedereinzug in den Landtag. Ob das BSW über die Fünf-Prozent-Hürde kommt, war am Abend noch nicht sicher. Die FDP schafft den Wiedereinzug in den Landtag demnach nicht.
Die Wahl könnte eine historische Zäsur bedeuten. Denn die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund strebt nach ihrem starken Abschneiden nun nach der Regierung in Sachsen-Anhalt. Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs könnte damit eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei in einem Bundesland an die Macht gelangen – wenn sie Unterstützung findet. Für eine Alleinregierung reicht es laut Hochrechnungen von ARD und ZDF nicht.
Für eine Mehrheit im Landtag müsste eine Koalition 42 Sitze umfassen. Die AfD könnte je nach Hochrechnung 39 bis 41 Sitze erreichen. Mit der Partei wollen CDU, SPD, Grüne und Linke nicht zusammenarbeiten. Eine entscheidende Rolle könnte dem BSW zukommen. So die Partei ins Parlament einzieht, würden sich die Kräfteverhältnisse verschieben.
Die Wunsch-Konstellation von CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze und Bundeskanzler Friedrich Merz wird voraussichtlich nicht zustande kommen. Für CDU, SPD und Grüne wird es nicht zu einer Mehrheit reichen.
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann bezeichnete die massiven Wahlverluste der CDU als „sehr schweres Ergebnis“. In der ARD sagte sie: „Das macht auch was mit uns als Christdemokraten.“ Sie bekräftigte, die CDU werde nicht mit der AfD zusammenarbeiten. In der CDU in Sachsen-Anhalt gab es erste Forderungen nach einem Rücktritt von Ministerpräsident und Landeschef Sven Schulze.
Die Wahlbeteiligung erreichte einen Rekordwert von 76,9 bis 78,1 Prozent (2021: 60,3 Prozent). Knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigte durften abstimmen. Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt war die am meisten beachtete der vergangenen Jahre in einem Bundesland. Auch internationale Presse berichtete aus Magdeburg.