Schweiz: 1.800 Energiegemeinschaften in sechs Monaten gegründet - Golem.de

Der Erfolg hängt mit Vergünstigungen beim Netzentgelt und der Unterstützung durch die Netzbetreiber zusammen. Das gilt aber nicht überall.

Das Bergdorf Roseto in der Südschweiz (Bild: AFP via Getty Images/Fabrice Coffrini)

Das Bergdorf Roseto in der Südschweiz Bild: AFP via Getty Images/Fabrice Coffrini

Laut dem schweizerischen Branchenverband Swissolar(öffnet im neuen Fenster) ist die Möglichkeit der Gründung von Energiegemeinschaften, auch Energy Sharing genannt, seit Anfang 2026 überraschend oft genutzt worden. Demnach gibt es bereits 1.800 lokale Elektrizitätsgemeinschaften, wie sie in der Schweiz bezeichnet werden.

Im Durchschnitt haben sich demnach sieben Teilnehmer zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen, wobei ein Teilnehmer auch mehrere Verbrauchs- oder Produktionsstellen umfassen kann. Nur 22 Prozent aller Teilnehmer stellen den Daten nach selbst Strom zur Verfügung, 78 Prozent verbrauchen ausschließlich geteilten Strom.

Allerdings sollen die Elektrizitätsgemeinschaften in der Schweiz sehr ungleich verteilt sein und auch bei der Anzahl der Teilnehmer gebe es erhebliche Schwankungen.

Nachbesserungen gefordert

Laut Swissolar lässt sich insbesondere die ungleiche Verteilung durch die Ausstattung der jeweiligen Verteilnetzbetreiber erklären. Je besser deren Prozesse und vor allem die IT-Systeme für den Aufbau eines solchen Zusammenschlusses geeignet seien, umso mehr Gemeinschaften seien bereits gegründet worden. In den Gebieten einiger Netzbetreiber soll es noch gar keine derartigen Gemeinschaften geben. Namen nennt Swissolar nicht.

Auch in Deutschland kann man mittlerweile das Energy Sharing nutzen. Anders als in der Schweiz muss jedoch das volle Netzentgelt entrichtet werden, zudem mangelt es an intelligenten Messeinrichtungen in Privathaushalten.

In der Schweiz dagegen gilt ein um 40 Prozent reduziertes Netzentgelt bei gemeinsamer Nutzung in derselben Gemeinde. Intelligente Messsysteme, die den Stromverbrauch in Echtzeit erfassen und damit Grundvoraussetzung zur gemeinsamen Stromnutzung sind, sollen bis 2027 in der großen Mehrheit der Haushalte vorhanden sein.

Es gibt allerdings schon Forderungen, die lokalen Elektrizitätsgemeinschaften noch attraktiver zu gestalten. So soll das erhobene Netzentgelt noch weiter verringert werden und die Ausdehnung der Zusammenschlüsse soll zukünftig auch über Gemeindegrenzen hinweg möglich sein. Noch müssen sich die Teilnehmer im selben Ort befinden.

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