Viele Tote, hunderte Verletzte: Schwerer Angriff auf Riads Flughafen

Viele Tote, hunderte Verletzte

Auf den Hauptflughafen der saudischen Hauptstadt Riad ist am Samstag der dritte schwere Angriff innerhalb weniger Tage ausgeübt worden. Dabei gab es laut Luftfahrtbehörde mindestens ein Dutzend Toter und mehr als 300 Verletzte. Der neuerliche Angriff – mutmaßlich von den jemenitischen Huthi-Rebellen – ist ein schwerer Schlag für die Saudis.

Online seit gestern, 23.07 Uhr

(Update: heute, 0.32 Uhr)

Zunächst hatten die Behörden „nur“ von Verletzten gesprochen. Laut anderen Angaben wurde ein Passagierjet getroffen. Der Flugebetrieb wurde eingestellt und westliche Botschaften warnten eigene Bürgerinnen und Bürger davor, sich dem Flughafen zu nähern. Die tödlichen Angriffe tief im Landesinneren haben die saudische Verteidigungsfähigkeit schwer erschüttert.

Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hat in letzter Zeit ihre Angriffe auf das benachbarte Saudi-Arabien verstärkt und sich zuvor zu Anschlägen auf den Flughafen von Riad und andere Einrichtungen auf saudischem Gebiet bekannt. Von der Rebellengruppe gab es zunächst kein Bekennerschreiben zu dem Angriff vom Samstag.

Rettungswägen vor dem Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad
Chaos auf dem King-Khalid-Flughafen von Riad nach dem neuerlichen Angriff

Drei Tote bei Angriff am Donnerstag

Zuletzt war der Flughafen am Donnerstag angegriffen worden. Drei saudische Staatsangehörige kamen ums Leben, weitere wurden verletzt.

US-Präsident Donald Trump, der sich bisher weigert, seinem Verbündeten Saudi-Arabien gegen die Huthis zu Hilfe zu kommen, obwohl Riad die USA im Iran-Krieg teils aktiv unterstützte, sagte nach dem neuerlichen Angriff am Samstag, er überlege nun, die saudischen Schläge gegen die Huthis im Jemen zu unterstützen.

Trump dürfte sich bisher auch deshalb zurückhalten, weil die Huthis zuletzt in einer rasanten Entwicklung, wichtige Teile an der Küste eroberten und die Meerenge des Bab al-Mandab, das das Rote Meer mit dem Golf von Aden (und damit dem Indischen Ozean) verbindet, weitgehend unter ihre Kontrolle brachten. Das droht – neben der Straße von Hormus – einen weitere wichtigen Handelsweg und vor allem Exportweg für saudisches Öl zu blockieren.

Rückschlag für saudische Ambitionen

Zahlreiche Fluglinien hatten bereits nach dem Angriff am Donnerstag ihre Flüge nach Riad eingestellt, darunter die Lufthansa und Air India. Dies ist ein Rückschlag für die saudischen Ambitionen, ein internationaler Hub zu werden.

The Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) warnte vor der zunehmenden Fähigkeit der Huthis, Ziele im Landesinneren Saudi-Arabiens zu treffen. Die EASA warnte vor einer zunehmenden Gefahr, dass Zivilflugzeuge nicht erkannt werden könnten.

Konflikt mit Huthis eskaliert

Hintergrund der jüngsten Angriffe ist eine militärische Eskalation zwischen den Huthi und den von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen im vom Krieg zerrütteten Jemen. Die Huthi kämpfen seit mehr als einem Jahrzehnt gegen die international anerkannte Regierung des Jemen. Es ist zugleich bis zu einem gewissen Grad ein regionaler Stellvertreterkrieg zwischen Riad und Teheran.

Der UNO-Sonderberichterstatter Hans Grundberg sagte im Sicherheitsrat, dass die Lage im Jemen weiter „extrem beweglich“ sei. Die Zivilbevölkerung würden unter der Eskalation, in dem Land, das sich seit langem in einer humanitären Notlage befindet und ständig von einer Hungersnot bedroht ist, am stärksten leiden.