Schweres Erdbeben verwüstet Westkolumbien – mehr als 50 Menschen tot

Stand: 10.08.2026, 20:25 Uhr

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Ein Beben der Stärke 7,4 erschüttert Kolumbien. Besonders Pereira und Manizales trifft es hart – Gebäude stürzen ein, Hunderte werden verletzt.

Bogotá – Update von Montag, 10. August 2026, 20:25 Uhr: Die Zahl der Toten bei dem schweren Erdbeben in Kolumbien steigt weiter – inzwischen auf mehr als 80. Allein in der schwer getroffenen Stadt Pereira westlich der Hauptstadt Bogotá wurden inzwischen 47 Todesopfer registriert, wie Polizeichef Óscar Leonel Ochoa in einem Interview des Radiosenders Caracol Radio sagte.

Update von Montag, 10. August 2026, 19:47 Uhr: Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien mehren sich die Berichte über Tote, Hunderte Verletzte und schwere Schäden in mehreren Landesteilen. Im Departamento Valle del Cauca kamen nach Angaben der Gouverneurin Dilian Francisca Toro mindestens 27 Menschen ums Leben, darunter drei Kinder. Die Zahl schließt die Hauptstadt Cali nicht mit ein.

Im Departamento Chocó meldete die Regionalregierung vorläufig vier Tote und 69 Verletzte. In mehreren Gemeinden wurden Schäden an Wohnhäusern, Gebäuden sowie öffentlicher und privater Infrastruktur festgestellt. Auch Stromversorgung, Telefonie und andere Kommunikationsverbindungen waren demnach beeinträchtigt. Die Behörden betonten, dass die Zahlen noch steigen könnten. Die Schäden werden erst noch weiter aufgenommen.

Erstmeldung von Montag, 10. August 2026, 19:24 Uhr: Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 hat Kolumbien erschüttert und mehr als 50 Menschenleben gefordert. Das geht aus Angaben mehrerer Bürgermeister des südamerikanischen Landes hervor. Allein in der Stadt Pereira westlich der Hauptstadt Bogotá starben demnach mindestens 18 Menschen, Dutzende weitere wurden verletzt. Es wird befürchtet, dass die Opferzahl weiter steigt.

Nach einem Erdbeben werden Patienten aus einem Krankenhaus evakuiert.

Nach einem Erdbeben werden Patienten aus einem Krankenhaus evakuiert. © Santiago Saldarriaga/dpa

Der Bürgermeister von Pereira, Mauricio Salazar, und sein Amtskollege aus Manizales, Jorge Rojas, bestätigten die Todesfälle jeweils in Interviews mit dem Radiosender Caracol Radio. In Manizales kamen mindestens drei Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Mehr als zehn Gebäude stürzten dort ein, weitere Häuser wurden schwer beschädigt – auch ein Turm der örtlichen Kathedrale trug Schäden davon.

Aus Cali meldete der Bürgermeister mehr als 20 eingestürzte Gebäude, in denen Menschen eingeschlossen sein sollen. In Quibdó, der Hauptstadt des westkolumbianischen Departamentos Chocó, herrschte nach dem Hauptbeben und mehreren Nachbeben zeitweise Panik. Gouverneurin Nubia Carolina Córdoba berichtete von Verletzten und schweren Schäden an Gebäuden.

Epizentrum nahe San José del Palmar

Das Beben ereignete sich um 7:34 Uhr Ortszeit. Sein Epizentrum lag nach Angaben des Kolumbianischen Geologischen Dienstes (SGC) nahe San José del Palmar im Departamento Chocó, in einer Tiefe von 96 Kilometern. Der US-amerikanische Geologische Dienst (USGS) gab eine Tiefe von 107 Kilometern an.

Anwohner und Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes, nachdem ein Erdbeben die kolumbianische Stadt Cali erschüttert hat.

Anwohner und Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes, nachdem ein Erdbeben die kolumbianische Stadt Cali erschüttert hat. © Santiago Saldarriaga/dpa

Zu spüren waren die Erschütterungen unter anderem in Bogotá, Medellín, Cali, Popayán, Armenia, Pereira und Manizales. In sozialen Netzwerken kursierten Videos, die zerstörte Gebäude sowie Menschen zeigten, die in Panik auf die Straßen flüchteten. Auch mehrere Flughäfen waren betroffen. Berichten zufolge war das Beben zudem in den Nachbarländern Venezuela, Ecuador und Panama spürbar.

Präsident richtet Krisenstab ein

Der erst kürzlich vereidigte Präsident Abelardo de la Espriella ordnete die Einrichtung eines gemeinsamen Krisenstabs in San José del Palmar an. Dieser soll unter anderem die Hilfe für Betroffene koordinieren. Der Präsident forderte zudem einen detaillierten Bericht über die Lage vor Ort und den dringendsten Hilfsbedarf.

De la Espriella kündigte an, persönlich nach Pereira zu reisen. Kurz nach dem Hauptbeben registrierte der Kolumbianische Geologische Dienst zudem ein Nachbeben der Stärke 4,6 im ebenfalls im Departamento Chocó gelegenen Nóvita. (Quellen: dpa, Caracol Radio) (han)