„Schwindlig, durchgerüttelt & keinen Meter weiter“: Kult-Kabarettist über Münchens olympische Achterbahnfahrt

Stand: 03.10.2026, 07:00 Uhr

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Helmut Schleich macht sich Gedanken über Markus Söder und Dominik Krause in der Achterbahn.

Kabarettist Helmut Schleich macht sich Gedanken über Markus Söder und Dominik Krause in der Achterbahn. © AFP, Achim Schmidt

Bayerns Ministerpräsident misst 1,94 Meter, erlaubt sind 1,95. Was das Foto über Münchens Olympia-Bewerbung verrät, kommentiert Kabarettist Helmut Schleich.

München – Ich wusste gar nicht, dass man im Olympia-Looping nur bis 1,95 Meter Größe mitfahren darf. Olympia ist doch eigentlich für alle. Braucht’s für Zwei-Meter-Menschen einen Paralympic-Looping?

Markus Söder wäre jedenfalls um ein Haar gescheitert, misst er doch 1,94 Meter. Aber so, wie unser Ministerpräsident drauf ist, hätte er sich für das Foto notfalls die Haare um einen Zentimeter geschnitten und die Schuhe ausgezogen, um dabei zu sein.

Krause und Söder in der Achterbahn: ein Foto wie großes Kino, findet Kabarettist Helmut Schleich

Krause und Söder gemeinsam in der Achterbahn. Und der ganze Hofstaat hinten im Zug mit drin. Ein Foto wie großes Kino. „Ziemlich beste Freunde, Teil 2 – Für ein gutes Foto tun sie alles.“

Dass man das Recht, sich auf nationaler Ebene um olympische Spiele bewerben zu dürfen, feiert, als hätte man vom IOC den Zuschlag für 2036, 40 und 44 gleichzeitig erhalten, ist ein typisches Münchner Phänomen.

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Stadtentwicklung kann so einfach sein

Der nachhaltige Nutzen dieses Events ist ebenso fragwürdig wie die Finanzierung. Und ob München nach dem Desaster 1972 überhaupt noch mal Spiele bekommt, naja. Aber geschenkt, schließlich wird jetzt alles gut. Straßen, U-Bahnen, Radwege, Wohnungen, einfach alles. Stadtentwicklung kann so einfach sein.

Da kann man schon mal Olympia-Looping fahren.

Dass es zum Wesen einer Achterbahn untrennbar dazu gehört, am Ende schwindlig und durchgerüttelt genau wieder dort anzukommen, wo man losgefahren ist, das steht auf einem ganz anderen Blatt.