Sean Connery: Warum der James-Bond-Darsteller angespuckt werden wollte
Man solle nie seine Helden treffen, heißt es. Bittet ein Held jedoch darum, ihm beruflich ins Gesicht zu spucken, dürfte das Eis schnell gebrochen sein. Dazu drängte der bereits verstorbene Schauspieler Sean Connery offenbar seinen Darstellerkollegen Ron Perlman, 76, bei den Dreharbeiten zu »Der Name der Rose« in den Achtzigerjahren. »Er war mein Held«, erinnert sich »Hellboy«-Darsteller Perlman an die Arbeit mit dem legendären James-Bond-Darsteller im britischen »Guardian« . Er habe es deshalb nicht über sich bringen können, als die Szene gefilmt werden sollte, in der Perlman seinem Idol Connery ins Auge spucken sollte.
Da habe Connery ihn zur Seite genommen, so Perlman, und eine klare Ansage gemacht: »Ron, wenn du mir nicht ins Gesicht spuckst, werden wir den ganzen verdammten Tag hier sein.« Perlman, der in der Verfilmung des Weltbestsellers von Umberto Eco aus dem Jahr 1986 den buckligen Mönch Salvatore gibt, tat ihm den Gefallen.
Und nicht nur einmal: »Das Problem war, dass nicht nur aus einem einzigen Blickwinkel gefilmt wurde, sondern auch aus verschiedenen anderen Perspektiven«, zitiert der »Guardian« den Schauspieler. »Ich muss Sean Connery an diesem Tag bestimmt 16 Mal ins Gesicht gespuckt haben.« Ein wohlverdienter Feierabend für alle Beteiligten.
Connery kann sich jedoch ohnehin nicht beschweren, so sehr wie er offenbar um die Rolle des mordermittelnden Mönchs William von Baskerville kämpfte. Denn eigentlich habe er die Rolle mit einem unbekannten Schauspieler besetzen wollen, sagt Jean-Jacques Annaud im Gespräch mit dem »Guardian«. Connerys Agent habe mehrfach das Interesse seines Klienten hinterlegt, bis Connery plötzlich persönlich an Annauds Bürotür geklopft habe.
»Listen, boy«, soll Connery gesagt haben, hör mal zu. Er habe das Drehbuch vorgelesen, so erinnert sich Annaud. Es habe geklungen, wie er es sich vorgestellt habe, als er das Buch gelesen habe. Worauf er sich da einließ, wusste Connery also.
Sean Connery war einer der besten Filmschauspieler der Geschichte – und auf jeden Fall der lässigste. 2020 starb er im Alter von 90 Jahren auf den Bahamas. Einen damals erschienenen Nachruf zu seinem Tod lesen Sie hier.