Sean Luca traf Wincent Weiss: Für den 19-Jährigen ging ein Herzenswunsch in Erfüllung
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Sean Luca traf Wincent Weiss Für den 19-Jährigen ging ein Herzenswunsch in Erfüllung
Homburg · Sean-Luca kämpft seit fast einem Jahrzehnt darum, wieder gesund zu werden. Neun Operationen am Gehirn musste er über sich ergehen lassen. Den Mut und die Entschlossenheit, sich ein schönes Leben aufzubauen, hat er darüber nicht verloren. Sean-Luca sucht nun einen Ausbildungsplatz. Und hat starke Helfer an seiner Seite.
19.08.2026 , 20:00 Uhr
Sean Luca und Pauline haben in ihren jungen Leben bereits sehr viel mitgemacht.
Foto: Stefan Holzhauser
Es gibt Termine, die dem Chronisten zu Herzen gehen. Das war der Fall bei der Wünscheaktion „Wenn ich nur einmal...“ von Wohltätigkeitsorganisator Thomas Höchst sowie der Kreissparkasse (KSK) Saarpfalz. Es geht darum, sozial benachteiligten Kindern sowie Jugendlichen und Kindern mit gesundheitlichen Herausforderungen ganz persönliche Herzenswünsche zu erfüllen.
Zusammenarbeit für die gute Sache
Diese Aktion ist Teil einer langfristig angelegten Zusammenarbeit zwischen Höchst und der KSK Saarpfalz. Gemeinsam wollen sie soziale Projekte in der Region unterstützen.
Um die finanzielle Seite kümmert sich die KSK Saarpfalz mit jeweils 500 Euro pro Projekt. Die jüngsten Geldzuwendungen erhielten die Awo-Tagesgruppe Bexbach sowie die Franz-Carl-Schule, eine Förderschule in Blieskastel (wir berichteten). Auch vom Schicksal hart geprüfte Einzelpersonen erhalten Hilfe von Höchst und dem KSK-Team.
Dieses Mal sollte eigentlich Pauline (11) aufgrund von mehrfachen gesundheitlichen Herausforderungen ein Herzenswunsch erfüllt werden – sie verzichtete jedoch darauf und bat, stattdessen den 19-jährigen Sean-Luca zu beschenken.
Applaus für eine noble Geste
Diese noble Geste bescherte Pauline bei der Zusammenkunft im Homburger KSK-Gebäude einen langen Applaus. Für Sean-Luca wird der Sommer 2017 für immer eine ganz besondere Bedeutung haben. „Ich hatte damals immer mehr Durst bekommen. Daher trank ich viel und musste oft auf die Toilette“, schilderte Sean-Luca die damaligen Geschehnisse.
Da dies seiner Mutter nicht normal vorkam, suchten sie einen Arzt auf. Letztlich sei dabei aber nichts festgestellt worden. Ihm sei der Ratschlag erteilt worden, weniger zu trinken. Es deutete zunächst nichts auf eine schlimmere Krankheit hin. Doch am 21. August 2017 brachte dann doch eine MRT-Untersuchung Gewissheit über die Schwere der Erkrankung: Sean-Luca wurde kinderfreundlich erklärt, es sei da ein Bösewicht im Kopf, wo er nicht hingehöre. Und diesen müsse man von dort vertreiben. Was Sean-Luca da erklärt wurde, waren Tumore in seinem Gehirn. Bald folgte ein dreimonatiger Krankenhausaufenthalt.
„Bei einer Parole bekomme ich heute noch Gänsehaut“, sagte Höchst. Er erinnert sich noch gut, was auf einem Armband stand: „Eins werde ich nie tun: aufgeben“. Höchst erklärte: „Sean-Luca hat auch zu keinem Zeitpunkt aufgegeben und wollte unbedingt diese Bösewichte besiegen.“
Doch der Kampf gegen die schwere Krankheit sollte alles andere als leicht werden. 2018 folgte die Fahrt in eine Spezialklinik nach Essen. Dort war eine starke und punktgenaue Bestrahlung möglich.
Ende des Jahres folgte die Diagnose „Krebsfrei“. Dabei hatte Sean-Luca erst kurz zuvor eine schwere Hirnhautentzündung meistern müssen. Damals sah die Prognose der Ärzte alles andere als gut aus, sodass mit dem Allerschlimmsten gerechnet werden musste.
Doch Sean-Luca kämpfte auch in dieser für ihn dramatischen Zeit gegen seine Erkrankung an und manövrierte sich trotz der trüben Prognosen erneut ins Leben zurück. Auch insgesamt neun Operationen konnten den Lebensmut des jungen Mannes nicht brechen. Aktuell sieht es bezüglich seiner Prognosen gut aus – auch wenn immer wieder Rückschläge verkraftet werden mussten.
Der größte Wunsch ist eine Berufsausbildung
Doch was wünscht sich ein junger Mensch, der so viel Negatives erlebt hat? Er hat immer noch Probleme in Sachen Erinnerungsvermögen und Ausdauer. Sein größter Herzenswunsch ist es, eine berufliche Ausbildung beginnen zu können. „Ich weiß aber, dass dies in meinem Fall nicht einfach ist. Ich will dies ja auch längere Zeit machen“, sagte Sean-Luca. Förderer Höchst betonte allerdings beim Treffen bei der KSK, dass man diesbezüglich bereits dran sei, sich entsprechende Gedanken zu machen.
Und Höchst ging auch noch einmal auf den Wunsch ein, der hier bei dieser speziellen Aktion erfüllt wurde: Ein persönliches Treffen mit dem deutschen Popstar Wincent Weiss. Dessen gefühlsbetonte Lieder hatten Sean-Luca stets auf dem schweren Weg zur Genesung begleitet – vor allem der Song „Feuerwerk“. Über einen Internetaufruf gelang es Höchst dann tatsächlich, innerhalb von gerade einmal 48 Stunden den Kontakt zum Management von Weiss herzustellen.
Und bei einem Konzert in Saarbrücken sollte es dann soweit sein: Sean-Luca durfte nicht nur das Konzert hautnah verfolgen, sondern kam auch noch in den Genuss, sich mit diesem Star über eine halbe Stunde lang zu unterhalten.
Dabei durfte der junge Mann viele persönliche Fragen stellen und erhielt auch noch einige persönliche Geschenke von Weiss – und dieser besondere Tag hat Sean-Luca nun noch mehr Kraft gegeben, weiterhin daran zu arbeiten, im Anschluss an viele schwere Jahre positiv nach vorn zu schauen.
So bleibt zu hoffen, dass der 19-Jährige bald einen Ausbildungsplatz erhält und dadurch immer mehr an Selbstständigkeit dazugewinnt. „Das ist ein toller junger Mann, der nie aufgibt“, betonte Höchst, und daher sei er auch „ein absolutes Vorbild für unsere gesamte Gesellschaft“. (ole/loz)