Ironie des Schicksals: Rechtsextremer britischer Einwanderer-Hetzer Yiannopoulos von ICE in den USA festgenommen

Selbst zum „illegalen Einwanderer“ geworden: ICE verhaftet britischen Rechtspopulisten Yiannopoulos

Stand: 29.08.2026, 16:14 Uhr

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Jahrelang hetzte er gegen Einwanderer ohne Papiere. Jetzt ist Milo Yiannopoulos selbst einer – und sitzt in ICE-Haft. Ihm droht die Abschiebung nach Großbritannien.

Washington, D.C. – Die US-Einwanderungsbehörde ICE hat den rechtsextremen britischen Blogger und Kommentator Milo Yiannopoulos festgenommen. Beamte nahmen den 41-Jährigen am Donnerstag am Internationalen Flughafen in New Orleans in Gewahrsam, wie das US-Heimatschutzministerium auf der Plattform X mitteilte. Das Ministerium bezeichnete Yiannopoulos als „illegalen Einwanderer aus dem Vereinigten Königreich“ und versah seinen Post mit einem Polizeifoto des Briten. Bis zu seiner tatsächlichen Abschiebung bleibe er in ICE-Haft.

Der britische rechtsextreme Blogger und Kommentator Milo Yiannopoulos hält eine Rede auf der „Straight Pride“ Parade in Boston, am 31. August 2019. (Archivbild)

Der britische rechtsextreme Blogger und Kommentator Milo Yiannopoulos hält eine Rede auf der „Straight Pride“ Parade in Boston, am 31. August 2019. (Archivbild) © JOSEPH PREZIOSO/AFP

Yiannopoulos war 2019 in die USA eingereist und nach dem Auslaufen seiner Aufenthaltsgenehmigung weiter im Land geblieben. Nachdem er nicht zu einer Anhörung bei der Einwanderungsbehörde erschienen war, erließ ein Einwanderungsrichter am 22. Juli eine endgültige Ausweisungsverfügung gegen ihn. Damit ist der Brite nun offiziell als „illegaler Ausländer“ eingestuft. Yiannopoulos selbst nutzte den Begriff in der Vergangenheit bereitwillig für andere.

Yiannopoulus als Verfechter von Trumps Abschiebepolitik

Die Ironie seiner Festnahme: Yiannopoulos hatte sich öffentlich und wiederholt für ein hartes Durchgreifen gegen Einwanderer ohne gültige Papiere ausgesprochen. Im vergangenen Jahr schrieb er auf X: „Kalifornien braucht ICE-Kontrollpunkte an den Eingängen von Supermärkten, Tankstellen, Einkaufszentren, Kreuzungen und Regierungsgebäuden.“ Wer an solchen Kontrollpunkten keinen legalen Aufenthaltsstatus nachweisen könne, solle „sofort abgeschoben“ werden. Im September 2025, knapp zwei Wochen nachdem ein mexikanischer Einwanderer von der Einwanderungsbehörde erschossen worden war, forderte er auf derselben Plattform „totale rechtliche Immunität für ICE-Beamte im Dienst“, wie CNN berichtet.

Yiannopoulos war über Jahre eines der bekanntesten Gesichter des amerikanischen Rechtspopulismus. Der offen schwul lebende Brite verbreitete Hetze gegen Frauen, Schwarze, Eliten und Liberale und stilisierte sich zum selbsternannten Verteidiger der freien Meinungsäußerung und Feind politischer Korrektheit. Trotz seiner Zugehörigkeit zur LGBTQ-Gemeinschaft wandte er sich wiederholt gegen diese und beschwor stattdessen traditionelle Werte.

Kontroversen um Yiannopoulos – Versuch der Rehabilitation über Kanye West

Seinen Absturz aus der rechten Szene leitete ein Interview ein, das 2017 die Runde machte: Darin verteidigte er Sex zwischen Männern und Jungen. Yiannopoulos verlor seinen Buchvertrag mit dem Verlag Simon & Schuster, die „Conservative Political Action Conference“ (CPAC) strich ihn von der Rednerliste, und das rechtsextreme Onlinemedium Breitbart News, für das er zuvor geschrieben hatte, kündigte ihm.

In den folgenden Jahren versuchte Yiannopoulos, über neue Verbindungen Relevanz zurückzugewinnen. Zuletzt war er vor allem durch seine Zusammenarbeit mit dem US-Rapper Ye, früher bekannt als Kanye West, in Erscheinung getreten. Laut dem Promi-Portal TMZ hatte er fast zwei Jahre lang für ihn gearbeitet, bevor beide 2024 ihre Zusammenarbeit beendeten. Gegenüber Trump, den er im Wahlkampf 2016 noch glühend unterstützt hatte, äußerte er sich zuletzt zunehmend kritisch. Dessen Migrationspolitik hingegen verteidigte er bis zuletzt. (Quellen: dpa/AFP/CNN) (sischr)