Treffen mit Trump: Selenskyj kommt mit Waffenruhe-Vorstoß im Gepäck – Durchbruch im Ukraine-Krieg möglich?

Stand: 21.09.2026, 19:32 Uhr

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Selenskyj und Trump wollen am Rande der UN-Vollversammlung miteinander sprechen. Eine begrenzte Waffenruhe soll Trump besänftigen und neue Verhandlungen ins Rollen bringen.

New York – Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump kommen laut AFP-Informationen am Dienstag in New York zusammen. Das Treffen zwischen dem ukrainischen Staatschef und dem US-Präsidenten findet demnach am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung statt.

Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj

Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj haben nicht das beste Verhältnis – sind sie bei Angriffen auf russische Energieanlagen einer Meinung? © imago/Archivbild

Es wäre ein wichtiges Treffen in einer Phase, in der die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs wieder an Fahrt gewinnen sollen. Selenskyj hatte erst am Sonntag mit Trump telefoniert und anschließend von einer „diplomatischen Dynamik“ in den Friedensbemühungen gesprochen.

Selenskyj weist Trumps Kritik zurück und schlägt begrenzte Waffenruhe vor

Vor dem Treffen hatte Selenskyj jedoch die US-Kritik an ukrainischen Angriffen auf die russische Ölindustrie zurückgewiesen. Trump hatte auf seinem Sprachrohr Truth Social geschrieben, Russland habe im Krieg die Kontrolle über seine Dieselölindustrie verloren und ein großer Teil der Raffinerien sei gesprengt worden.

„Dieser lächerliche und endlose Krieg mit der Ukraine muss beendet werden“, forderte Trump. Schon vor mehr als einer Woche hatte er Selenskyj aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, und ihn für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht. Allerdings wirkt sich besonders der Krieg zwischen den USA und dem Iran auf den globalen Ölmarkt aus.

Selenskyj stimmte der Forderung nach einem Kriegsende grundsätzlich zu, wies die Schuldzuweisung jedoch zurück. Stattdessen erneuerte er seinen Vorschlag einer begrenzten Waffenruhe. „Der ukrainische Energiesektor, kritische Infrastruktur und unsere Lebensmittelexporte dürfen keine Ziele mehr für Russland sein, und das wird zu entsprechenden Deeskalationsschritten von unserer Seite führen“, schrieb er auf X.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte hält sich ebenfalls in New York auf und will Gespräche mit hochrangigen Vertretern führen, bei denen es auch um die weitere Unterstützung für die Ukraine gehen dürfte.

UN-Generaldebatte ohne Merz und Xi

Die diesjährige Generaldebatte der Vereinten Nationen steht im Zeichen mehrerer globaler Krisen: der Kriege in der Ukraine und im Iran sowie der Risiken durch Künstliche Intelligenz. Während Trump und Selenskyj in New York erwartet werden, bleiben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der chinesische Staatschef Xi Jinping dem Treffen fern.

Merz lässt sich zum zweiten Mal in Folge durch Außenminister Johann Wadephul vertreten, der am Samstag vor den Delegierten sprechen soll. Hintergrund sind innenpolitische Schwierigkeiten: Die CDU hat bei den Wahlen in Berlin schlecht und in Mecklenburg-Vorpommern katastrophal abgeschnitten.

Trumps Iran-Krieg dürfte ebenso im Fokus stehen

Wie gewohnt dürfte aber ohnehin Donald Trump den Auftakt der Generaldebatte erneut dominieren. Vergangenes Jahr hatte er die UN in einer rund einstündigen Rede frontal angegriffen und ihr Versagen bei der Friedensstiftung unterstellt. Dabei dürften in diesem Jahr der von Trump mitausgelöste Krieg gegen den Iran und seine weltweiten Folgen für Diskussionen sorgen.

UN-Generalsekretär António Guterres warnte bereits vor der Generaldebatte eindringlich vor der Lage: „Wenn wir den Russland-Ukraine-Krieg sehen und wenn wir den gesamten Nahen Osten betrachten, wird die Lage jeden Tag ein bisschen schlimmer.“ Irans Präsident Massud Peseschkian will sich derweil am Mittwoch an die Staats- und Regierungschefs in New York richten. (Quellen: dpa, AFP) (nak)