Selfstorage boomt: 32 Anbieter lagern aus, was nicht in die Wohnung passt
Stand: 18.07.2026, 06:25 Uhr
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In Bremen haben sich 32 Selfstorage-Anbieter angesiedelt. Familien mieten die Lagerräume oft nur für zwei Wochen – dann können sie ohne Frist wieder ausziehen.
Bremen – In den vergangenen zehn Jahren ist die Bevölkerung in Bremen laut dem Monitoring Wohnen und Bauen des Senats um mehr als fünf Prozent gewachsen. 30.000 zusätzliche Einwohner im Vergleich zu 2015. Damit zählt die Hansestadt zu den deutschen Großstädten mit der dynamischsten Bevölkerungsentwicklung.
Mehr Menschen benötigen Wohnraum, doch gerade für Familien wird zusätzlicher Platz zunehmend zur Herausforderung. Laut Monitoring liegen die Werte für Kaufpreise und Mieten in den zentralen Stadtteilen Bremens deutlich über denen in den Randlagen. Größeren und erschwinglichen Wohnraum zu finden, ist somit weiter schwierig. Als Gründe gelten auch die weiterhin hohe Nachfrage und der geringe Leerstand. Gleichzeitig beschreibt das Monitoring einen sogenannten „Lock-in-Effekt“. Demnach bleiben Mieter häufiger in ihren aktuellen Wohnungen, obwohl diese nicht mehr vollständig zu ihren Bedürfnissen passen. Besonders betroffen sind hierbei Haushalte mit Kindern und Jugendlichen.
Bedarf in Bremen offenbar groß
Viele Menschen suchen deshalb nach temporären Alternativen – und manch einer wählt dafür Lagerflächen, die gegen Gebühr angeboten werden. Bekannt ist das unter dem Stichwort Selfstorage (Selbstlagerung). Auf 2,4 Millionen Quadratmetern Fläche haben die Deutschen laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ausgelagert, was nicht mehr in ihre Wohnungen und Keller passt.
Eine einfache Suche im Internet zeigt, dass der Bedarf auch in Bremen offenbar groß ist. Es gibt in der Hansestadt sowie der näheren Umgebung 32 Angebote verschiedener Art. Wer nicht viel Platz benötigt, kann sich die Box mit einem Quadratmeter Fläche mieten, wer deutlich größer einsteigen will, wählt einen Raum mit 50 Quadratmetern.
Flexible Ergänzung zum Wohnen
„Viele Kunden kommen zu uns, weil sie eine Übergangslösung benötigen“, so Jens Stratmann, Geschäftsführer von MyPlace-SelfStorage, nach eigenen Angaben Marktführer in Deutschland und mit zwei Standorten in Bremen vertreten. „Sie möchten ihre Wohnung wieder nutzbar machen, ohne sofort Entscheidungen über alles treffen zu müssen. Das betrifft Familien genauso wie Menschen im Homeoffice, bei einem Umzug oder nach einer Veränderung im Leben.“
Selfstorage wird seinen Angaben zufolge zunehmend als flexible Ergänzung zum Wohnen genutzt, gerade dann, wenn Familien nicht sofort größer wohnen können. Zusätzlicher Lagerraum ersetze zwar keinen bezahlbaren Wohnraum, könne aber helfen, die vorhandene Wohnung zu entlasten und Platz für das zu schaffen, was täglich gebraucht wird, so Stratmann. „Wir sehen, dass Platzmangel im Alltag oft nicht plötzlich entsteht, sondern mit dem Leben wächst. Gerade Familien verändern sich schnell. Kinder werden größer, Räume bekommen neue Funktionen, Dinge kommen hinzu. Die Wohnung verändert sich aber nicht automatisch mit.“
Spontan mieten, kurzfristig kündigen
Oft geht es dabei nicht um zusätzlichen Besitz, sondern um Gegenstände, die nur zeitweise keinen Platz in der Wohnung finden. Etwa Kinderwagen, Sportausrüstung, saisonale Gegenstände oder Möbelstücke, die aktuell nicht benötigt werden. Die Herausforderung besteht häufig darin, den vorhandenen Wohnraum möglichst flexibel und alltagstauglich zu organisieren. Auch Gewerbetreibende lagern in den Lagerräumen Akten, Waren, Messeausstattung oder Arbeitsmaterialien ein.
Ein wichtiger Vorteil der Mieträume ist die hohe Flexibilität. In den meisten Anlagen können die Kunden spontan mieten. Die Mindestmietdauer beträgt in der Regel zwei Wochen, danach können die Kunden auch ohne Frist ausziehen, abgerechnet wird in der Regel auf den Tag genau.