In Berlin gelten jetzt strengere Regeln für Mehrweg

Feste, Weihnachtsmärkte, Hertha

In Berlin gelten jetzt strengere Regeln für Mehrweg

Frisch gezapftes Bier in Mehrweg-Pfandbechern. (Quelle: dpa/Ardan Fuessman)
Frisch gezapftes Bier in Mehrweg-Pfandbechern. (Quelle: dpa/Ardan Fuessman)

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Seit Donnerstag gelten in Berlin für öffentliche Veranstaltungen die Pflicht zur Nutzung von Mehrweggeschirr und neue Pfandregelungen.

Der Senat teilte dem rbb am Donnerstag mit, dass diese Verwaltungsvorschrift [berlin.de] von nun an explizit für Straßenfeste und Großveranstaltungen auf öffentlichen Flächen in Berlin verbindlich sei. Das gelte für sämtliche Veranstaltungen, "insofern sie einer öffentlich-rechtlichen Genehmigung bedürfen".

Gültig für Veranstaltungen im öffentlichen Raum

Laut der vom Umweltsenat veröffentlichten Bestimmung müssen seit 1. Oktober bei Veranstaltungen und Essensausgaben im öffentlichen Raum wiederverwendbare Teller, Becher und Besteck genutzt werden. Begleitet werden muss das durch die Ausgabe von Pfand.

Diese Pfandpflicht solle die Rückgabe sichern. Verboten sind demnach ab jetzt alle Einweggeschirre. Auch kompostierbare oder biologisch abbaubare Varianten sind nicht zugelassen, weil hier laut Senat der Abbau meist länger dauert als die Verarbeitung in den Berliner Kompostieranlagen.

Verpflichtende Maßnahmen zur Abfallverringerung

Die Bedingungen für Essen- und Getränkeausgaben bei "genehmigungsbedürftigen Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Tag" sei über den Leitfaden "Abfallarme Großveranstaltungen" [berlin.de] geregelt. Grundsätzlich gelte dafür, dass "Maßnahmen zur Verringerung des Abfallaufkommens" verpflichtend seien.

Gültig etwa für Weihnachtsmärkte

Als Beispiel nannte der Senat dem rbb Weihnachtsmärkte, auf denen bereits im Bereich der Heißgetränke Maßnahmen "erprobt und bewährt" seien. Hier werde von nun an die Vorgabe der Mehrwegnutzung "auch auf das weitere Besteck und Geschirr zum Konsum angebotener Essensangebote" verwendet, hieß es aus der Umweltsenatsverwaltung. Ein weiteres Beispiel für "eine genehmigungsbedürftige Veranstaltung auf öffentlicher Fläche" sei die Silvesterparty am Brandenburger Tor, auf der eben Getränke und Speisen ausgegeben werden.

Der in der Verordnung angekündigte Pfandbetrag werde "von der Höhe so gewählt, dass zum einen die Mitnahme nach Hause und zum anderen die Entsorgung des Mehrweggeschirrteils verhindert werden soll". Mit der Höhe des dort gültigen Betrags sollten Benutzer "zur Rückgabe motiviert werden". Die Festsetzung des Pfandes könne von der genehmigenden Behörde vorgegeben oder dem Veranstalter überlassen werden. Die Kontrolle der Umsetzung dieser Bestimmungen erfolge "von der genehmigenden Behörde".

Hertha kündigt neue Pfandlösungen fürs Olympiastadion an

Betroffen von der neuen Regelung sind auch die Fans von Hertha BSC. Der Verein postete am Donnerstag via Instagram: "Auch unsere Heimspiele im Berliner Olympiastadion fallen unter diese Regelung." Darum würden künftig nicht nur bei Getränken, sondern auch bei bestimmten Speisen Mehrwegbehälter eingesetzt. "Für diese Behälter wird ein Pfand von 3,00 Euro erhoben. Wir bitten euch daher um Verständnis, dass es rund um die Einführung der neuen Regelung zu Veränderungen im Catering kommen wird", schreibt der Verein. In den Reaktion bekundeten viele vor allem Skepsis, weil die Pfandlösungen vermutlich zu zusätzlichen Wartezeiten bei der Rückgabe führen könnten.

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BUND: Regelung kann Schluss machen mit Einwegmüll

Der BUND Berlin nannte die Senatsvorschrift "Ausführungsverordnung Mehrweg" eine Pflicht, die bei konsequenter Durchsetzung Schluss mache "mit unnötigem Einwegmüll in der Verwaltung, in öffentlichen Einrichtungen und bei Veranstaltungen" und wies darauf hin, dass diese Vorschrift auch private Pächter oder Mieter in den Kantinen betreffe.

Sendung: rbb|24, 01.10.2026, 18.00 Uhr
Audio: rbb|24, 01.10.2026, Stefan Ruwoldt