Harvard-Forscher empfangen Radiowellen von fernem Exoplaneten – und stehen vor der sensationeller Entdeckung
Sensation aus dem All: Harvard-Forscher entdecken mögliches Magnetfeld an fernem Exoplaneten
Stand: 03.10.2026, 13:19 Uhr
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Astronomen fangen Radiowellen vom Exoplaneten Beta Pictoris b auf. Möglicherweise der erste Nachweis eines Magnetfelds jenseits unseres Sonnensystems.
Eine Gruppe von Astronomen unter der Leitung des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics hat Radiowellen von dem Planeten Beta Pictoris b aufgefangen, einem Gasriesen, der einen Stern in rund 63 Lichtjahren Entfernung von der Erde umkreist. Dabei handelt es sich nicht um Signale von Außerirdischen, sondern um Emissionen, die von einem Polarlicht an den Polen des Planeten erzeugt werden, das wiederum durch ein starkes Magnetfeld ausgelöst wird. Wenn sich die Ergebnisse der Studie bestätigen, wäre dies der erste Nachweis eines gesicherten Magnetfelds außerhalb unseres Sonnensystems.
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Dieser Artikel von Chiara Galletti entstand in Kooperation mit Corriere della Sera.
Nach Ansicht der Astronomen könnte die Möglichkeit, die Magnetfelder von Exoplaneten zu untersuchen, einen Fortschritt bei der Suche nach Welten darstellen, die geeignet sind, Leben zu beherbergen. Für ihre Beobachtungen haben die Astronomen MeerKat genutzt: ein Netz aus 64 Radioantennen in Südafrika. Beta Pictoris b ist fast doppelt so groß wie Jupiter und besitzt mehr als die zehnfache Masse. Er umkreist den Stern, von dem er seinen Namen hat: Beta Pictoris im Sternbild Maler.
Magnetfelder als Schutzschild und Schlüssel zur Habitabilität
Die Suche nach Magnetfeldern rund um Planeten wird auch durch die Möglichkeit motiviert, Welten zu identifizieren, die potenziell lebensfreundlich sind und Bedingungen aufweisen, die zumindest teilweise an jene der Erde erinnern. Ein Magnetfeld wirkt nämlich als „Schutzschild“ für einen Planeten: Auf der Erde trägt es dazu bei, die Atmosphäre vor der Sonnenstrahlung abzuschirmen, wodurch es das Leben an der Oberfläche schützt. Aus diesem Grund konzentrieren Astronomen einen Teil ihrer Anstrengungen auf die Suche nach Magnetfeldern rund um Exoplaneten.

Diese könnten Hinweise auf die dort herrschenden Bedingungen liefern und helfen, jene Welten ausfindig zu machen, die potenziell lebensfreundlich sind. „Bewohnbarkeit ist wahrscheinlich einer der Hauptgründe, warum wir uns für Magnetosphären interessieren“, sagt Yvette Cendes, Astronomin an der Universität von Oregon und Mitautorin des Fachartikels. Die Studie wurde Mitte September veröffentlicht und wartet noch auf die abschließende Begutachtung durch die Fachwelt.
Beobachtungen mit MeerKat und Fokus auf Beta Pictoris b
Die Astronomen des Astrophysikzentrums in Massachusetts begannen, mit dem Radioteleskop MeerKat nach Radiowellen von Sternen zu suchen. Zwischen 2025 und 2026 richtete die Forschungsgruppe ihre Aufmerksamkeit auf Beta Pictoris b, einen Planeten, der 2008 entdeckt wurde und bei den im Mai durchgeführten Beobachtungen eine intensive magnetische Aktivität gezeigt haben soll. „Wir konnten die Positionen von Stern und Planet voneinander unterscheiden und verstehen, dass die Emission vom Planeten stammte“, berichtet der Hauptautor der Studie, Kevin N. Ortiz Ceballos. „Wir treiben die Möglichkeiten dieses Teleskoptyps wirklich an die Grenze.“
Beta Pictoris b dürfte ein Magnetfeld von erstaunlicher Stärke besitzen, von mindestens 1.250 Gauss (die mittlere Feldstärke des Erdmagnetfelds an der Oberfläche beträgt rund 0,5 Gauss). Es bleibt zu klären, warum das Magnetfeld des Planeten eine derart hohe Intensität erreicht. Nach Ansicht der Astronomen könnte eine mögliche Erklärung darin liegen, dass Beta Pictoris b ein noch „junger“ Planet ist – etwa 25 Millionen Jahre alt.
Rätsel um die Feldstärke und der Blick auf erdähnliche Welten
Manche Forschende vermuten zudem die Existenz eines Mondes, der den Planeten umkreist und sein Gleichgewicht beeinflusst. Die Astronomen möchten nun die Magnetfelder kleinerer, erdähnlicher Planeten untersuchen, die jedoch deutlich schwieriger zu analysieren sind. Um dies zu erreichen, wird unter anderem erwogen, Radioteleskope im Weltraum oder auf der erdabgewandten Seite des Mondes zu platzieren.