Sepsis-Mahnmal in Jülich: Wie bessere Aufklärung Leben retten kann

Hunderte rote Herzen aus Holz hat Kerstin Martensen auf dem Jülicher Schlossplatz aufgebaut - als eine Art Mahnmal. "Jedes Herz steht für einen Menschen, der heute in Deutschland an Sepsis verstirbt", sagt sie. Sie will möglichst viele auf diese leise Gefahr aufmerksam machen.

Jann stirbt an einer nicht erkannten Sepsis

Hinter diesem Engagement steht ihre eigene Geschichte. Sohn Jann ist im August 2024 an einer nicht erkannten Sepsis gestorben. Er lag damals wegen einer Lebererkrankung im Krankenhaus und sollte eigentlich bald entlassen werden. Doch dann ging es ihm zunehmend schlechter.

Hätte Janns Tod verhindert werden können?

Trauer wird zur Mission

Seitdem kämpft sie dafür, dass die Erkrankung schneller erkannt und als medizinischer Notfall ernst genommen wird. Deshalb hat sie zwei Tage vor dem Welt-Sepsis-Tag Ärzte und Politker zu einem Runden Tisch nach Jülich eingeladen.

Eine Sepsis ist eine fehlgesteuerte Immunreaktion des Körpers. Oft sind eigentlich harmlose Erkrankungen wie eine Harnwegsinfektion die Ursache. Je schneller sie erkannt wird, desto größer ist die Chance zu überleben.

"Sepsis ist ein Killer! Und dafür, dass er so gewaltig ausgepägt ist, so häufig vorkommt, wissen viel zu wenig Leute, wie gefährlich dieses Krankheitsbild ist." Prof. Michael Booke, Chefarzt und Sepsis-Forscher

Das sind die Warnzeichen

Nie gekanntes Krankheitsgefühl

Ihr Partner brachte sie ins Krankenhaus. Dort wurde die Sepsis sofort erkannt und mit Antibiotika behandelt.

Schwerwiegende Folgen für Überlebende

Trotzdem hat die Düsseldorfer Innenarchitektion bis heute mit den Folgen zu kämpfen.
Ihre rot lackierten Finger- und Fußnägel waren immer eines ihrer Markenzeichen. Die mussten wegen der Sepsis zum Teil amputiert werden. Außerdem leidet sie unter Nerven- und Muskelproblem und häufiger Müdigkeit.

"Ich bin eine Sepsis-Überlebende!" Kirsten Kemper, Innenarchitektin

Zehn Monate hat sie sich mühsam ins Leben zurückgekämpft. Die Bedingungen in der Reha schildert sie als schlecht. In dieser Zeit habe sie sich oft alleine gelassen gefühlt. Aber sie hat überlebt! Mittlerweile sitzt sie wieder auf dem Pferd und geht golfen.

Gemeinsam für mehr Aufklärung

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Kerstin Martensen
  • Gespräch mit Kirsten Kremer
  • Gespräch mit Sepsis-Forscher Prof. Michael Booke

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 11.09.2026, 19:30 Uhr