SG Oberhöchstadt dreht 0:2 gegen Bad Homburg und siegt 4:2
Stand: 16.08.2026, 21:22 Uhr
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Die SG Oberhöchstadt lag zur Halbzeit mit 0:2 zurück. In der Schlussphase legten die Youngster noch den Turbo ein.
Oberhöchstadt – Zum „Tor des Monats“ haben nur Zentimeter gefehlt. Es wäre aber auch des Guten zu viel gewesen, wenn Daniel Raczek mit seinem Lupfer den Schlusspunkt gesetzt hätte. Tim Curtis Müller, der Torhüter der Spielvereinigung 05/99 Bad Homburg, war in der Nachspielzeit mit nach vorn gegangen und befand sich noch auf dem Rückweg in seinen Kasten, als die Nummer zehn der SG Oberhöchstadt sich entschloss, es aus weiter Distanz zu versuchen. Der Ball flog über Müller, sprang einmal auf und landete am rechten Pfosten. Mit dem Kunstschuss hätten die Gastgeber im Topspiel der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus sogar auf 5:2 erhöht, obwohl sie nach einer halben Stunde noch mit 0:2 in Rückstand gelegen hatten.

Die SGO setzte damit ihren Lauf nach dem 5:0 im Pokal bei der SG Hundstadt, dem 2:1 bei der DJK SF Bad Homburg II und dem 6:0 am Donnerstag im Derby gegen den EFC Kronberg fort. Die „Nullfünfer“ kassierten nach dem 4:0 im Pokal gegen den FC Weißkirchen und 6:0 am ersten Spieltag gegen den FC Oberstedten die erste Niederlage der Saison.
Nullfünfer kochen jetzt ohne „faule Eier“
Dem Großreinemachen folgte die Urlaubszeit. 20 Neuzugänge hatte die sportliche Führung der SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg zum 1. Juli vermeldet, demgegenüber standen 14 Abgänge. Vor allem „die faulen Eier“, so Vorstandsmitglied Manfred Purz, seien aussortiert und durch mannschaftsdienliche Spieler ersetzt worden. Nur noch vier Spieler von der abschließenden 3:7-Klatsche beim FC Neu-Anspach II in der Vorsaison standen am Sonntag in der Startelf, zwei wurden eingewechselt. Konditionelle Defizite machten Purz und Sportchef Marco Häfner jedoch noch bei dem ein oder anderen „Urlauber“ aus. Deshalb habe der Gegner verdientermaßen gewonnen. Weil Spielern die Puste ausgegangen sei, gebe es „noch Luft nach oben“.
Das recht temporeiche Spiel war trotz der Hitze zwar kampfbetont, aber nicht hitzig verlaufen. Der ein oder andere treue Fan unter den gut 100 Zusehern auf dem Oberhöchstädter Sportpatz „Skyline-Blick“ (Wortkreation des Autors) hatte schon die Luft angehalten. Vor Jahren hatte es einmal eine handgreifliche Auseinandersetzung auf dem Spielfeld bei dieser Konstellation gegeben, die nächsten Partien mussten unter Verbandsaufsicht abgehalten werden. Aus dieser Zeit ist aber kaum noch ein Spieler dabei. Verjüngt die SGO, seit drei Jahren Ausrichter des DFB-Stützpunkttrainings, doch Jahr für Jahr ihre 1. Mannschaft mit vielversprechenden Talenten und unterzogen auch die Nullfünfer ihrem Team einer „Runderneuerung“ (siehe Extra-Text).
Dennoch musste Schiedsrichter Ersen Demirgöz manch knifflige Entscheidung treffen. So pfiff der Unparteiische kurz nach dem Oberhöchstädter Ausgleich das vermeintliche 3:2 für Bad Homburg zurück. „Das war aber kein Abseits, und wenn das Tor zählt, läuft dieses Fifty-fifty-Spiel ganz anders“, meinte 05-Trainer Lamine Kaiser. Seine Mannschaft hatte Unachtsamkeiten in der eigentlich eingespielten Defensive der Hausherren durch Anas Touri (12., per Konter über rechts) und Mohammad Touri (29., unbedrängt per 16-Meter-Schuss) zum 2:0 genutzt. Lars Steier führte sein Team quasi zum Ausgleich: Für den Abstauber von Roberto Zablotzky leistete der Routinier mit feinem Pass die Vorvorarbeit (39.), das 2:2 erzielte er, eben noch von Sasa Jovanovic gefoult, aus 18 Metern per Freistoß ins rechte Eck selbst (50.).
Nach einem weiteren Freistoß von Steier jubelten dann die Oberhöchstädter zu früh (Arn Gehbauer traf in Abseitsposition, 63.), ehe Steier sich in einen Freistoß von Ruben Conceicao Fernandes warf (73.), so dass er noch nach dem Abpfiff Trainer Ajdin Maskumic den roten Ballabdruck auf seiner Brust zeigen konnte (73.).
Für die Entscheidung sorgten aber die schnellen Youngster der SGO, die auch in der umkämpften Schlussphase noch den Turbo einlegen konnten. Marc-Robin Muth gewann an der Strafraumkante den Ball, Henri Bauer dribbelte in die Mitte und der mitgelaufene Zablotzky traf zum 3:2. Dann gewann Muth das Laufduell gegen den gewiss nicht langsamen Leonardo Schütz Correia über den halben Platz und legte quer zu Bauer – 4:2 (89.).
„Eigentlich waren wir am Drücker, da müssen wir reifer agieren“, monierte Kaiser, während sich sein Gegenüber Ajdin Maksumic zufrieden zeigte, „schon in der ersten Halbzeit. Wir haben gezeigt, dass wir spielen können und nicht nur läuferisch stark sind. Das war wirklich ein Statement von uns. Tolle Moral der Mannschaft, bei uns sind alle heiß.“

Ein passendes Statement des neuen SGO-Trainers an diesem heißen Nachmittag. Nach diesem könne man den neuen Tabellenführer Oberhöchstadt grundsätzlich oben einsortieren, wie 05-Coach Kaiser meinte, um vielsagend anzukündigen: „Wir müssen erst mal die Meter jetzt noch machen.“
SG Oberhöchstadt: Kernich - Nujici, Ogrodnik, Kempf - Daglioglu, Raczek, Steier, Gehbauer - Muth, Zablotzky - Marx (Bauer, L. Köpf, Karic, K. Köpf). SpVgg 05/99 Bad Homburg: Müller - Colina, Jovanovic, Mouma, A. Touri - Mainert, Matsu - Opoku, M. Touri, Allous - Ben Abdallah (Paropatic, Margraf, Conceicao Fernandes, Epoh, Schütz Correia). SR: Demirgöz (Bad Schwalbach). Zusch.: 100. Beste Spieler: Steier, Muth, Zablotzky/M. Touri, Mouma.