Shadowbans: X will User informieren, wenn ihr Account eingeschränkt wurde
Netzpolitik
Shadowbans: X will User informieren, wenn ihr Account eingeschränkt wurde
Die Social-Media-Plattform legt künftig offen, wenn Beiträge aufgrund lokaler Gesetze in einzelnen Ländern eingeschränkt werden
Die Social-Media-Plattform X hat angekündigt, User künftig darüber zu informieren, wenn die Sichtbarkeit ihrer Inhalte eingeschränkt wird. Nutzer sollen dadurch sehen, wenn ihre Inhalte nurnoch eingeschränkt ausgespielt werden, weil X gesetzlichen Anordnungen eines Staates nachkommen muss.
Mehr Transparenz bei Shadowbans
Warum bestimmte Inhalte von Regierungen eingeschränkt werden, hat verschiedene Gründe. Beispielsweise sehen Gesetze gegen Hassrede oder zur Terrorbekämpfung Einschränkungen von Posts zu bestimmten Themen vor. X schränkt die Sichtbarkeit betroffener Accounts oder Beiträge ein, um lokale Gesetze einzuhalten.
Bisher konnten Nutzerinnen und Nutzer nur Vermutungen darüber anstellen, ob die Sichtbarkeit ihrer Inhalte eingeschränkt wurde. Dabei konnten sie an keiner Stelle eindeutig überprüfen, ob ihr Account tatsächlich geshadowbanned wurde, und mit welchen konkreten Beiträgen die Einschränkung zusammenhängt. Künftig sollen sie einsehen können, welches Land die Einschränkung eines Beitrags veranlasst hat und welche Posts von dieser Maßnahme betroffen sind.
"Under the Hood"
Die neue Regelung ist Teil des Transparenz-Tools "Under the Hood", das X vergangenen August eingeführt hat. Nutzerinnen und Nutzer, die seit mindestens einem Jahr auf der Plattform aktiv sind und im vergangenen Monat mindestens zehn Beiträge veröffentlicht haben, können darüber einen Bericht im JSON-Format herunterladen. Die Informationen werden dabei in einem technischen Rohdatenformat bereitgestellt, das für viele Nutzerinnen und Nutzer ohne zusätzliche Aufbereitung nur schwer verständlich sein dürfte. Das Tech-Magazin TechCrunch weist darum darauf hin, dass sich die Datei beispielsweise mithilfe eines Chatbots leichter auswerten lässt.
Nicht alle Details bekannt
Die neue Transparenzfunktion macht bestimmte Formen der Reichweitenbegrenzung sichtbar, etwa wenn Inhalte auf Anordnung von Regierungen eingeschränkt werden. Wie vollständig die Informationen tatsächlich sind, ist aber noch unklar. In der Vergangenheit gab es wiederholt Vorwürfe, die Plattform habe die Sichtbarkeit bestimmter Inhalte oder Accounts eingeschränkt, etwa von Nutzerinnen und Nutzern, die sich kritisch über X-Eigentümer Elon Musk äußerten. Ob auch sämtliche von X selbst vorgenommenen algorithmischen Herabstufungen sichtbar gemacht werden, bleibt offen. (Mia Kirsti Weisz, 23.9.2026)
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