«Sie sagte: Ich habe meine Wohnung in Brand gesetzt»
Shanas Lara Baranati (19) berichtet von chaotischem Einsatz in der Nacht
Frau soll eigene Wohnung in Kreuzlingen TG in Brand gesetzt haben
Shanas Lara Baranati erlebt am Sonntagabend einen Albtraum. Rauch im Haus, eine Nachbarin, die ihre eigene Wohnung anzündet – und anschliessend verschwindet. Die Kantonspolizei Thurgau ermittelt – und verteidigt sich gegen Vorwürfe der Anwohnerin.
Publiziert: 18:50 Uhr
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- In Kreuzlingen TG setzte eine Frau am Sonntag ihre Wohnung in Brand
- Polizei und Feuerwehr kamen laut Bewohnern verspätet und wirkten unkoordiniert
- Kapo widerspricht, Sachschaden liegt im sechsstelligen Bereich
Shanas Lara Baranati (19) lebt seit 16 Jahren mit ihrer Familie in einem Wohnhaus an der Spiesshaldenstrasse in Kreuzlingen TG. Doch was am Sonntagabend passierte, hat sie so noch nie erlebt.
«Gestern Abend gegen 23 Uhr bemerkten wir plötzlich starken Rauch im Haus. Als wir auf den Balkon gingen, um kurz nachzusehen, sahen wir eine unserer Nachbarinnen», schildert sie Blick. Was die Nachbarin dann sagte, wird die junge Frau wohl nicht so schnell vergessen. «Sie schaute uns kurz an und sagte: ‹Ich habe meine Wohnung in Brand gesetzt.›»
«Mussten der Polizei hinterherrennen»
Gegen 23.15 Uhr hatten alle Bewohner das Haus verlassen. Doch die Einsatzkräfte liessen laut Baranati auf sich warten. «Wir versuchten mehrfach, die Feuerwehr zu erreichen», so Baranati. Beim zweiten Anruf seien sie aufgefordert worden, Videos vom Geschehen zu machen. «Nach unserer Wahrnehmung dauerte es anschliessend noch eine Weile, bis die Einsatzkräfte tatsächlich vor Ort waren.»
Kritik übt die ICT-Fachfrau insbesondere am Verhalten der Kantonspolizei. «Sie haben sich mehrfach verfahren, obwohl es offensichtlich war, wo es brannte. Wir mussten ihnen sogar hinterherrennen und ihnen zeigen, wo das Feuer wütete. Als sie endlich ankamen, sind die Polizisten ganz gemütlich zu unserem Haus hochgelaufen», behauptet sie. «Das fand ich richtig scheisse von denen.»
Von der Frau fehlt jede Spur
Immerhin: Als die Feuerwehr dann da war, wurde die Situation gemäss Baranati schnell unter Kontrolle gebracht. «Gegen 2 Uhr konnten die Wohnungen wieder betreten werden.»
Baranati hat auch die Wohnung der Nachbarin gesehen. «Sie war stark verrusst, die Haustür stand ganz weit offen.»
Von der mutmasslichen Brandstifterin fehle aktuell jede Spur. Nach ihr werde gesucht, fügt Baranati hinzu. «Für uns war es ein absoluter Schock – besonders, weil wir sie zuvor selbst gesehen hatten und sie uns sagte, dass sie das Feuer gelegt habe», fasst sie das Erlebte zusammen.
Polizei spricht von regulärem Einsatz
Die Kantonspolizei Thurgau entkräftet auf Anfrage von Blick die erhobenen Vorwürfe. Mediensprecherin Roxanne Gräflein erklärt: «Die Feuerwehr sowie unsere Einsatzkräfte waren innerhalb weniger Minuten nach Meldungseingang vor Ort.» Zum Vorwurf, die Polizei habe sich verfahren, teilt sie mit: «Dass einzelne Patrouillenfahrzeuge im Quartier unterschiedliche Zufahrtswege benutzten, hatte einsatztaktische beziehungsweise örtliche Gründe und stand nicht im Zusammenhang mit mangelnder Orientierung.»
Bei der Kantonalen Notrufzentrale seien mehrere unabhängige Meldungen zum Brand eingegangen. «Den Anrufenden wurde jeweils mitgeteilt, dass die Einsatzkräfte bereits aufgeboten beziehungsweise unterwegs seien», führt Gräflein aus. Sie betont: «Der Ablauf des Einsatzes respektive des Aufgebotes lief somit regulär ab.»
Die Aufforderung, das Geschehen festzuhalten, bestätigt die Kantonspolizei. «Eine Anruferin wurde gebeten, aus sicherer Entfernung das Brandgeschehen zu filmen.» Die Mediensprecherin betont: «Dabei handelt es sich um eine übliche Anweisung bei Bränden, sofern dies für die meldende Person gefahrlos möglich ist. Solche Aufnahmen können insbesondere dazu dienen, den Brandverlauf nachzuvollziehen. Wichtig ist dabei, dass bei Bränden immer als Erstes die Feuerwehr alarmiert wird.»
Schaden in sechsstelliger Höhe
Nur die unmittelbar vom Brand betroffene Wohnung sei unbewohnbar. Zudem sei Sachschaden an der Fassade entstanden.
Aus einer am Montag versendeten Medienmitteilung der Polizei geht weiter hervor, dass bei dem Brand niemand verletzt wurde. Der Sachschaden liegt allerdings im sechsstelligen Bereich.
«Gemäss den bisherigen Erkenntnissen der Kantonspolizei Thurgau wurde der Brand vorsätzlich verursacht», heisst es in der Medienmitteilung weiter. Eine Strafuntersuchung wurde eröffnet. Zu der Frau schreibt die Behörde nichts weiter.