Showspielhaus wird 15 und feiertmit einem Gala-Abend
Stand: 21.10.2026, 08:01 Uhr
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Das Showspielhaus in Hofheim feierte seinen 15. Geburtstag mit einem Gala-Abend und Gastspiel. Gründer Westenberger nennt das Jubiläumsjahr das erfolgreichste seit Corona.
Hofheim/Kriftel – Es war ein Samstag Anfang Januar 2011. In der Kreissporthalle lief der Offensiv-Cup. Im Terminkalender gab’s aber zwischendrin noch einen anderen Termin. Bernhard Westenberger und Hans-Jürgen Mock wollten dem Kreisblatt exklusiv ein mutiges Projekt vorstellen: ein eigenes Theater. Ihren Traum von einem „Showspielhaus“ wollten sich die beiden nur ein paar Fußminuten von der Kreissporthalle entfernt in der Hattersheimer Straße erfüllen, in einer alten Fabrikhalle. „Das ist es!“, seien sie sofort sicher gewesen, als ihnen Inhaber Lutz Wagner die bis 1974 zur Papierproduktion genutzten Räume gezeigt habe, so damals Hans-Jürgen Mock.

Eine spürbare Begeisterung
Ein bisschen Phantasie brauchte es zu diesem Zeitpunkt allerdings schon, um sich das Ergebnis der von Bernhard Westenberger erläuterten Umbaupläne vorzustellen. Doch die Begeisterung für dieses Unternehmen war spürbar – und sie hat dann auch über alle Widrigkeiten bis zur Eröffnung getragen. 15 Jahre ist das inzwischen her. Und dieser „halbrunde“ Geburtstag wurde am Montag mit einem Gala-Abend mit Dinner und einem Gastspiel des Darmstädter Kikeriki-Theaters gefeiert.
„Wir hätten das gern schon zum Zehnjährigen gemacht, aber da war Corona“, erinnert Bernhard Westenberger an die wohl härteste Zeit, die das Showspielhaus zu überstehen hatte. Auch das ist inzwischen Geschichte – und hat zumindest die positive Erkenntnis gebracht, dass das Theater eine Menge treue Unterstützer hat. Für diese „Ritter“ genannten Förderer, die heute so etwas seien wie der „inner circle“, so Westenberger, gab’s am Dienstagabend übrigens noch einen eigenen Gala-Abend.
Am Montag gehörte die ehemalige Vorsitzende der Vereinigung Krifteler Selbständiger (VKS), Silvia May, zu den Ehrengästen. Mock und Westenberger hätten ihr und ihrem Mann das Theater-Projekt schon früh vorgestellt und sie nach ihrer Meinung dazu gefragt, erinnerte sich die frühere Tropica-Chefin. „Jetzt ist es so ein tolles Projekt geworden!“ Auch Kriftels „Baumpapst“ und Gala-Gast Frank Bechstein weiß, was das Wagnis eines eigenen Unternehmens bedeutet. Gar einen solchen privaten Kulturbetrieb schon 15 Jahre lang durchzuziehen, „das ist eine Mords-Leistung“, so Bechstein. „Da kann man nur den Hut ziehen.“
Das erfolgreichste Jahr nach Corona
Die Macher selbst durften am Montag zufrieden auf ein gelungenes Wagnis blicken. Bernhard Westenberger konnte sogar verkünden, dass das fünfzehnte Jahr des Bestehens „das erfolgreichste seit Corona“ gewesen sei. Der Beleg: Das laufende Programm ist komplett ausverkauft.
Mock, der in diesem Jahr 70 Jahre alt geworden ist, und Westenberger, der an Heiligabend die 60 Jahre rund macht, nutzten das Jubiläum auch für einen Blick Richtung Zukunft. Die ist mit Westenbergers Sohn Janosch, der inzwischen als dritter Geschäftsführer fungiert, schon länger im Unternehmen präsent.
Der Veranstaltungskaufmann schilderte in seinen Begrüßungsworten am Montag launig, wie er als 19-Jähriger nicht unbedingt begeistert war von der Idee des Familienoberhaupts, die sichere Stelle als Pressesprecher bei der Taunussparkasse aufzugeben, um sein Hobby, dem er mit Mock bis dahin im Hattersheimer Posthofkeller und auf der „Hofbühne“ im Hochheimer Hof nachging, zum Beruf zu machen. Für viel Amüsement sorgte auch der mit Mock und Westenberger gemeinsam vorgetragene Rückblick auf den gar nicht immer so lustigen Hürdenlauf, für den ständig neue Anforderungen der Ämter und eine am Ende abgewiesene Klage aus der Nachbarschaft bei der Umwandlung der Halle in ein Theater sorgten. Als schließlich am 19. Oktober 2011 vorn die ersten Gäste zur Premiere erschienen, hätten hinten die letzten Handwerker den Saal verlassen, schilderte Westenberger.
„Es ist phänomenal, was ihr hier geleistet habt in den 15 Jahren“, gratulierte dann noch der selbst als Ex-Bundesliga-Schiedsrichter und Fernsehexperte prominent gewordene Vermieter Lutz Wagner. Das gehe nur, wenn einer „wirklich Herzblut“ investiere. Und nicht nur Bürgermeister Christian Seitz wünschte an diesem Abend dem „grenzüberschreitenden Projekt“ Showspielhaus, das sowohl auf Hofheimer wie Krifteler Boden steht, „weiterhin viel Erfolg“.
An Ruhestand denken aktuell übrigens weder Bernhard Westenberger noch Hans-Jürgen Mock. Damit das Showspielhaus aber irgendwann auch ohne sie gut weitergehen kann, setzt das Leitungsteam jetzt schon stärker auf Gastspiele und nutzt dafür die vielen Kontakte, die man über die Jahre aufgebaut hat. „Das wird auch sehr gut angenommen“, sagt Westenberger. Offen wäre das Theater zudem für Gespräche mit der Stadt Hofheim, wie sich Synergien in Sachen Kulturprogramm nutzen ließen, sagt Westenberger auf Nachfrage noch. Fans habe das Showspielhaus inzwischen von Aschaffenburg bis Mainz, freut sich der Comedian und sagt: „Toll, dass wir für die Region so wichtig geworden sind.“