Elbe könnte in Zukunft Trinkwasserversorgung Hunderttausender in Sachsen-Anhalt sichern

Leitungswasser fließt aus einem Hahn ins Glas

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Raum Magdeburg

Trinkwasserversorgung: Elbe könnte neue Wasserquelle werden

Stand: 01.09.2026 21:45 Uhr

Kann die Elbe bald zur Trinkwasserversorgung für die Menschen im nördlichen Sachsen-Anhalt herangezogen werden? Ein Wasserversorger will das prüfen. Er erwägt den Bau eines neuen Wasserkraftwerkes. Unterstützung kommt vom Land, die EU gibt Fördergeld.

von MDR SACHSEN-ANHALT

Wasser aus der Elbe könnte in Zukunft zur Trinkwasserversorgung von rund 750.000 Menschen im Raum Magdeburg und weiteren Teilen Sachsen-Anhalts beitragen. Die Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH (TWM) untersucht dafür den Bau eines neuen Wasserwerks, wie das Umweltministerium mitteilte.

Millionenförderung für Machbarkeitsstudie

Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob und wie das Vorhaben umgesetzt werden kann. Das Land unterstützt das mit gut 2,2 Millionen Euro aus EU-Mitteln. Insgesamt sind knapp 3,2 Millionen Euro vorgesehen. Eine mögliche Anbindung an das Fernleitungsnetz und Wirtschaftsstandorte wie den geplanten Hightech-Park bei Magdeburg sollen ebenfalls geprüft werden.

Fakten zu TWM

Die TWM beliefert auf etwa einem Drittel der Landesfläche Stadtwerke und Zweckverbände. Das Wasser dafür stammt bislang vor allem aus dem Westfläming sowie der Colbitz-Letzlinger Heide nördlich von Magdeburg. Im Wasserwerk Colbitz wird zusätzlich gefiltertes Wasser aus der Ohre genutzt.

Wasserwerk Colbitz nahezu ausgelastet

An Tagen mit besonders hohem Verbrauch erreicht das Wasserwerk Colbitz laut Ministerium mehr als 95 Prozent seiner Aufbereitungskapazität. Längere Trockenperioden und steigender Bedarf durch Unternehmensansiedlungen würden eine zusätzliche Wasserquelle nötig machen. Sachsen-Anhalt zählt deutschlandweit mit zu den besonders trockenen Regionen.

Wann über den Bau des Wasserkraftwerkers entschieden werden könnte und welche Kosten dafür zu erwarten sind, blieb offen.

dpa, MDR (Sebastian Gall, Norma Düsekow)