Boot trieb 15 Tage: Neue Flüchtlingstragödie vor Mallorca

Panorama

Sie trieben wochenlang auf dem Meer: Offenbar 17 tote Migranten vor Mallorca

Blick auf den Strand Playa de Palma (Archivbild)
picture alliance/dpa | Clara Margais

Spanien kommt nach der Migrationskrise in Ceuta mit Dutzenden Todesopfern nicht zur Ruhe. Nun sorgt eine neue mutmaßliche Flüchtlingstragödie auf den Balearen für Entsetzen.

Bis zu 17 Migranten sind nach Angaben von zwei Überlebenden Medienberichten zufolge bei dem Versuch ums Leben gekommen, mit einem Boot die Balearen zu erreichen. Die beiden Männer aus dem Maghreb seien gegen drei Uhr morgens knapp 25 Kilometer südwestlich von Mallorca aus dem Meer gerettet worden.

Ihnen nach waren insgesamt 19 Menschen an Bord des Bootes, wie der staatliche TV-Sender RTVE, die Regionalzeitung „Diario de Mallorca“ und weitere Medien berichteten. Die Vertretung des spanischen Innenministeriums bestätigte die Berichte auf Anfrage. 

Die Überlebenden seien mit Anzeichen von Dehydrierung und Unterernährung ins Krankenhaus auf Mallorca gebracht worden. Demnach trieb das kleine Wasserfahrzeug 15 Tage lang manövrierunfähig auf dem Meer. Die übrigen 17 Insassen seien während der Überfahrt gestorben, wie die beiden Männer zitiert wurden. Eine unabhängige Bestätigung für diese Angaben gab es zunächst nicht.

Anzeige

Flüchtlingstragödie vor Mallorca: Einsatzkräfte suchen nach Überlebenden

Die spanische Seenotrettung leitete eine Suchaktion im Gebiet südwestlich von Mallorca ein und setzte dafür unter anderem einen Hubschrauber ein. Schiffe in der Umgebung wurden aufgefordert, nach möglichen weiteren Überlebenden Ausschau zu halten. Ebenfalls am Dienstag bargen Seenotretter und die spanische Polizeieinheit Guardia Civil 15 weitere in Seenot geratene Migranten aus einem Boot rund 55 Kilometer südwestlich von Ibiza.

Anzeige

Nach Angaben des Innenministeriums in Madrid erreichten dieses Jahr bereits rund 4000 Migranten die Balearen auf dem Seeweg. Die Inselgruppe ist neben den Kanaren, der Mittelmeerküste und den Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla eine der wichtigsten Ankunftsregionen der irregulären Migration in Spanien. Erst vorige Woche waren Zehntausende Migranten bei einem Massenansturm vor allem schwimmend von Marokko aus nach Ceuta gelangt. (dpa)