Berlin: Ratten-Alarm auf Spielplatz, Kinder in Gefahr!

Niederschöneweide – Ratten-Alarm auf einem Spielplatz in Berlin-Niederschöneweide! Die gefräßigen Nager sind schon tagsüber auf der Suche nach Reiswaffeln, Snackkrümeln oder Wurststückchen – während die Kinder spielen.

Meistens begeben sich Ratten in der Dämmerung auf die Suche nach Futter. Aber immer häufiger sind sie am Tag auf Fresstour. „Sie haben offensichtlich keine Angst vor Kindergruppen“, sagt Franca Bielig (62), die mit ihrem 15 Monate alten Enkel den beliebten Spielplatz Am Kaisersteg besuchte. „Die Ratten liefen im Sandkasten zwischen den Kindern herum.“ Dadurch geraten besonders die kleinen Kinder in Gefahr, da sie oft alles in den Mund nehmen – auch den Sand. Denn Krankheitserreger können durch Ausscheidungen wie Urin und Kot übertragen werden.

Die Eltern sehen die Ratten meistens nur spät Abends. Sie kommen aus der benachbarten Grünanlage
Die Eltern sehen die Ratten meistens nur spät abends. Sie kommen aus der benachbarten Grünanlage Foto: Olaf Selchow

Die Rentnerin meldete sich beim Ordnungsamt Treptow-Köpenick, um auf die Gefahr hinzuweisen. „Doch der Mitarbeiter antwortete mir: ,Denken Sie, dass die Behörde sich da jetzt hinstellt und die Ratten einfängt? Ratten gibt es hier nun mal in Berlin und die gehörten dazu.’“

Als sie nachhakte, ob die auch auf den Spielplatz gehörten, soll er gesagt haben: „Hier leben 4 Millionen Menschen mit 4 Millionen Meinungen.“

Die Eltern müssen sich auf die Steinplatten setzen. Es fehlen ausreichend Bänke.
Die Eltern müssen sich auf die Steinplatten setzen. Es fehlen ausreichend Bänke. Foto: Olaf Selchow

Franca Bielig ärgert sich über die Antwort des Ordnungsamtsmitarbeiters. „Wir wissen doch alle, dass es in Berlin Ratten gibt – aber wenn diese am Tag über den Spielplatz laufen, kann man doch wenigstens erwarten, dass der Bezirk sich um ein paar Rattenfallen oder die Problematik kümmert.“

Schon 7-mal die Ratten bekämpft

Vor allem, weil der Schädlingsbefall längst bekannt ist. In den vergangenen zwei Jahren bekämpfte das Gesundheitsamt bereits mit verschiedenen Maßnahmen die Rattenplage auf dem Spielplatz: viermal im Jahr 2024, zweimal im Jahr 2025 und zuletzt im November 2025.

„Das Straßen- und Grünflächenamt und das Gesundheitsamt sind nun über den erneuten Befall informiert, werden den Befall vor Ort begutachten und im Anschluss die erforderlichen Bekämpfungsmaßnahmen beauftragen“, sagt Bezirkssprecherin Sabrina Kirmse.

Sand wird nicht getauscht

Ein Austausch des speziellen Fallschutzsandes ist aber nicht geplant. „Sand ist eine begrenzte Ressource. Ein regelmäßiger Austausch ist daher weder nachhaltig noch wirtschaftlich, da hiermit erhebliche Kosten verbunden wären“, so die Sprecherin weiter. Der Spielplatz wird jährlich gereinigt – demnächst reinigt eine Fachfirma den Sand bis in 30 bis 40 cm Tiefe.