Sieg über Bolsonaro: Luiz Inácio "Lula" da Silva als Präsident Brasiliens wiedergewählt
Eilmeldung
Sieg über Bolsonaro: Luiz Inácio "Lula" da Silva als Präsident Brasiliens wiedergewählt
Nach einer furiosen Aufholjagd kann Brasiliens Staatschef weitere vier Jahre im Amt bleiben. Er siegte mit knapp 52 Prozent der Stimmen
Auch wenn es weder Umfrageinstitute noch Fachleute zuletzt noch geglaubt hätten: Luiz Inácio "Lula" da Silva bleibt für vier weitere Jahre Präsident Brasiliens. Der linke Amtsinhaber konnte sich nach Auszählung fast aller Stimmen in der Nacht auf Montag mit 51,75 Prozent vor seinem rechtsextremen Herausforderer Flávio Bolsonaro (48,25 Prozent) behaupten.
Der Wahltag war von Vorwürfen neuer Unregelmäßigkeiten begleitet. So sollen unter anderem in Salvador und São Paulo Teile des öffentlichen Verkehrssystems außer Dienst genommen worden sein. Beide Städte werden von Pro-Bolsonaro-Politikern regiert. In der ersten Wahlrunde hatte Lula dort aber Unterstützung gewonnen. Zudem nutzt seine – tendenziell weniger vermögende – Wählerklientel auch eher den öffentlichen Verkehr.
Im Süden der Millionenmetropole Rio de Janeiro waren bei beiden Wendungen laute Jubelrufe, Musik und Feuerwerk zu hören, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete.
Lula forderte in einer Reaktion eine Verlängerung der Stimmabgabe, damit auch diese Menschen ihr Wahlrecht wahrnehmen könnten. Dem kam der Oberste Gerichtshof nach, das Ende der Wahl wurde zwei Stunden nach hinten verschoben.
Umfragen hatten für die richtungsweisende Stichwahl um das Präsidentenamt ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgesagt. Allerdings war allgemein davon ausgegangen worden, dass Bolsonaro, der Sohn des vormaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, bessere Chancen haben würde, die Stimmen der anderen Kandidaten aus der ersten Wahlrunde auf sich zu vereinen. Jair Bolsonaro wurde wegen eines Umsturzversuchs zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilt. und konnte daher nicht selbst antreten.
Lula steht für Sozialprogramme, internationale Kooperation und den Schutz des Amazonasregenwaldes. Bolsonaro setzte auf einen konservativen Kurswechsel und einen härteren Kurs gegen Kriminalität. (mesc, cwu, APA, 25.10.2026)
Forum: 61 Postings
Ihre Meinung zählt.
Die Kommentare im Forum geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Benutzer:innen können diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.