Wegen Marius Borg Høiby: Schwere Vorwürfe gegen norwegische Königsfamilie – „Schreit zum Himmel“
„Signal ist erschreckend“: Schwere Vorwürfe gegen norwegische Royals wegen Marius Borg Høiby
Stand: 02.09.2026, 13:59 Uhr
Er ist verurteilt, trägt eine Fußfessel – und steht dennoch im Mittelpunkt: Marius Borg Høiby sorgt bei den Trauerfeierlichkeiten für König Harald für Kontroversen.
Oslo – Es sind Bilder, die um die Welt gehen: Als der Sarg von König Harald († 89) am 31. August feierlich durch das Osloer Schloss in die Schlosskapelle getragen wird, ist Marius Borg Høiby (29) mitten im Geschehen. Der Sohn von Königin Mette-Marit (53) aus einer früheren Beziehung gehört zu jenen, die den Sarg schultern – Seite an Seite mit König Haakon (53), Kronprinzessin Ingrid Alexandra (22) und den übrigen Enkeln des verstorbenen Monarchen.

Was für die Familie ein zutiefst persönlicher Abschied sein mag, löst heftige Reaktionen aus. Denn Marius Borg Høiby ist kein gewöhnlicher Trauergast: Im Juni 2026 wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt – darunter Vergewaltigung und Gewalt in engen Beziehungen. Derzeit befindet er sich mit elektronischer Fußfessel im Hausarrest auf Gut Skaugum, erhielt aber von der norwegischen Staatsanwaltschaft trotz U-Haft die Erlaubnis, an den Trauerfeierlichkeiten teilzunehmen.
Marius Borg Høibys Rolle bei Trauerfeierlichkeiten für König Harald: Zwischen liebendem Enkel und verurteiltem Straftäter
Besonders harsche Worte findet die Königshaus-Expertin Trine Villemann gegenüber der dänischen Boulevardzeitung Ekstra Bladet. „Die Botschaft ist erschütternd, aber unmissverständlich: Dem norwegischen Königshaus sind die Opfer von Marius’ Verbrechen gleichgültig. Tatsächlich entscheidet man sich dafür, ihn für seine Verbrechen zu belohnen, indem man ihm einen prominenten Platz am Sarg von König Harald einräumt. Das schreit doch zum Himmel.“ Villemann geht noch weiter und stellt die Frage, ob das Königshaus die Zeichen der Zeit schlicht nicht erkenne: „Mir fällt kein anderes Königshaus der jüngeren Zeit ein, das sich derart unsensibel verhalten hat. Haben sie sich die Meinungsumfragen denn überhaupt nicht zur Kenntnis genommen?“

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Das norwegische Magazin Se og Hør zitiert den belgischen Königshausexperten Wim Dehandschutter. Er beschreibt, wie die Bilder von Marius Borg Høiby in Belgien ankamen: „Im Moment stellt er für die Außenwelt fast alles andere in den Schatten. Und das ist schade. Im Mittelpunkt sollte die Person stehen, von der wir uns verabschieden, und ihr Vermächtnis, nicht die Frage, wer sich von ihr verabschiedet.“ Zugleich zeigt Dehandschuttet Verständnis für die familiäre Dimension: „Ganz gleich, wie schwerwiegend die Fehler sind, die ein Mensch begeht – seine Familie lässt ihn in einem solchen Moment der Not nicht im Stich. Jemanden zu unterstützen bedeutet nicht, dessen Handlungen gutzuheißen, es zeugt von Menschlichkeit.“
Royals-Experte Niels Pinborg erklärt gegenüber Se og Hør: „Natürlich soll Marius die Möglichkeit haben, um den Verstorbenen zu trauern, auch gemeinsam mit seiner Familie, aber das hätte man durchaus auch machen können, ohne dass er Teil eines öffentlichen Trauerzuges wurde.“ Pinborg plädiert dafür, dass Marius‘ öffentliche Auftritte auf die eigentliche Beerdigung von König Harald am 9. September beschränkt bleiben sollten. Unterdessen zeigt eine aktuelle Umfrage des Instituts Norstat, die der norwegische Sender NRK in Auftrag gegeben hat, ein überraschendes Ergebnis: Trotz aller Kontroversen rund um das Königshaus ist die Unterstützung für die Monarchie in Norwegen seit dem Tod von König Harald auf 72 Prozent gestiegen – ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber Mai 2026.
Am beliebtesten in der Königsfamilie ist laut der Norstat-Erhebung Königin Sonja (89), die einen Beliebtheitswert von 8,9 von 10 möglichen Punkten erreicht. Auch König Haakon verbessert sich deutlich von 8,1 auf 8,8. Königin Mette-Marit legt von 4,4 auf 5,2 zu – ein bemerkenswerter Anstieg in Anbetracht der Umstände. Das Schlusslicht bildet Prinzessin Märtha Louise (54), die mit 3,5 Punkten bewertet wird. Die Norwegerinnen und Norweger scheinen also zwischen dem Königshaus als Institution und dem Einzelfall Marius Borg Høiby zu unterscheiden. Ob dieses Vertrauen auch nach dem Staatsbegräbnis von König Harald am 9. September Bestand hat, wird sich zeigen – zumal das Berufungsverfahren gegen Marius Borg Høiby noch aussteht. Verwendete Quellen: ekstrabladet.dk, seher.no, nrk.no