Signalkrebse in Nidda und Erlenbach: Angelverein fängt sie

Stand: 17.09.2026, 14:00 Uhr

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Marco Weller, Vorsitzender des Angelvereins, mit einer Krebsreuse.

Marco Weller, Vorsitzender des Angelvereins, mit einer Krebsreuse. © Christiane Kauer

Der Bad Vilbeler Angelsportverein entnimmt Signalkrebse aus lokalen Gewässern, weil die Tiere einheimische Krebsarten töten. Wer die Krebse fangen darf, braucht dafür zwingend einen staatlichen Fischereischein.

Bad Vilbel – Signalkrebse stammen aus Nordamerika und seien als Speisekrebse nach Europa gekommen, sagt Marco Weller, Vorsitzender des Angelsportvereins Bad Vilbel. Aus den Zuchtanlagen seien einige entkommen und so in Flüsse und Bäche gelangt, wo sie sich angesiedelt haben.

Ein Signalkrebs, der in der Reuse gefangen war.

Ein Signalkrebs, der in der Reuse gefangen war. Ursprünglich stammt die Art aus Nordamerika. © Christiane Kauer

Sie sind robust und wenig anspruchsvoll, benötigten etwa keine besonders gute Wasserqualität. Ungut für die heimischen Krebsarten ist: Signalkrebse tragen die Krebspest, eine Viruserkrankung, in sich. Das mache ihnen selbst nichts aus, schade aber den geschützten einheimischen Arten, die daran sterben. Deswegen werden Signalkrebse aus dem Erlenbach und der Nidda entnommen. Doch das darf nur, wer dazu berechtigt ist, also einen staatlichen Fischereischein besitzt und eine Genehmigung dafür hat. Und wer natürlich einen Signalkrebs von einem einheimischen Krebs unterscheiden kann.

Reusen müssen im Wasser bleiben

Diese Voraussetzungen erfüllt Marco Weller. Auch die, Krebsreusen auszulegen, um die Signalkrebse zu fangen. Reusen sind spezielle Fallen für den Fisch- bzw. den Krebsfang, in deren Innerem ein kleiner Fisch als Köder dient. Sie liegen im Wasser, und dort sollen sie auch bleiben, betont Marco Weller. Denn die Krebse könnten zwar eine Zeit lang an Land überleben, würden letztlich ohne Wasser aber austrocknen. Damit sie nicht gestohlen werden, sind die Reusen mit Ketten gesichert.

Vier davon hat Marco Weller am Erlenbach an unterschiedlichen Stellen ausgelegt, die er auch mal wechselt. Die korbähnlichen Reusen haben einen kleinen „Eingang“, damit sich kein Fischotter darin verfängt, auch wenn diese Tiere hier nicht so häufig vorkommen. Fischotter kommen nicht hinein, Fische kommen hinein und wieder hinaus, doch was ist, wenn sich ein einheimischer Krebs in die Reuse verirrt? Die seien geschützt und würden deswegen wieder freigelassen, so Marco Weller. In der Reuse selbst passiere ihnen nichts.

Am Samstagmorgen Mitte September sind nur ein paar Signalkrebse in den Reusen, die nicht erfreut sind, als Marco Weller sie herausnimmt und in einen Eimer setzt. Sofort falten sie sich auf und heben zur Abwehr die leuchtend roten Scheren. Doch nicht die geben ihnen ihren Namen, sondern ein heller Fleck an den Scherengelenken. Die Tiere werden fast 20 Zentimeter lang, die Männchen werden etwas größer und schwerer als die Weibchen.

Flüsse möglichst naturnah belassen

Und was geschieht jetzt mit ihnen? Die werden gekocht und gegessen, sagt Marco Weller. Für den Eigenbedarf sei das erlaubt – aber auch hier gilt wieder: Erlaubt ist es nur denjenigen, die einen Fischereischein und eine Genehmigung besitzen.

Ziel des Angelsportvereins sei es, dazu beizutragen, dass Nidda und Erlenbach möglichst naturnah belassen werden und ihren natürlichen Zustand erreichen, mit dem Fischbestand und mit Arten, die hierher gehören. Der Signalkrebsfang trage dazu bei, so Marco Weller. Im Angelverein gibt es zurzeit Überlegungen, ihn zu verstärken und auch die jugendlichen Mitglieder darin einzubinden. Denn der Fischereischein könne bereits mit vierzehn Jahren gemacht werden. Das Interesse am Angelsport sei da.

Signalkrebse werden fast 20 Zentimeter lang.

Signalkrebse werden fast 20 Zentimeter lang. © Christiane Kauer

Dass Angeln und Umweltschutz zusammengehören, zeigt auch der „Catch & Clean Day“, an dem Angler sich mit einer großen Reinigungsaktion für saubere Gewässer einsetzen. Er findet in diesem Jahr am 26. September statt. Auch der Bad Vilbeler Angelsportverein beteiligt sich an der überregionalen Aktion und sammelt Müll und Unrat aus und entlang der Nidda.