„Einer der dunkelsten Tage unserer Geschichte“: Sizilien brennt – ein junger Mann kämpft ums Leben

Sizilien in Flammen: Junger Mann kämpft nach Verbrennungen ums Leben – Bürgermeister üben scharfe Kritik

Stand: 02.09.2026, 19:05 Uhr

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Sizilien brennt: Brände wüten in allen Provinzen, ein junger Mann kämpft nach Verbrennungen ums Leben – Bürgermeister kritisieren den Staat scharf.

Palermo – Die Brandwelle, die in den vergangenen Tagen Sizilien getroffen hat – und weiterhin trifft –, mit sengenden Temperaturen, die vom heißen afrikanischen Wüstenwind angefacht werden, hat in allen Provinzen der Insel schwere Schäden angerichtet. Sie richtet sie weiter an, wie in einem Flickenteppich. Die schwierigsten Situationen gibt es in den Provinzen Palermo und Syrakus – dort mussten mehrere Wohnhäuser evakuiert werden – sowie in den Provinzen Messina und Catania. In zahlreichen Orten der Insel waren die Feuerwehren im Dauereinsatz.

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Dieser Artikel von Salvo Fallica entstand in Kooperation mit Corriere della Sera

Es gibt erhebliche Schäden am Natur-, Umwelt-, Landschafts- und Agrarerbe. Schäden betreffen auch Wohnhäuser, mancherorts mussten die Bürger aus ihren Häusern fliehen. Der schwerste Fall ereignete sich in Ciminna im Gebiet der Provinz Palermo: Ein 26-jähriger junger Mann, Salvatore Giglia, befindet sich nach erlittenen Verbrennungen in kritischem Zustand im Krankenhaus, nachdem er versucht hatte, sein Grundstück vor den Flammen zu schützen. Er wurde ins Krankenhaus Civico in Palermo eingeliefert, wird sediert und weist Verbrennungen an mehreren Körperstellen auf. Die Prognose bleibt reserviert.

Ein Mann versucht in der Nacht, die Flammen eines Feuers einzudämmen.

Sizilien brennt: Brände wüten in allen Provinzen, ein junger Mann kämpft nach Verbrennungen ums Leben – Bürgermeister kritisieren den Staat scharf. (Symbolbild) © dpa/IPA via ZUMA Press | Alberto Lo Bianco

Felder und Häuser stehen für viele als Stück ihres eigenen Lebens, als Ergebnis harter Arbeit und großer Entbehrungen. Dramatische und mutige Szenen spielen sich ab, wenn Menschen versuchen, ihren Besitz vor der Wucht der Brände zu schützen, die in diesem Sommer bereits weite Gebiete verwüstet haben und weiterhin verwüsten. Auch in anderen Ländern wie Spanien und Portugal toben immer wieder schwere Waldbrände. Zuletzt hatte es eine Urlaubsregion in Kroatien erwischt.

Verletzter Bürgermeister im Einsatz gegen die Flammen

Der Bürgermeister von Polizzi Generosa, Gandolfo Librizzi, hat sich verletzt, als er versuchte, seinen Mitbürgern zu helfen. Während der Löscharbeiten gegen den Brand im Gebiet der Madonien stürzte der Bürgermeister und verletzte sich am Knie. Er wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht, doch offenbar wurden keine Brüche festgestellt. Librizzi blieb bis zum Morgengrauen an der Seite der Feuerwehrleute, die gegen die Flammen kämpften, die bedrohlich auf den Ortskern übergriffen. Auch sein eigenes Haus wurde evakuiert, als das Feuer das Gebiet erreichte.

Die Bürgermeister, die der Versprechungen der Regional- und Zentralregierung überdrüssig sind, wollen die Situation nicht länger hinnehmen und üben umfassende Kritik. Der Bürgermeister von Ciminna, Vito Filippo Barone, erklärt, es gebe eine „schwache Präsenz der Institutionen“ und nur wenige Einsatzmittel stünden zur Verfügung. Nur ein einziger Einsatzflug mit Canadair und Hubschraubern sei erfolgt, „trotz wiederholter Appelle an alle zuständigen Stellen“. Eine Situation, die für den Bürgermeister „einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, eine Niederlage für den Staat und für uns alle“.

Kirche und Gemeinden an der Seite der Bevölkerung

Die Kirche steht an vorderster Front an der Seite der Bürger. Um die Verbundenheit des Erzbistums Palermo zu unterstreichen, zelebrierte Erzbischof Corrado Lorefice eine Messe in der Chiesa Madre. Bereits vor Jahren hatten die Bischöfe auf die programmatischen Defizite bei der Bekämpfung der Brände in Sizilien hingewiesen; damals entstand eine Kontroverse, doch jeden Sommer wiederholen sich die Notlagen, und die Fälle massiver Zerstörung in den betroffenen Gebieten bleiben zahlreich.

Der Bürgermeister von Ciminna, Vito Filippo Barone, fügt hinzu: „Es war ein dramatischer Tag, einer der dunkelsten und schmerzlichsten in unserer jahrtausendealten Geschichte“. Das Feuer habe unseren Ort an mehreren Stellen vollkommen eingehüllt. „Es war kurz davor, in die Häuser einzudringen, und wir waren gezwungen, viele unserer Mitbürger zu evakuieren.“ Nach Einschätzung des Bürgermeisters sind mehr als 600 Hektar in Flammen aufgegangen.

Großeinsatz der Rettungskräfte und Forderung nach Hilfe

An vorderster Front im Kampf gegen die Brände stehen neben der Feuerwehr auch Teams des Forstbranddienstes, Forstbeamte, der Zivilschutz, Carabinieri und zahlreiche Freiwillige. Auch die Tiere leiden in vielen Regionen der Insel: In der Provinz Palermo sind mehrere Esel verendet, nachdem sie in den Brand geraten waren.

Anci Sicilia fordert von der Region und der Zentralregierung dringende Maßnahmen für die von den jüngsten Bränden betroffenen Gebiete und – sofern die Voraussetzungen vorliegen – die Ausrufung des Ausnahmezustands. Zudem verlangt Anci Sicilia eine Stärkung der Präventionsmaßnahmen durch einen verstärkten Einsatz von Technologien und die Bereitstellung der notwendigen Mittel in Zusammenarbeit mit den Gebietskörperschaften.