So will die AGF die Quotenmessung neu aufstellen

AGF Quoten

Ab 2028 soll ein aus fünf Komponenten bestehendes System den neuen Standard für die Bewegtbildmessung bilden. Neben der neuen Messarchitektur standen drängende Fragen zur Mediaqualität, KI-generiertem Ad Fraud sowie die Studie „Bewegtbild 2030“ im Mittelpunkt einer Tagung in Frankfurt.

Das erwartet dich in diesem Artikel:

  • Fünf Säulen ab 2028: Wie das neue AGF-Forschungssystem aufgebaut ist.
  • Live-Experiment & Ad Fraud: Warum KI-Bots die Effizienz von digitaler Werbung bedrohen.
  • Studie „Bewegtbild 2030“: Die Verschiebungen vom linearen TV hin zu non-linearen Angeboten.
  • Pionier Amazon: Warum der Streaming-Riese auf den AGF-Standard setzt.

Fünf Komponenten bilden das neue System ab 2028

Um der Fragmentierung des Bewegtbildmarktes gerecht zu werden, führt die AGF ab 2028 fünf eng miteinander verzahnte Entwicklungsfelder ein:

  • Integration von Rückkanaldaten: HbbTV-Nutzungsdaten von Millionen Geräten reichern das klassische AGF-Panel als hybride Datenbasis an.
  • Connected TV (CTV): Eine eigenständige Gerätekategorie erfasst Streaming, Displays und Co-Viewing auf dem Big Screen.
  • Virtual Panel: Rund 800.000 synthetisch generierte Fälle führen lineares TV, Streaming und Display-Nutzung personenbezogen und dedupliziert zusammen.
  • Neues Digitaldatenmodell: Ermöglicht die flexible Ermittlung von Nettoreichweiten bis auf Ebene einzelner Videos.
  • Crossmedia Campaign Measurement: Kanalübergreifende Erfolgsmessung von Kampagnen nach der Ausspielung über einheitliche IDs.

Nach einem Test- und Übergangsjahr 2027 soll die Architektur ab Januar 2028 als alleiniger Marktstandard fungieren. Die Quoten dürften dann genauer und moderner werden.

Die Weiterentwicklung unterstreicht die Notwendigkeit verlässlicher, plattformübergreifender Kennzahlen. Gerade in Zeiten, in denen KI-Systeme Inhalte und Daten massenhaft skalieren, benötigt die Werbewirtschaft transparente Bezugssysteme als Basis für Millionen-Investitionen.

Warnsignal beim Thema Mediaqualität und Fake-Traffic

Ein Schockmoment des Forums war die Live-Demonstration von Norman Wagner (Pion3ers). Er zeigte, wie eine automatisierte KI-Redaktion in wenigen Minuten Beiträge generierte und anschließend von Bots aufgerufen wurde, um Marken-Cookies zu sammeln und Werbung abzugreifen.

Eine Auswertung untermauerte die Gefahr: Der Anteil ungültigen Traffics stieg vom vierten Quartal 2024 (21,31 Prozent) bis zum zweiten Quartal 2026 drastisch auf 46,18 Prozent an.

Wichtige Erkenntnisse der Studie „Bewegtbild 2030“

Die von der AGF vorgestellte Untersuchung zeigt, dass die Gesamtnutzungszeit von Bewegtbild zwar stabil hoch bleibt, die Sehgewohnheiten jedoch immer stärker von linearen zu non-linearen Angeboten wandern. Globale Aggregatoren und KI übernehmen dabei zunehmend die Rolle neuer Gatekeeper für die Auffindbarkeit von Inhalten.

Zudem zog Amazon Ads auf der Bühne eine positive Bilanz: Als erster globaler First Mover lässt Amazon sein werbefinanziertes Angebot auf Prime Video sowie Live-Sport seit Ende 2025/Mitte 2026 vollumfänglich nach AGF-Kriterien messen.

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Bildquelle:

  • AGF Quoten: AGF/Alexandr Mitiuc-stock.adobe.com