Sogar Woody, der Cowboy aus "Toy Story", wird vom Alter nicht verschont

Animationsfilmheld

Sogar Woody, der Cowboy aus "Toy Story", wird vom Alter nicht verschont

Als Spielzeug etwas in die Jahre gekommen, ist Woody auch im fünften Teil der "Toy Story"-Reihe wieder dabei. Er trägt jetzt Bierbauch und lichter werdendes Haar

Kopf des Tages

/

Jakob Thaller

US-amerikanischer Schauspieler steht neben einer lebensgroßen Figur von Woody, einer Hauptfigur aus „Toy Story“, vor einem Hintergrund mit dem Filmtitel „Toy Story 5“. Das Bild wurde bei einem Launch-Event in London aufgenommen.
Woody (eindeutig rechts) wird im englischen Original von Tom Hanks gesprochen. In der deutschen Fassung leiht ihm Michael "Bully" Herbig seine Stimme.

Wo einst eine makellose Kunststofffassade glänzte, zeichnen sich inzwischen ein kleiner Bierbauch und eine abgenutzte, kahle Stelle am Hinterkopf ab: Cowboypuppe Woody, mit seinem braunen Schlapphut und dem karierten Hemd der ewige Held aus den Toy-Story-Filmen, ist im gerade angelaufenen fünften Abenteuer sichtlich gealtert. Kein Wunder, immerhin hatte der Spielzeug-Sheriff schon im 1995 veröffentlichten ersten Teil der Reihe ein paar Jahre auf dem Sattel hinter sich.

Ursprünglich war Woody nämlich ein Merchandise-Produkt der fiktiven Kinderserie Woody’s Roundup, die im Filmuniversum zwischen 1949 und 1957 gelaufen ist und von der Frühstücksflockenmarke Cowboy Crunchies gesponsert wurde. Die Enthüllung dieser Vergangenheit in Toy Story 2 zählt zu jenen existenziellen Momenten, die das Franchise sogar für ein erwachsenes Publikum reizvoll machen.

Es war einmal ein Zyniker

Längst erwachsen ist inzwischen auch Andy, dem Woody im ersten Film gehörte und der sich auf der Unterseite seines Stiefels krakelig mit seinem Namen verewigte. Der gutmütige Cowboy war damals nicht nur das Lieblingsspielzeug seines Kindes, sondern so etwas wie der Anführer der anderen Spielzeuge. Übrigens war Woody in einer Urfassung als Zyniker mit wenig Empathie konzipiert. Nur missfiel das unter anderem dem damaligen Pixar-Chef und Apple-Gründer Steve Jobs, deswegen wurde er zum sympathischen Helden umgeschrieben.

Dass aber auch er nicht nur tugendhaft sein kann, blitzt manchmal noch durch. Zum Beispiel als mit Buzz Lightyear ein viel moderneres Spielzeug ins Kinderzimmer einzog und Woody von der Eifersucht gepackt wurde. Mit dem Space Ranger freundete er sich auf gemeinsamen Abenteuern dann doch noch an. Als Andy dann für sein Studium auszog und seine Spielsachen nicht mehr benötigte, landete Woody mit den anderen kurz in einem brutalen Kindergarten (Toy Story 3) und schließlich beim neuen Mädchen Bonnie.

Die Prärie hinterlässt Spuren

Und weil man entweder als Held stirbt oder so lange lebt, bis man selbst zum Bösewicht wird, übergab Woody die Führungsrolle zum richtigen Zeitpunkt an das Cowgirl Jessie. In Toy Story 5 führt Woody mit einer Porzellandame und einer motorradfahrenden Actionfigur aus den 1970ern ein neues Abenteuerleben, fern seiner alten Gang. Doch wenn seine Freunde ihn brauchen, kommt er zurückgeritten. Nur etwas langsamer als früher, weil inzwischen mehr Hüftgold im Sattel sitzt. (Jakob Thaller, 23.7.2026)

Forum: 1 Posting

Ihre Meinung zählt.

Die Kommentare im Forum geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Benutzer:innen können diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.