Sonnenfinsternis und Sternschnuppen: Experte verrät die besten Beobachtungsorte in der Region

Stand: 11.08.2026, 19:00 Uhr

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Himmel voller Sterne: In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. Von Sternschnuppen wie dieser über dem Mangfallgebirge gibt es nach Mitternacht bis zu 100 pro Stunde zu sehen.

Himmel voller Sterne: In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. Von Sternschnuppen wie dieser über dem Mangfallgebirge gibt es nach Mitternacht bis zu 100 pro Stunde zu sehen. © Hans Sterr / Alpinbilder.de

Erst verschwindet die Sonne, dann regnet es Sternschnuppen. Kurt Motl von der Isartalsternwarte Königsdorf verrät die besten Beobachtungsorte in der Region.

Königsdorf – Nicht nur Astronomiefans, sondern auch Menschen ohne Teleskop und Fernrohr können am Mittwoch, 12. August, gleich zwei Himmelsspektakel beobachten. Abends schiebt sich der Neumond zwischen Sonne und Erde – in der Region wird eine partielle Sonnenfinsternis erwartet. In derselben Nacht auf Donnerstag, 13. August, erreichen die Perseiden ihr Maximum. Wer es sich an einem dunklen Ort gemütlich macht, kann bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde beobachten. Kurtl Motl, Vorsitzender der Isartalsternwarte in Königsdorf, kennt den Hintergrund beider Phänomene. Im Interview erklärt er, worauf Romantiker achten sollten, damit der gemütliche Abend unter freiem Himmel glückt.

Partielle Sonnenfinsternis: In Königsdorf wird der Mond die Sonne am 12. August um 20.16 Uhr zu 89 Prozent verdecken.

Partielle Sonnenfinsternis: In Königsdorf wird der Mond die Sonne am 12. August um 20.16 Uhr zu 89 Prozent verdecken. © Stellarium/Isartalsternwarte

Herr Motl, die schönste Sternschnuppennacht im Sommer steht bevor. Wie entsteht dieses Schauspiel?

Früher dachte man, Sternschnuppen sind Teile von Sternen, die auf die Erde fallen. Heute weiß man, dass Sternschnuppenschwärme auf Kometen zurückgehen. Sie verlieren in der Nähe der Sonne an Materie. Dieser Staub verteilt sich auf der Umlaufbahn des Kometen. Kreuzt die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne so eine Staubspur, beobachten wir besonders viele Sternschnuppen. Was wir als Sternschnuppen wahrnehmen, sind millimetergroße Brösel der Kometen, die 80 bis 100 Kilometer über der Erdoberfläche mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre treffen, durch die Reibung stark erhitzt werden und dabei Luftmoleküle zum Leuchten anregen. Im Laufe eines Jahres gibt es mehrere dieser Meteorströme, die wir von der Erde aus beobachten können.

Warum wir uns bei Sternschnuppen was wünschen

„Früher konnten sich die Menschen Himmelsereignisse, wie zum Beispiel die Sternschnuppen, nicht erklären“, sagt Kurt Motl. Eine Erzählung, die in der Folge entstand, geht so: Sterne leuchten immer gleich hell, weil sie regelmäßig von den Engeln geputzt werden. Was beim Putzen auf die Erde fällt, sind die Sternschnuppen. Sieht man eine Schnuppe, darf man sich etwas wünschen. Der Wunsch geht aber nur in Erfüllung, wenn man ihn für sich behält und kein anderer die Sternschnuppe gesehen hat. Mythen wie diese und ihre Entstehung unterscheiden sich von Kultur zu Kultur.

Warum sind ausgerechnet die Perseiden so bekannt?

Die Erde durchquert die Staubspur des Kometen Swift-Tuttle jedes Jahr ab Mitte Juli für fünf Wochen. Das Maximum der Perseiden erreichen wir in der Nacht vom 12. auf den 13. August. In diesen warmen Sommernächten verbringen viele Menschen ihre Abende im Freien – kein Wunder, dass sie dabei die eine oder andere Sternschnuppe sehen, zumal es unter den Perseiden auch sehr helle Vertreter gibt. Die Geminiden, die ihr Maximum im Dezember erreichen, und die Quadrantiden im Januar sind zwar zahlreicher, aber im Winter ist es den meisten einfach zu kalt, um stundenlang in den Himmel zu schauen (lacht).

Die Perseiden sind nach dem Sternbild Perseus benannt. Ist das wirklich der Ursprung der Sternschnuppen?

Nein, das ist nur eine optische Täuschung. Man kann sich das so vorstellen wie bei einer nächtlichen Autofahrt bei Schneefall. Die Schneeflocken kommen von oben, es wirkt aber so, als kämen sie direkt von vorn auf uns zugeflogen. Die Erde rast mit 30 Kilometern pro Sekunde um die Sonne, wodurch die Sternschnuppen alle von einem Punkt am Himmel zu kommen scheinen, der im Sternbild Perseus liegt. Eigentlich fliegt die Erde aber nur durch den Meteorstrom hindurch.

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Was sollte man beachten, um möglichst viele Sternschnuppen zu sehen?

Die meisten gibt es in der zweiten Nachthälfte nach Mitternacht zu sehen. Voraussetzung ist natürlich ein klarer Himmel und möglichst kein heller Mond. Zum Beobachten sollte man es sich bequem machen: Ein Liegestuhl ist ideal, vielleicht mit einer warmen Decke. Ein Teleskop nützt nichts, weil die Sternschnuppen zu schnell über den Himmel flitzen.

Zur Beobachtung

der Sonnenfinsternis empfiehlt die Isartalsternwarte den Aussichtspunkt Goritsleiten („Kreuzberg“) östlich von Osterhofen. Bei schönem Wetter bietet die Sternwarte dort ab 19 Uhr das gefahrlose Betrachten der sich verfinsternden Sonne an. Das Schauspiel beginnt um 19.23 Uhr, wenn der Rand der Mondscheibe den Rand der Sonnenscheibe berührt. Das Maximum der Verfinsterung wird um 20.16 Uhr erreicht. Um 20.32 Uhr geht die Sonne unter. Die Sternwarte, von der aus die Sonnenfinsternis nicht zu sehen ist, öffnet bei gutem Wetter um 22 Uhr. Von hier aus können Sternschnuppen beobachtet werden. Weitere Infos gibt‘s auch unter www.isartalsternwarte.de.

Kennen Sie einen idealen Platz, um vor den Sternschnuppen auch die partielle Sonnenfinsternis zu beobachten?

Ein dunkler Standort außerhalb der Stadt ist wichtig, um Sternschnuppen zu beobachten, zum Beispiel bei uns an der Isartalsternwarte. Von dort hat man einen schönen Rundumblick und Bäume verdecken die Lichtglocken von Geretsried und Bad Tölz. Allerdings sieht man von dort aus die partielle Sonnenfinsternis nicht. Dafür muss man sich einen Hügel mit freiem Blick auf den Westhorizont suchen, über dem die Sonne untergeht. Geeignet sind beispielsweise die Peretshofener Höhe oder die Goritsleiten bei Osterhofen oder andere Aussichtspunkte in der Region. In Königsdorf wird der Mond um 20.16 Uhr etwa 89 Prozent der Sonne verdecken, was sich mit einer Sonnenfinsternisbrille gut beobachten lässt. Wer bis zum Einbruch der Dunkelheit wartet, kann beide Ereignisse verbinden. nap