Soundmaster SRR80 im Test: Überzeugt der DAB+-Radiorekorder im Retro-Look?

Retro-Design trifft Digitaltechnik: Thomas Riegler testet den Soundmaster SRR80 mit DAB+, Kassette, USB und Bluetooth. Welcher Haken beim Kassettenlaufwerk lauert.
Die Retrowelle lässt aktuell die Kompaktkassette wieder hochleben. Dementsprechend werden auch wieder Radiorekorder angeboten. Die können heute aber durchaus mehr als vor 50 Jahren und unterstützen auch DAB+. Zu ihnen zählt auch der Soundmaster SRR80.
Ausstattung & Design: Wie viel Nostalgie steckt im Soundmaster SRR80?
Der SRR80 kommt im Design, wie man es von Stereo-Radiorekordern aus der Zeit um 1990 kennt. Doch der Schein trügt: Denn das Gerät versteht sich nicht nur auf UKW, sondern auch auf DAB+. Weiter kann der Radiorekorder auch digitale Audiofiles von SD-Speicherkarten und USB-Sticks abspielen. Außerdem wird Bluetooth unterstützt, womit die Musik unter anderem auch vom Smartphone entgegen genommen wird.
Die Front wird vom in der Mitte platzierten Kassettenteil und den zu beiden Seiten angeordneten rund 6,5 Zentimeter großen Lautsprechern dominiert. Über der Kassettenklappe ist ein zweimal 16 Zeichen darstellendes Display untergebracht. An der Stelle war bei den originalen Radiorekordern von vor rund 50 Jahren die analoge Senderskala eingebaut.
Sämtliche Bedienelemente sind an der Oberseite konzentriert. Klassische Drehregler findet man am SRR80 keine mehr. So sind nicht nur für grundlegende Funktionen wie die Menüoberfläche und Auswahl der Betriebsart, für die Bedienung des MP3-Players und -Rekorders sowie für die Lautstärkeregelung und Sendersuche nur noch Drucktasten vorgesehen. Die Bedienung des Kassettenteils erfolgt ganz traditionell über sechs mechanische Tasten – wobei die Reihenfolge der Bedienfunktionen von dem abweicht, was man so von alten Kassettenrekordern kennt.
Ferner ist am Rand des Bedienfelds die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse für den Anschluss eines Stereo-Kopfhörers zu finden. Unmittelbar hinter dem Tastenblock ist die schwenkbare Teleskopantenne eingebaut. Ihre Länge beträgt rund 64 Zentimeter.
Rückwärts finden sich eine USB-Schnittstelle und der Schlitz zur Aufnahme einer SD-Speicherkarte. Weiter ist hier die Anschlussbuchse für das 230-V-Stromkabel anzustecken. Das Netzteil ist, so wie man es nicht nur von den Radiorekordern von früher kennt, im Gerät fest verbaut. Außerdem kann der SRR80 auch mit Akkus oder Batterien der Größe D betrieben werden – sie sind auch als Monozellen, UM-1 oder R20 bekannt. Von ihnen nimmt das rückwärtige Fach vier Stück auf. Die recht großen Energiespeicher resultieren aus dem allgemein relativ hohen Stromverbrauch der Kassettenrekorder-Motoren.

Schneller Einstieg: Wie erfolgt die Inbetriebnahme?
Das Radio wird bereits mit einer DAB+-Senderliste ausgeliefert. Da diese nur australische Stationen enthält, muss man selbst für den Start des Sendersuchlaufs sorgen. Er ist leicht über die Menüoberfläche zu starten. Danach ist das Gerät bereits voll einsatzfähig. Sogar die Menüsprache ist bereits auf Deutsch voreingestellt. Alternativ bietet das Gerät auch Englisch, Französisch und Italienisch an.
DAB+ & UKW-Empfang: Was leistet der Tuner in der Praxis?
Mit DAB+ schlägt der Retro-Radiorekorder den Bogen in die Gegenwart. Geboten werden ein automatischer und manueller Sendersuchlauf. Alle eingelesenen Stationen werden in alphabetischer Reihung in die Senderliste übernommen. Das Digitalradio kommt auch mit über 100 Stationen gut klar. Über die Infotaste wird wahlweise die Signalstärke als 16-stellige Balkenanzeige sowie anhand der Signalfehler angezeigt. Weiter lassen sich Datum, Uhrzeit, Programmsparte, Multiplexname, Frequenz und die Datenrate abrufen. Den Radiotext gibt es gewöhnlich gemeinsam mit dem Stationsnamen nach jedem Kanalwechsel.
Bei den Empfangsleistungen darf man vom Retro-Radiorekorder nicht zu viel verlangen. Viel mehr als die ortsüblichen Multiplexe wird man mit ihm kaum zu Gehör bekommen. Damit sollte man mit den 30 Favoritenspeichern jedenfalls reichlich bedient sein.
Auf UKW bietet der Soundmaster einen manuellen Sendersuchlauf in 50-kHz-Schritten sowie einen überraschend schnell arbeitenden Autoscan mit zwei Empfindlichkeitsstufen. Je nach Einstellung berücksichtigt er nur starke Ortssender oder auch schwach hereinkommende Stationen. Die Empfangsleistungen des UKW-Teils erfüllen nur Minimalanforderungen und decken im Wesentlichen nur die ortsüblichen Stationen ab. RDS funktioniert schnell und zuverlässig und zeigt bei ausreichend starkem Signal binnen weniger Sekunden den Stationsnamen und Radiotext an. Programmsparte, Datum, Uhrzeit und Art des Empfangs (Mono/Stereo) sind über die Info-Taste abrufbar. Auch auf UKW können bis zu 30 Favoritensender gespeichert werden.

UKW
Auf UKW bietet der Soundmaster einen manuellen Sendersuchlauf in 50-kHz-Schritten sowie einen überraschend schnell arbeitenden Autoscan mit zwei Empfindlichkeitsstufen. Je nach Einstellung berücksichtigt er nur starke Ortssender oder auch schwach hereinkommende Stationen. Die Empfangsleistungen des UKW-Teils erfüllen nur Minimalanforderungen und decken im Wesentlichen nur die ortsüblichen Stationen ab. RDS funktioniert schnell und zuverlässig und zeigt bei ausreichend starkem Signal binnen weniger Sekunden den Stationsnamen und Radiotext an. Programmsparte, Datum, Uhrzeit und Art des Empfangs (Mono/Stereo) sind über die Info-Taste abrufbar. Auch auf UKW können bis zu 30 Favoritensender gespeichert werden.
Zusatzfunktionen: Wecker & Sleeptimer im Detail
Der Soundmaster SRR80 erlaubt die Programmierung von zwei Weckzeiten. Wobei nicht nur mehrere Weckintervalle, sondern auch die Dauer des Weckvorgangs einstellbar sind. Als Weck-Audioquelle stehen DAB+, UKW, USB und SD zur Verfügung – wobei die beiden letztgenannten voraussetzen, dass diese Speichermedien angedockt sind. Der Sleeptimer bietet fünf Ausschaltzeiten von 15, 30, 45, 60 und 90 Minuten und funktioniert sogar im Kassetten-Betrieb.
Das Kassettenlaufwerk: Revival alter Schätze mit Einschränkung
Der Kassettenrekorder erlaubt nicht nur, alte Bänder abzuspielen, die man vielleicht auf dem Speicher gefunden hat, sondern auch Neuerscheinungen bespielter Audiokassetten. Zudem werden vermehrt auch wieder Leerkassetten zum Selbstaufnehmen angeboten. Abgesehen davon, dass die Kompaktkassette derzeit wieder im Trend ist, sind auch alte Tapes nach wie vor gut hörbar. Man wird erstaunt sein, wie gut selbst über 50 Jahre alte Tapes heute noch klingen können – vorausgesetzt, sie wurden nicht direkt neben Lautsprechern gelagert (Stichwort: Löscheffekt durch nahe Magnete). Jedenfalls erfüllt der SRR80 die Voraussetzungen, um alten Bändern aus der Jugendzeit noch einmal frisches Leben einzuhauchen.

Klang & Technik: Echte Stereo-Wiedergabe oder Mono-Falle?
Der Soundmaster SRR80 gibt auf DAB+ und UKW empfangene Programme in Stereo wieder. Auch bei der Wiedergabe von Musik via USB, SD-Speicherkarte und Bluetooth kommt man in den Genuss von Stereo-Sound. Bei der Kassetten-Wiedergabe muss man sich jedoch mit Mono begnügen. Der Blick ins Kassettenfach verrät, dass tatsächlich nur ein Mono-Tonkopf verbaut wurde, womit auch alle Aufnahmen nur in Mono erfolgen können.
Die Tonqualität des Soundmaster SRR80 entspricht in etwa dem, was man sich von einem Gerät dieser Größe und Preisklasse erwarten darf. Die beiden Lautsprecher liefern ordentliches Stereo und bieten auch reichlich Power.
Digitale Aufnahme und Wiedergabe
Über den Retro-Radiorekorder lässt sich auch auf USB-Stick oder SD-Karte gespeicherte digitale Musik abspielen. Weiter nimmt er Audio über Bluetooth entgegen. Von Speichermedien kann aber nicht nur wiedergegeben, sondern auch aufgenommen werden. Auf diese Weise lassen sich etwa alte Kassetten digitalisieren – allerdings nur in Mono, da der Kassettenteil kein Stereo unterstützt. Weiter kann auch von DAB+ und UKW digital mitgeschnitten werden. Die Audio-Datenrate beträgt jeweils 128 Kilobit pro Sekunde.
Fazit
Digitale Vielfalt, kombiniert mit einem Schuss analoger Nostalgie – dafür steht der Soundmaster SRR80. Als digitaler Player und Rekorder macht er eine ganz gute Figur. Dank DAB+ und digitaler Abspiel- und Aufnahmemöglichkeiten passt sich der SRR80 voll der digitalen Welt von heute an. Zwei Wermutstropfen sind die eher bescheidenen Empfangsleistungen sowie das nur in Mono arbeitende Kassettenteil.
Außerdem interessant: