Spanien schlägt Argentinien im WM-Finale – FIFA-Kritik überschattet Turnier

Stand: 20.07.2026, 12:49 Uhr

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Spanien schlägt Argentinien in der Verlängerung und ist Weltmeister. Doch FIFA-Präsident Infantino gerät wegen politischer Gefallen ins Kreuzfeuer.

Die Furia Roja sicherte sich mit einem Treffer in der Verlängerung den Titel und schnappte den WM-Pokal ausgerechnet vor den Augen von Lionel Messi weg, als Argentinien in Unterzahl bereits alles auf das Elfmeterschießen setzte. Gewonnen hat die beste Mannschaft: Die Spanier schlugen nacheinander die beiden Finalisten der WM in Katar. Auch ohne Glanzleistung von Lamine Yamal, der noch nicht die Ausstrahlung eines Führungsspielers hat, setzte sich Spanien durch. Sie waren strammer, jünger und dynamischer.

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Dieser Artikel von Stefano Barigelli entstand in Kooperation mit Gazzetta dello Sport.

Nationaltrainer Luis de la Fuente, der nach langjähriger Verbandsarbeit von der U21 zur A-Nationalmannschaft aufrückte, hat seinem Team eine offensive Ausrichtung verpasst. Diese grenzte in manchen Phasen an Leichtsinn. Dennoch hat er nach der Europameisterschaft nun auch die Weltmeisterschaft gewonnen – und dient damit als Vorbild. Das letzte Wunder gelang Messi nicht. Er stand zu allein in einer müden Elf. Es war seine letzte WM.

Donald Trump und Gianni Infantino im Weißen Haus

Tatsächlich ein echtes Foto: Donald Trump hält 2018 während eines Treffens mit Infantino eine Rote Karte hoch. Acht Jahre später sollte dieser Moment noch einmal eine ganz neue Bedeutung bekommen. (Archivbild) © picture alliance/Evan Vucci

Das Verhältnis zwischen Infantino und Trump

Diese Weltmeisterschaft wird auch wegen des Verhältnisses zwischen FIFA-Präsident Gianni Infantino und Donald Trump in Erinnerung bleiben. Dass die FIFA und das Gastgeberland eng zusammenarbeiten, ist normal. Es ist sogar wünschenswert. Doch hier wurde eine Grenze überschritten. Die auf Eis gelegte Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun auf Wunsch von Trump erinnert an die dunkelsten Kapitel der WM-Geschichte, die nie als völlig unbeeinflusste Wettbewerbe galten. Begünstigungen für die Gastgeber haben die Geschichte des Weltturniers seit jeher begleitet.

Diese sonderbare Entscheidung hatte im Fall Balogun keinen Einfluss auf das Endergebnis. Die Vereinigten Staaten enttäuschten sportlich so sehr, dass selbst Trump sie nicht bis ins Finale tragen konnte. Blickt man auf die Halbfinalisten, spiegelt das Ergebnis die Kräfteverhältnisse auf dem Platz wider. Europa bleibt – abgesehen vom südamerikanischen Argentinien – der dominierende Kontinent. Messi ist der beste Spieler dieses Jahrhunderts.

Weltmeisterschaften im Nahen Osten und aufgeblähter Modus

Dasselbe Europa wird von Infantino systematisch benachteiligt. Er bevorzugt die reichen arabischen Staaten und die afrikanischen Verbände. Die einen verfügen über Geld, die anderen über Stimmen. Dieses System funktioniert seit Längerem genau so. Die WM in Katar brach mit den Kalendern der Champions League und der europäischen Ligen.

Die WM 2034 wird in Saudi-Arabien ausgetragen. Das Land hinkt sportlich trotz unbegrenzter Investitionen weit hinterher. Der aufgeblähte Modus mit mehr Teilnehmern und mehr Spielen begünstigt Asien und Afrika. Europa gilt bei FIFA-Wahlen als ständiger Gegenspieler Infantinos.

Entzogene Akkreditierungen für Medien

All dies hat die Gazzetta in den vergangenen Wochen berichtet – mit der journalistischen Sorgfalt. Präsident Infantino hat darin zu Beginn des Turniers einen Beitrag geschrieben. Es gab zudem exklusiv das Interview mit Andrew Giuliani, dem WM-Beauftragten Trumps. Dennoch hat die FIFA am Vorabend des Finales beschlossen, die Akkreditierungen der Gazzetta zu halbieren. Die FIFA bestreitet einen Zusammenhang mit der Kritik an Infantino. Die Gazzetta nimmt das zur Kenntnis, zweifelt aber an einem Zufall.