„Stabile Regierung wird es in Sachsen-Anhalt nur geben, wenn SPD dabei ist“: Spitzenkandidat warnt vor AfD

SPD in Sachsen-Anhalt muss vor der Landtagswahl zittern – und wirbt mit Regierungsbeteiligung

Stand: 06.08.2026, 07:59 Uhr

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Armin Willingmann (SPD)

SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann wirbt im Landtagswahlkampf für kostenlose Kitas und mehr Zuwanderung in den Arbeitsmarkt. (Archivbild) © Matthias Bein/dpa

Für die SPD in Sachsen-Anhalt wird es spannend. Schafft sie es in den Magdeburger Landtag? Um das Ziel zu erreichen, geht sie auf die Themen Kitas und Migration. 

Magdeburg – Vier Wochen vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 6. September ist der Wahlkampf in vollem Gang. Während die AfD mit 41 Prozent die mit Abstand größten Zustimmungswerte erzielt, geht es bei der SPD um den Einzug ins Magdeburger Parlament. Zwar war das Bundesland schon bei der letzten Wahl 2021 keine Hochburg der Sozialdemokraten; seinerzeit konnten sie 8,4 Prozent erreichen. Aktuell stehen sie jedoch bei 7 Prozent, eine vorherige Erhebung sah sie gar nur bei 5 Punkten.

Es geht also um die Existenz, wenn auf den letzten Metern die Themen platziert werden. Und da setzt SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann auf kostenlose Kitas, mehr Zuwanderung – und eine erneute Regierungsbeteiligung seiner Partei. Wie Willingmann gegenüber dem MDR erklärte, brauche das Land „die Kita-Landschaft (...) für junge Familien, um attraktiv zu sein, aber auch für unsere Wirtschaft“. Man könne Industrie dann ansiedeln, „wenn wir ihnen sagen können: Eure Fachkräfte bekommen hier eine vernünftige Kita-Versorgung.“

SPD-Spitzenkandidat zu AfD-Plänen in Sachsen-Anhalt: „Kinderei“

Zudem will Willingmann Migration anders in den Blick nehmen, wie er dem MDR sagte: „Wir brauchen auf jeden Fall Zuwanderung in unsere Wirtschaft, in unseren Arbeitsmarkt. Und zwar, um unseren Wohlstand und auch, um unsere Industriebetriebe aufrechtzuerhalten.“ Was die AfD plane, nämlich Fachkräftemangel mit „vollem Fokus auf eine vernünftige Familienpolitik“ zu lösen, erteilt er eine Absage. Das sei „Kinderei“. Es sei vielmehr dort Aufklärung nötig, wo sich Menschen durch Migration bedroht fühlten.

Er betonte im Interview: „Genauso klar ist aber: Der Staat muss für Sicherheit sorgen. Wer zu uns kommt, muss unsere Gesetze achten. Straftaten müssen konsequent verfolgt werden und diejenigen, die kein Bleiberecht haben, müssen unser Land wieder verlassen. Beides gehört zusammen: eine geordnete Migration und ein starker Rechtsstaat.“

Fakt ist, dass der SPD eine wichtige Rolle bei den Sachsen-Anhalt-Wahlen zukommt, denn auch von ihrem Abschneiden hängt ab, wie stark die AfD letztlich dasteht. Verpasste sie den Einzug, fehlt eine weitere Partei in der demokratischen Opposition. Doch Willigmann setzt nicht nur auf das Überspringen der 5-Prozent-Hürde: „Eine stabile Regierung wird es in Sachsen-Anhalt nur geben, wenn die SPD dabei ist“, sagte er. „Alternativ ist nur die Alleinregierung einer AfD. Die kann man sich nicht wünschen. Ich wünsche sie mir auf gar keinen Fall. Und die übergroße Mehrheit der Bevölkerung in diesem Land auch noch nicht.“ (Quellen: MDR, eigene Recherche) (ktho)