SPD und Grüner an der Spitze: So viel verdienen Niedersachsens Oberbürgermeister

Stand: 30.08.2026, 12:07 Uhr

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Oberbürgermeister in Niedersachsen verdienen im Schnitt mehr als Kollegen aus anderen Bundesländern. Wir geben vor der Kommunalwahl einen Überblick über die Gehälter.

Wer in Deutschland Oberbürgermeister ist, verdient im Durchschnitt 137.087 Euro brutto. Die meisten Rathauschefs in Niedersachsen liegen über diesem Wert, wie eine Auswertung der Gisma Universität zeigt, die unserer Redaktion exklusiv vorliegt. Wie viel Gehalt es gibt, hängt von den Besoldungstabellen der Bundesländer ab. Eine Rolle spielt auch die Einwohnerzahl der jeweiligen Stadt, weshalb zu den Spitzenverdienern die Bürgermeister von Niedersachsens größten Städten zählen.

Das Rathaus Hannover im Glanz der Polarlichter im Januar 2026. OB Belit Onay zusammen mit seinem Braunschweiger Kollegen Thorsten Kornblum

Das Rathaus Hannover im Glanz der Polarlichter im Januar 2026. Oberbürgermeister Belit Onay verdient am meisten unter den niedersächsischen Rathauschefs – zusammen mit seinem Braunschweiger Kollegen Thorsten Kornblum © picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg//picture alliance/dpa | Tim Schaarschmidt (Montage)

Am meisten bekommen demnach die Oberbürgermeister von Hannover und Braunschweig. Im Jahr erhalten sie ein Mindestgehalt von 154.069,32 Euro. In Hannover regiert seit 2019 der Grünen-Politiker Belit Onay. Er tritt bei der Kommunalwahl am 13. September wieder an, regiert aktuell aber ohne Mehrheit im Rat, da die Koalition mit der SPD zerbrach. Hintergrund war auch ein Streit über eine nahezu autofreie Innenstadt. Bei der Kommunalwahl am 13. September deutet derzeit viel auf eine Stichwahl hin. Auch in Braunschweig dürfte die Entscheidung erst im zweiten Wahlgang fallen. SPD-Bürgermeister Thorsten Kornblum will dort die zweite Amtszeit, verdient wie Onay derzeit 154.069,32 Euro.

Am meisten in Braunschweig und Hannover: So viel verdienen Niedersachsens OBs

Hinter Hannover und Braunschweig landen gleich sechs Städte mit einem Oberbürgermeistergehalt von 150.942,96 Euro. So viel Geld gibt es für die Rathauschefs von Osnabrück, Wolfsburg, Göttingen, Salzgitter, Lingen und Oldenburg. 143.701,20 Euro gibt es in Celle, Delmenhorst, Lüneburg, Hildesheim und Wilhelmshaven. 136.752,84 Euro und damit knapp weniger als im Bundesschnitt sind es in Hameln, Cuxhaven und Goslar. Die detaillierte Übersicht finden Sie in der Tabelle.

Deutschlandweit dominieren nach wie vor Rathauschefs von der CDU. Die Christdemokraten stellen aktuell 99 von 333 Oberbürgermeister (29,7 Prozent). Das geht aus der Auswertung der Gisma Universität in Niedersachsen hervor, die unserer Redaktion exklusiv vorliegt. Hinter der CDU folgen parteilose Kandidaten (86 OBs/25,8 Prozent) sowie die SPD mit 82 Rathauschefs (24,6 Prozent). Zusammen vereinen diese drei Gruppen fast 80 Prozent aller Rathausspitzen auf sich. Die CSU liegt bei 6,9 Prozent (23), die Grünen bei 3,6 Prozent (12), während kleinere Parteien und lokale Wählervereinigungen wie FWG, Freie Wähler, FDP oder Die Linke jeweils im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen.

Auch im Jahr 2026 bleibt das Oberbürgermeisteramt klar männlich. Von den 333 erfassten Rathausspitzen sind 302 männlich (90,7 Prozent) und 31 weiblich (9,3 Prozent), die Verteilung hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Das Durchschnittsalter liegt 2026 bei 50,5 Jahren (Median 53 Jahre) und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Die jüngste Person im Amt ist Michael Jahn (SPD), Oberbürgermeister von Günzburg mit 31 Jahren. Die ältesten im Amt sind gleich drei Jahrgang-1956er: Harry Mergel (SPD, Heilbronn), Klaus Eberhardt (SPD, Rheinfelden) und Heinrich Kohl (CDU, Aue-Bad Schlema) – alle 70 Jahre alt. (Quellen: Gisma Universität, dpa, eigene Recherchen)