Warum in über der Hälfte der Kantone aktuell Mieten sinken

«Spielraum ausgereizt» – Raiffeisen-Chefökonom Fredy Hasenmaile erklärt

Warum in über der Hälfte der Kantone aktuell die Mieten sinken

Im Juli zeigt der Homegate-Mietindex eine ungewöhnliche Bewegung: Mehr als die Hälfte der Kantone weist sinkende Angebotsmieten auf. Blick klärt die Gründe.

Publiziert: 18:16 Uhr

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Aktualisiert: 18:42 Uhr

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • Im Juli sanken die Mieten in 15 Kantonen
  • Sommerferien und schwache Zuwanderung können Mietpreise beeinflussen
  • Wo die Mieten am stärksten sanken und wo sie stiegen
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Robin WegmüllerRedaktor Wirtschaft

Seit Jahren müssen sich Schweizerinnen und Schweizer mit steigenden Mieten abfinden. Die entsprechenden Ausgaben nehmen einen immer grösseren Posten im Budget ein. Umso überraschender ist das Bild, welches der neuste Mietindex des Immomarktplatzes Homegate und der Zürcher Kantonalbank (ZKB) zeigt: Im Juli weisen über die Hälfte der Kantone sinkende Angebotsmieten auf – teilweise sogar deutlich. Auch die untersuchten Städte widerspiegeln denselben Trend.

Konkret lassen die Mietpreise in 15 Kantonen nach. Am stärksten zurückgegangen sind die ausgeschriebenen Mieten dabei in Nidwalden mit –4 Prozent, gefolgt von Schwyz mit –1,9 Prozent sowie Genf und Uri mit je –1,5 Prozent. Gemäss der Studie ein «hoher Anteil, denn in der Regel ist das Gegenteil mit primär steigenden Mieten der Fall».

Weniger Zuwanderung im Sommer

Woher kommen diese ungewöhnlichen Zahlen? Gemäss Raiffeisen-Chefökonom Fredy Hasenmaile (59) sind zum einen kalenderbedingte Faktoren ausschlaggebend: «Das Verhalten der Anbieter kann sich in den Sommermonaten verändern.» Sie warten aufgrund von Ferienabwesenheiten mit Ausschreibungen zu. So gebe es während der Ferien meistens weniger Inserate. Dort, wo das Angebot sowieso kleiner ist, kommt es dadurch zu grösseren Veränderungen – beispielsweise in Nidwalden.

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Ausserdem sind die Sommermonate unter dem Strich schwache Zuwanderungsmonate. «Das könnte durchaus Effekte haben. Schliesslich sind Zuwanderer eine der wichtigsten Nachfragergruppen.» Daneben verändert sich aber auch der Markt. «In den oberen Preissegmenten werden nicht mehr alle Mietpreise bezahlt», so Hasenmaile. «Der Spielraum scheint bei gewissen Wohnungen ausgereizt, Vermieter müssen dort die Mieten wieder senken.» Es sei möglich, dass sich dies in der Statistik widerspiegelt.

Jahresvergleich zeigt wahren Trend

Grundsätzlich handelt es sich nicht um eine Trendumkehr, aber um eine gewisse Beruhigung von Übertreibungen. «Sowieso ist beim Mietindex zu beobachten, dass gewisse Regionen grösseren Bewegungen unterliegen», erklärt Fabian Korn, Sprecher der Swiss Marketplace Group, zu welcher Homegate gehört. Diese temporären Schwankungen ändern am längerfristigen Trend jedoch wenig.

Und dieser zeigt weiterhin nach oben. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Angebotsmieten schweizweit um 2,4 Prozent gestiegen. Alle Kantone notieren im Jahresvergleich seit Juli 2025 eine Zunahme. Insbesondere in Graubünden mit 7,1 Prozent, Zug mit 5 Prozent und Luzern mit 4,2 Prozent. Aber auch die weiteren Kantone der Zentralschweiz verzeichnen allesamt eine überdurchschnittliche Mietpreisentwicklung, ungeachtet der Bewegungen im Juli 2026.

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