Stadt muss sparen: Nächster Weihnachtsmarkt ohne Holzhütten
Stand: 16.09.2026, 22:28 Uhr
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Um Kosten zu sparen, sieht der Dietzenbacher Weihnachtsmarkt in diesem Jahr anders aus. Bei einem Workshop tauschen sich Verantwortliche, Vereine und Betreiber aus.
Dietzenbach – Der Weihnachtsmarkt in der Altstadt bekommt in diesem Jahr ein neues Gesicht. Die städtischen Holzhütten bleiben im Lager, stattdessen stehen am ersten Adventswochenende einheitliche Pagodenzelte zwischen Stadtbrunnen und Bahnhofstraße. Wie das aussehen soll und was sich die Vereine und Standbetreiber außerdem wünschen, darüber diskutiert die Abteilung Kultur mit Vereinen und Standbetreibern bei einem gut besuchten Workshop im Capitol.
„Wir wollen Sie hören, wir wollen Sie mitnehmen, wir wollen Ihre Vorschläge umsetzen“, sagt Erster Stadtrat René Bacher (Grüne) zur Begrüßung. Nach der Corona-Pause sei der Markt praktisch neu gestartet, im vergangenen Jahr habe es so viele Anmeldungen gegeben wie seit Jahren nicht. „Das muss organisiert sein – und vor allem bezahlbar bleiben.“
Neue Pläne für bezahlbaren Weihnachtsmarkt nötig
Durch den Abend führen Alexander Graff und Jasmin Kollmann vom Fachbereich, die die Ansprechpartner für den Weihnachtsmarkt sind. Zunächst blicken sie zurück: Der erste Workshop vor zwei Jahren habe einiges bewirkt: Programmzelt, mehr Kinderangebote mit der Montessori-Schule, Sitzbereiche, die Einbeziehung der Bahnhofstraße, ein Online-Standplan per QR-Code, eine überarbeitete Entgeltliste, ein zweites Spülmobil und der Samstagabend bis 22.30 Uhr – all das gehe auf Anregungen der Aussteller zurück. Eine Freitagsöffnung dagegen scheitert an der ehrenamtlichen Kapazität der Vereine, und ein verkaufsoffener Adventssonntag ist nach hessischem Recht nicht möglich.
Dann kommt Graff zum Thema, das in den sozialen Netzwerken zuletzt für Emotionen gesorgt hat: Angesichts des Haushaltsdefizits hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, auch beim Weihnachtsmarkt zu sparen. Die 25 sanierungsbedürftigen Holzhütten werden durch Pagodenzelte ersetzt. „Der traditionelle Standort bleibt erhalten“, sagt Graff.
Die Zelte messen drei mal drei Meter und sind laut Kulturteam „keine Partyzelte“, sondern robuste Modulsysteme. Die Stadt stellt Lichterkette und Bierzeltgarnitur, weiteres Mobiliar kann dazu gemietet werden.
Schreiner gibt Angebot für Hütten ab
Weil sich Zelte nicht abschließen lassen, soll nachts mehr Sicherheitspersonal patrouillieren. Allerdings übernehme die Stadt – wie schon in den Jahren zuvor mit abschließbaren Hütten – keine Haftung für Verkaufsware und Interieur der Aussteller. Das sei auf Weihnachtsmärkten auch nicht üblich.
Ganz ohne Widerspruch bleibt der Beschluss nicht. Christian Schreiner, von Beruf selbst Schreiner und mit den Hütten aus eigener Anschauung vertraut, bietet an, sie mit seiner Firma für rund 40.000 Euro zu erneuern. Zum Vergleich: Die Neuanschaffung von 25 Hütten hätte die Stadt in den Jahren 2026 (80.000 Euro) und 2027 (40.000) insgesamt 120.000 Euro gekostet, was die Stadtverordneten ablehnten. Im Workshop taucht die Frage auf, ob das Angebot Schreiners berücksichtigt wurde. „Ich finde den Vorschlag persönlich schön, aber das kann ich hier nicht entscheiden“, sagt Graff. Der politische Beschluss gelte für dieses Jahr; mit Schreiner wolle er das Gespräch suchen und die Machbarkeit von Holzbuden für den Weihnachtsmarkt 2027 erörtern.

Ansonsten bleibt es ruhig im Saal, nur vereinzelt kommen Wortmeldungen. Dann sind die Gäste am Zug. An drei Stellwänden sammeln sie Karten zu Atmosphäre und Programm, zur Organisation und zu ihren Wünschen. Viel Lob gibt es für die frühe Einbindung und die Kommunikation. Die Ideen reichen von Karussell und Chorauftritten über Stempelkarten, die Besucher an möglichst viele Stände locken sollen, bis zu einem Webportal von der Anmeldung bis zur Rechnung.
Zum Schluss verteilt jeder drei Klebepunkte – die Prioritäten bilden den Arbeitsauftrag für die Kulturplanung. Ob das neue Konzept allerdings von den Besuchern angenommen wird, bleibt abzuwarten. Der Weihnachtsmarkt findet am 28. und 29. November statt. (Burghard Wittekopf)